Wie ich 15.000€ im Jahr spare

… und dabei genau das Leben lebe, das ich leben will.

Ich schwärme ja immer davon, wie viel entspannter und leichter ich jetzt lebe, seit ich 2008 mein Leben umgekrempelt und nochmal ganz neu angefangen habe.

(Hier ist mein Original-Tagebuch aus dieser Zeit.)

(Und hier kannst du meinen regelmäßigen Wochenrückblick – den Freitags Check-in – abonnieren, um zu lesen, was ich so täglich treibe.)

Aber heute habe ich zum ersten Mal zusammengerechnet, wie viel billiger ich seitdem auch lebe! 15.000€ billiger!!

Und die größten Einspar-Posten waren nicht die, die ich vermutet hatte.

Dieser Artikel ist eine der Lektionen im Money Queen Bootcamp in der ganzichselbst Lounge.

Meine Prioritäten haben sich gewandelt.

Zum Teil kam das einfach mit dem Alter.

Ich bin reifer geworden (damals war ich 20 und 30, heute über 40.) Heute muss ich nicht mehr so viel shoppen oder auf jedes Konzert. Das hab ich alles früher schon gemacht, das brauche ich heute nicht mehr.

Aber zum Großteil waren das ganz bewusste Entscheidungen.

In meinem alten Leben hatte ich keine Zeit und auch nicht die Kraft für ein Privatleben. Nicht für einen Partner, nicht für einen Hund. Ich war ja nie Zuhause.

Ich musste jeweils 2 Stunden im Zug zur und von der Arbeit pendeln. War 8 Stunden im Dienst. Und schlafen musste ich auch mal, wofür ich mir grad mal 6 Stunden gönnte. 18 Stunden weg – fremdbestimmt – da bleibt nicht mehr viel Zeit.

So wollte ich nicht bis zur Pensionierung leben. Ich wollte Zeit haben.

Die habe ich heute. Ich muss nicht mehr so viel arbeiten wie früher. Ich sitze nicht mehr täglich 4 Stunden im Zug. Kann also jetzt nachts länger schlafen als die 6 Stunden damals.

Heute teile ich mir meine Zeit so ein, wie ich es will. Schlafe aus, habe viel Zeit, um morgens in die Gänge zu kommen, mit meinem Hund zu schmusen, oder abends mit den Mitbewohnerinnen zu quatschen.

Weil ich mein eigener Boss im Heimbüro bin, nicht mehr das Mobbing und den Druck von früher habe, verbrauche ich viel weniger Energie.

Und ich verbrauche dazu noch viel weniger Geld als früher: Genau genommen 1.250€ weniger pro Monat.

Also muss ich viel weniger arbeiten!

Ich habe viele der Begleitkosten nicht mehr, die mich mein Arbeitsleben früher gekostet hat: Monatskarte, tägliche Frühstücksbrötchen und das Mittagessen vom Lieferservice. 1 Buch pro Woche für die langen Zugfahrten.

Aber ich habe den schönsten Alltag, den ich mir nur wünschen kann. Habe seit 6 Jahren einen Partner. Seit letztem Jahr meinen Hund. Seit Anfang dieses Jahres auch endlich die beste, lustigste WG-Besetzung. Meine Schwester und Nichten ganz in meiner Nähe. Nur 5 Gehminuten bis zum Fluss. Eine Wohnung mit hohen Decken, Laminat, Balkon, Wannenbad und Stuck. Wie kann’s denn noch besser werden?

Aber nun mal die harten Zahlen und Fakten – wie habe ich denn nun genau die 15.000€ eingespart?!

7.800€: In eine WG und eine günstigere Wohnung gezogen

Mein Anteil an Miete, Strom, Heizkosten und WG-Kontoführung beträgt jetzt rund 250€ statt früher 900€ für meine Wohnung allein – 650€/Monat gespart.

Erstmal hab ich in Berlin irgendwann angefangen, meine zuerst allein genutzte 2-Zimmer-Wohnung mit einer Mitbewohnerin zu teilen. Ich hab ihr das große Schlafzimmer überlassen, das Wohnzimmer genutzt und mein Bett in die Loggia gestellt.

2008 bin ich dann nach Dresden und gleich in eine 3er-WG gezogen. Und dann vor einigen Jahren innerhalb dieser WG auch noch ins kleinere = preiswertere Zimmer.

Das WG-Leben spart nicht nur eine Menge Geld, es ist auch lustiger. Jedenfalls, seit Anfang des Jahres die aktuelle Dritte eingezogen ist:

Wir sind hier jetzt 3 Weiber um die 30 bzw. 40. Und 2 Hunde.

