Ich weiß nicht, was ich tun soll, wenn ich meinen Job kündige …

Du würdest gern deinen Job aufgeben und willst nun von mir wissen, was du stattdessen tun sollst?

Das kann ich dir nicht sagen. Ich bin selbst nach meinem Umbruch 2008 immer wieder in die Falle getappt und hab Projekte angefangen, die andere für gut für mich hielten, die mich aber von meinen Zielen abbrachten und schlimmstenfalls sogar so erschöpften, dass ich das Ziel ganz aufgab.

Also mach bitte nicht den Fehler, weiter von anderen dein Leben planen zu lassen.

Das funktioniert nicht. Wir können dir Rat geben, wie du selbst herausfindest, was du willst. Wir können dir Tipps geben, wie du es umsetzt. Aber was genau du machen willst, das wirst du selbst entscheiden müssen.

Aber ich habe hier Tipps für dich, wie du herausfindest, was du wirklich tun willst. Ohne dir reinzureden oder dich zu bevormunden.

Besonders eklatant war der Reinfall, als meine Schwester und ich 2015 unser eigenes Ladengeschäft eröffneten.

Unser Plan war, ein Seminarzentrum für Frauen aufzumachen. Und so hatten wir auch angefangen.

Dann meinte jemand: „Aber ihr solltet das verkaufen, was alle haben wollen. Frauen mögen doch Kosmetik. Nehmt doch meine Kosmetiklinie hier mit rein. Und wenn ihr schon dabei seid, dann werdet doch gleich selbst Vertreterinnen dafür!“

Kaum hatten wir dazu zugestimmt, kamen plötzlich jede Menge weiterer Netzwerkverkäuferinnen, die wollten, dass wir auch ihre gesunden Tränke, ihre Duftkerzen und auch viele fragwürdige Wunderprodukte mit aufnehmen.

Dann hörten wir von jemandem: „Die Leute hier in der Nachbarschaft fänden bestimmt toll, wenn ihr ein Paketshop wärt.“ Also machten wir auch das. Es brachte ein paar mehr Kunden, aber die interessierten sich nicht für unsere Seminare. So schnell, wie sie drin waren, waren sie auch wieder draußen.

Schließlich war jemand der Meinung, wir hätten doch große Räume, und um Geld zu verdienen, sollten wir die für Feiern anbieten und könnten doch auch das Catering gleich selbst machen – da wäre die Gewinnspanne am höchsten.

Also richteten wir auch Feiern aus, machten Salate, kochten die Suppen, unterhielten die angetrunkenen Gäste …

Ja, wir bekamen sogar tatsächlich zu hören: „Am besten laufen Kneipen mit Bockwurst und Bier.“ … Aber irgendwann hatten wir doch gemerkt, dass es so nicht funktioniert.

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Es hatte den Anschein, als wüsste jeder besser als wir, was wir tun sollen. Und genau das brach uns das Genick.

Du darfst mal raten, wozu wir kaum noch kamen: Klar, dazu, Seminare zu organisieren und zu bewerben.

Und das Ergebnis? Weder wussten die Leute, was genau wir nun eigentlich taten, weshalb sie auch nicht in den erhofften Scharen kamen und wir damit nicht genug Geld einnahmen. Noch hatten wir noch die Kraft und Gemütsruhe, hingebungsvolle Frauenkreise zu leiten, während wir Speisepläne aufstellten, Suppe kochten, auf dem Stadtfest am Kosmetikstand rumstanden, angeheiterte Leute unterhielten, den ganzen Tag Pakete ausgaben und Wundermittelvertreter abwehrten.

Am Ende waren wir ausgelaugt, fühlten uns hin und her gerissen und mussten unseren Traum vom Seminarzentrum aufgeben, weil wir auf den vielen zerfaserten falschen Wegen unser Startkapital und all unsere Kraft verbraucht hatten, ohne am eigentlichen Ziel zu arbeiten.

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Was du mit deinem Leben machen willst, das kannst nur du selbst wissen

Du kannst dir dann Rat holen dafür, wie du das umsetzt, aber du musst die Entscheidungen in deinem Leben selbst treffen.