Tagsüber habe ich die Wohnung ganz für mich, abends kommt Leben in die Bude. Dann kochen wir zusammen, trinken Wein und Radler auf dem Balkon, werten unseren Tag aus. Und wir sind jetzt sogar schon zusammen in den Urlaub gefahren.

720€: Keine Monatskarte mehr

Angestellt zu arbeiten kann dich richtig viel Geld kosten!

Ich habe meinen Job gekündigt und mich selbständig gemacht, pendle nicht mehr zur Arbeit und bin umgezogen. Im Gegensatz zu Berlin kann ich hier im Zentrum Dresdens alles erlaufen oder mit dem Rad fahren. Oder ich werde mal im Auto mitgenommen, wofür wir uns dann die Fahrtkosten teilen.

Die Monatskarte in Berlin hat mich viel mehr gekostet, weil ich ja täglich eeewig weit gependelt bin. Hier in Dresden kostet eine Monatskarte derzeit 60€. Damit habe ich für den obigen Betrag von 720€ gerechnet.

(Und falls du dich das gefragt hast: Für meine Selbständigkeit – ich bin Autorin, Mentorin und Webseitendesignerin im Heimbüro – brauche ich kaum mehr als meinen Laptop und einen Internetvertrag. Also so gut wie keine Ausgaben.)

270€: Ich teile den Internet- und Telefon-Vertrag mit zwei Mitbewohnerinnen und einer Nachbarin

30€ : 4 Leute = 7,50€ statt 30€ alleine. 22,50€ gespart. Festnetz nutzen wir hier gar nicht mehr, aber das kann man nicht abwählen.

120€: Ich habe keinen Fernseher

Ich konnte das Programm schon lange nicht mehr ertragen (fast nur Horrornachrichten, zu viel verlogene, manipulative Werbung … – das ist der Beginn in unserem Jahres-Entrümpel-Programm, weil es so grundlegend ist) Also hab ich 2008 diesen Klotz gar nicht mehr mit in mein neues Leben genommen.

Heute suche ich mir aus, welche Filme und Serien ich gucke und wo ich meine Nachrichten her kriege. Damit lebe ich billiger, habe viel mehr Zeit und bin entspannter.

Kein Kabelfernsehen, was, wie ich gelesen habe, ab 10€ im Monat zu kriegen ist. (Ich hab davon ja keine Ahnung.)

Keine GEZ von 17,50€/Monat : 3 Mitbewohner = 6€ im Monat = 72€ im Jahr.

Stattdessen nutze ich rege Netflix, das ich mir mit den Mitbewohnern teile = mein Anteil von 5€/Monat. Also berücksichtige ich 60€, die ich doch im Jahr für „Fernsehen“ zahle.

600€: Ich kaufe keine CDs und DVDs mehr.

Eine CD oder neue DVD kostet 15€. Serien oder Sammlungen kosten um einiges mehr. Wenn ich da jetzt nur 50€ im Monat einspare, sind das auf’s Jahr gerechnet 600€!

Mein Interesse an Musik ist sehr speziell, und da habe ich meine digitale Musiksammlung der früher gekauften CDs. Oder höre Spotify oder freies Internetradio. Es bringt immer wieder sehr schöne Gefühle hoch, wenn ich mal wieder eins der alten Alben anhöre.

Aber ich muss nicht mehr all die Hüllen rumstehen haben, ganze Regale voll. Meine CDs habe ich alle weggegeben, an andere Fans z. B. Es ist so eine Erleichterung, dieses ganze materielle Gewicht loszuwerden!

Wenn mir ein Song oder Album wirklich gut gefällt, lade ich es mir für 0,99€ pro Titel bei Amazon als .mp3. Das kommt aber vielleicht 1x im Jahr vor. Zuletzt war es der Soundtrack der Serie „Mord mit Aussicht“.

Und Filme und Serien gucke ich wie gesagt nun ausschließlich auf Netflix oder im legalen Netzkino auf youtube (für Klassiker und ältere Filme) oder leihe mir mal ganz selten einen Film für 2,99€ bei itunes.

Dass es bei mir so aussah, ist lange her:

520€: Ich kaufe keine Bücher mehr

… und habe die, die ich hatte, alle wieder verkauft. Früher hab ich 1 Buch pro Woche gelesen, weil ich ja mit dem Zug 2 Stunden hin und 2 Stunden zurück für die Arbeit gependelt bin = 10€/Woche = 520€/Jahr.

Allerdings habe ich noch ein Audible-Hörbuch-Abo für 10€/Monat, wofür ich also 120€ wieder auf die Rechnung aufschlage.



 

Da komme ich mit 1 Buch pro Monat aus und höre außerdem immer wieder Bücher, die ich schon früher runtergeladen habe. Denn ich überlege mir immer sehr genau, ob das eins ist, das ich immer wieder hören werde: Ein paar Lieblingsromane – „Harry Potter„, „Der Schrecksenmeister“ oder die Reiseberichte von Bill Bryson.

Aber vor allem hab ich viele Ratgeber, die ich immer nur stückweise anhöre, dann erstmal etwas davon umsetze und dann weiterhöre. Oder nach Bedarf, wenn ich ein bestimmtes Problem lösen will, z. B. mir weniger Sorgen zu machen oder mehr im Jetzt zu leben.


Ein Posten, der mich aber am meisten erstaunt hat, war der folgende:

1.075€ für Frühstücksbrötchen und Mittagessen!

Ich habe früher im Jahr über 300€ für trockene Brötchen ausgegeben?!

Mein einfallsloses Arbeitsfrühstück bestand meistens aus 2 trockenen Kürbiskernbrötchen.

Und zum Mittag hatte ich häufig einen Salat aus dem asiatischen Gemüseladen. Oder ich hab mir Essen in der Asiette bestellt. Total abwechslungsreich, bewusst und gesund – nicht!

Als ich dann irgendwann mal genug hatte von Kürbiskern und mich für meine neue Sorte entschieden habe, hat mir die Bäckerin trotzdem immer noch Kürbiskern eingepackt, weil sie mich einfach vom Sehen kannte und ich wirklich monatelang immer die gleichen Brötchen gekauft hatte.

2 Kürbiskern-Brötchen: 1,30€. Mal 5 Tage die Woche = 6,50€. Mal 50 Wochen = 325€.

1 Salat oder Asiettenessen = 3€ oder mehr. 3€ x 5 Tage x 50 Wochen = 750€

Heute koche ich mir mein Essen täglich selbst. Ich verwende überwiegend frische Zutaten oder Tiefkühlgemüse (ich bin Vegetarierin). Mein Lebensmittelbudget liegt jetzt bei 10 – 15€/Woche, und damit komme ich gut aus. (Berücksichtigt hab ich das etwas weiter unten, beim Ausgehen.)

 

1.200€: Ich kaufe so gut wie nie Kleidung

Was hab ich früher so ausgegeben, als ich in Berlin noch regelmäßig shoppen war? (Und auch für die Arbeit „anständige“ Kleidung brauchte?) 100€?

Da komme ich lange nicht mehr hin. Ich habe stattdessen in den letzten Jahren mehrmals auf Klamottentauschparties, von meiner Mutter/Schwiegermutter/Schwester/Mitbewohnerin/Nachbarin tonnenweise schöne Kleidung bekommen, die für mich neu war und völlig in Ordnung.

Klamottentauschparties machen richtig Spaß!

1.200€: Ich gehe nicht mehr aus

Das klingt trauriger, als es ist. Ich hab trotzdem noch eine Menge Spaß. Ich gehe nur kaum noch aus – im gewohnten Sinne.

Im Studium in Berlin waren es vor allem Kino, Café, Bar, Essen gehen oder Eintritte bei Veranstaltungen. Und natürlich shoppen. Oder wir haben Essen bestellt.

Mein Lebensmittelbudget liegt jetzt – wie gesagt – bei 10 – 15€/Woche. Also berechne ich + 780€ im Jahr für 15€ x 52 Wochen.

Später war ich sehr viel auf Konzerten und Festivals, auch häufig außerhalb (in Frankfurt und sogar in England und Österreich).

Das alles hab ich jetzt hinter mir. Es reizt mich kaum noch. Der Gedanke daran erschöpft mich eher. Obwohl wir auch sehr gechillte Festivals erlebt haben:

Und Spaß habe ich immer noch sehr viel in meinem Leben. Nur eben anderen als früher.

Ich schlafe täglich aus, arbeite an meinen Projekten oder denen lieber Klientinnen, gärtnere auf unserem üppigen Balkon, richte mir ein Aquarium ein, mache geruhsame Spaziergänge mit meinem Hund. Oder mit der Mitbewohnerin und beiden Hunden. (Die sind dann nicht ganz so geruhsam.)

Wir wohnen jetzt nur 5 min vom Fluss entfernt und haben um uns herum jede Menge Wälder, Gründe mit Bächen, Parks, Städte.