Womit hast du Erfahrung? Was liegt dir wirklich am Herzen? Was war schon immer ein Traum von dir?

Wenn du jetzt eine Entscheidung triffst, dann aber merkst, dass es doch noch nicht das wirklich Wahre ist, ist das keine Katastrophe.

Sondern ein Stück auf deinem Weg. Eine Erfahrung.

Du kannst jederzeit verfeinern oder dich auch nochmal ganz neu entscheiden.

Ich habe 2008 meine Beamtenstelle gekündigt, weil ich Yogalehrerin werden wollte. Das ging nicht sofort, also besann ich mich auf einen anderen lang gehegten Traum: Mit Künstlern arbeiten. Ich suchte mir eine Stelle, wo ich mitarbeiten konnte (eine Künstleragentur mit Veranstaltungsort) und lernte dort und machte Erfahrungen. Die Chefin ermutigte mich, meine eigene Agentur aufzumachen, und das tat ich 2009 – spezialisiert auf mein Lieblings-Musik-Gebiet, A Cappella.

Das alles war schon tausend Mal besser als mein früheres Leben damals als Beamte. Aber ich war noch nicht ganz am Ziel.

Ich lebte diesen Traum, mit Künstlern zu arbeiten, 4 Jahre. Ende 2013 schloss ich die Agentur, weil ich inzwischen gemerkt hatte, dass es mir noch mehr am Herzen liegt, andere dazu zu ermutigen, ihren Träumen zu folgen. Und sie auf ihrem Weg zu unterstützen. 2011 schon war ganzichselbst geboren.

Und das ist auch das Projekt, das all meine anderen Unternehmen überdauert hat. Es hat sich herausgestellt, dass das das ist, was ich wirklich tun will.

Aber um das zu finden, musste ich diesen Weg gehen. Musste erstmal mich selbst selbständig machen. Musste ersmal mir selbst vertrauen, dass ich Entscheidungen treffen darf und kann. Musste lernen, dass andere nie so genau wissen können, was das Beste für mich ist.

Das weiß nur ich allein. Für dich weißt das nur du allein.

Probiere dich aus. Hab Mut.

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Probiere einen Traum aus!

Mache alles möglich, damit dieser Traum Flügel bekommen kann. Wenn dir deine heutige Arbeit zu viel Kraft und Zeit nimmt, um an deinem Traum zu arbeiten und ihn auf den Weg zu bringen, dann such dir eine andere ruhige Geld-Stelle, die vielleicht nicht dein Traumjob ist, aber dir genug Energie lässt. Denn deine Stelle muss ja nicht dein Traum sein – dein Traum ist dein Traum!

Und wenn der sich dann doch noch als nicht ganz richtig erweist oder wenn er vorbei ist, dann ist das in Ordnung.

Wenigstens musst du auf deinem Sterbebett dann nicht denken: „Hätte ich doch bloß damals mein Café eröffnet. Jetzt ist es zu spät.“ Oder was eben dein heimlicher Wunsch ist.

Fehler zu machen ist ganz normal. Das Risiko lässt sich kalkulieren. Wir haben mit unserem Ladengeschäft Geld verloren, aber das ist nicht die Masse. Und wir haben auch sehr viel gewonnen: Viele Erfahrungen. Neues Selbst-Vertrauen. Neue Selbst-Sicherheit.

Alles Gute für dich und deinen Traum!

Bevor ich 2008 tatsächlich meine Stelle aufgab, habe ich sehr gründliche Inventur zu meinen eigentlichen Lebensvorstellungen gemacht. Hier sind die 3 Dinge, die ich damals verändert habe, um aus meiner krank machenden Arbeit und Lebensweise heraus zu kommen:

Deine Adresse ist bei mir sicher. Kein Spam.

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Werkzeuge dazu in der ganzichselbst Lounge:

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Mehr zur ganzichselbst Lounge


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About The Author

Sandra

Sandra, *1976, schreibt auf ihrem Blog über das einfache, selbstbestimmte Leben und Arbeiten. Ich bin überzeugt davon, dass auch du dir das Leben aufbauen kannst, das du dir erträumst. Und zwar, ohne dich dafür tot zu schuften.

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