Wir waren auch letztens alle zusammen an der Ostsee und fahren demnächst schon wieder hin.

2.000€: Ich war seit 2011 nicht mehr im Ausland im Urlaub.

Unser letzter Urlaub – die Ostsee letzten Monat mit der WG und Partnern und Hunden – hat jeden Einzelnen unter 400€ gekostet. Weil wir Fahrtkosten, Ferienwohnung und Essen geteilt haben. Und es war so schön, dass wir gleich für ein paar Monate später wieder gebucht haben.

Mit Hund verschieben sich die Prioritäten. Aber ich finde das gar nicht schlimm. In die Ferne könnte ich Nikita schlecht mitnehmen.

In Indien, Rumänien, den USA, Estland war ich aber auch schon, und vielleicht mache ich das auch mal irgendwann wieder. Aber im Moment will ich meinen Hund einfach bei mir haben und nicht wochenlang ohne sie sein. Wer weiß, was noch kommt. Noch bin ich ja nicht tot.


Der letzte Punkt, der mir gerade noch einfällt:

120€: Ich kaufe kaum noch Putzmittel, und die, die wir benutzen, teilen wir durch 3.

Ich nutze kein Make up, kaum Kosmetikprodukte, mein Duschbad reicht ewig, und Schaumbad ist ein beliebtes Geschenk für mich.

Seit 2008 forsche ich viel, wie ich noch ökorrekter leben und meinen ökologischen Fußabdruck auf dieser Erde so gering wie möglich halten kann. In dem Zuge habe ich meinen Konsum solcher Produkte massiv eingeschränkt. Was hab ich früher dafür ausgegeben? 10€/Monat?

So, das ist also meine Aufstellung.


Das Rechenergebnis: Über 15.000€!

Das Ergebnis macht: 15.625€! Krass, oder?

Dabei lebe ich genau das Leben, das ich jetzt will. Ohne spürbare Einschränkungen. Im Gegenteil: Mit viel mehr Freiheit, weil ich nicht mehr dort sein muss, wo ich nicht sein will: In diesem grauen Büro oder stundenlang im Zug.

Wenn du dir dein Leben ebenfalls so leichter machen, Geld, Zeit, Nerven, Platz und Energie sparen willst, habe ich eine Menge Anleitung für dich:

Dein Leben entrümpeln:

Das Jahrbuch – einzeln erhältlich.

Für 20€ – oder in der ganzichselbst Lounge mit all den anderen Ressourcen


Spezieller Jahreskurs in der ganzichselbst Lounge – „Minimalismus der Fülle“:

Unverbindlich & kostenlos


Minimalismus, Asketentum oder was?

Mein Leben ist absolut nicht freudlos. Es sind nur Freuden, die mich nicht viel an Geld und Arbeitszeit und Energie kosten. Sondern mir sogar noch Energie zurückgeben.

Weil mir Zeit mehr wert ist als Geld, weil ich auf viele materielle Anschaffungen inzwischen verzichte und mir sehr genau überlege, was ich noch wirklich kaufen muss, würde ich mich schon als Minimalistin bezeichnen.

Aber dabei lebe ich keinesfalls asketisch. Ich mag schöne Dinge, wenn sie nützlich und von guter Qualität sind. Mein Laptop z. B. war nicht billig. Aber er nützt mir jeden Tag bei meiner Arbeit und für die Unterhaltung.

So lebe ich jetzt – das ist mein Zimmer:

Ich habe alles, was ich liebe und brauche, um mich. Alles was mir Freude macht.


Meine wichtigsten Einspartipps – nochmal zusammengefasst:

  1. Der größte Einsparposten ist die Wohnung.
  2. Angestellt zu arbeiten kann dich richtig viel Geld kosten!
  3. Viel Geld geht in sehr kleinen, aber regelmäßigen Beträgen weg, z. B. für Essen und Getränke unterwegs.
  4. Eine Menge Kosten kann man sehr gut teilen, z. B. den Internetvertrag (frag doch mal deine Nachbarn), das Fernsehen (Netflix), den Rasenmäher, Urlaub oder sogar ein Auto. Auch die Monatskarte ist – jedenfalls hier bei uns – übertragbar.
  5. Bücher, Musik und Filme gibt’s heute in digital – das ist billiger, du kannst sie überall hin mitnehmen, und es nimmt viel weniger Platz in der Wohnung weg.

Dieser Artikel ist eine der Lektionen im Money Queen Bootcamp in der ganzichselbst Lounge.

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