2005 oder 2008 war ich Minimalistin.

Ich hab damals alles rausgeschmissen, was mich belastet hat.

Seit 1 Jahr nun sammle ich wieder Zeug an.

Ich stöbere in Verschenkekisten. Ich nehme fast alles an, was mir Freunde und Schatz anbieten.

Meine Küche wird chaotisch, voll und kunterbunt – und ich will das so!

Wie kommt das?

Vor 1 Jahr bin ich aus dem WG-Zimmer in meine eigene Wohnung gezogen. Und die mache ich mir gemütlich.

Ich liebe es, mich auch in meiner Einrichtung auszudrücken.

Und ich glaub, tief im Inneren war ich nie ein Asket. (Das war ich ja auch in meinen Minimalist-Zeiten nicht.)

Ich hab immer gern gesammelt und dekoriert. Schon als Jugendliche.

Ich hatte auch beim Umzug schon viel mehr Kram, als ich vermutet hätte.

Weil ich schöne Dinge mag!

Bücher sind dekorativ und ein schöner Zeitvertreib.

Kissen und Kuscheldecken sind einfach gemütlich.

Kaffeebecher liebe ich seit jeher.

Ich bin begeisterungsfähig und neige zum Sammeln

Und so wurden es in meinen WG-Zeiten z. B. eben ganz schnell 7 Aquarien.

Und den Anblick des Fotos von meiner damaligen Anlage finde ich heute noch schön:

Und doch baue ich gerade Aquarien ab und reduziere ihre Anzahl. (Ich hab in meinem Aquarienblog darüber geschrieben.)

Auch mehrere Blogs führe ich gleichzeitig:

Ich will mich eben einfach nicht festlegen. Ich hab so viele Leidenschaften.

Ich lebe alle aus, so lange sie eben dauern.

Aber alles hat seine Zeit.

2005/08 spürte ich das dringende Bedürfnis, meinen Kram zu reduzieren. Weil mir alles zuviel wurde.

Heute sammle ich wieder Dinge an, weil ich meine Wohnung gemütlich einrichten möchte.

Der wichtige Unterschied ist: Die Dinge, die ich jetzt besitze, belasten mich nicht.

Es würde mich sehr erschöpfen, wenn ich nicht einfach „on the go“ Ordnung und Sauberkeit halten könnte. Meine Flächen sind so, dass ich mal eben schnell nebenbei drüber wischen kann.

Und ich behalte nur die Dinge, die mir grad wirklich Freude machen.

Ich hab nur Lieblingsdinge

Ich geb genau so schnell wieder weg, was ich nicht mehr haben will.

Ich habe nur so viele Dinge, dass sie mir nicht zuviel werden. Nicht im Weg rumstehen. Ich nicht drüber stolpere. Mich ihr Anblick begeistert.

Verschenke-Kisten

Ich habe so oft einen Karton, in dem ich Dinge sammle, die ich nicht mehr haben will. Den Karton stelle ich dann bei schönem Wetter vor’s Haus, und die Leute nehmen sich mit, was sie wollen. So wird es nicht weggeschmissen, sondern erfreut noch jemanden oder nützt ihm.

Alles ist also ständig im Fluss

Ich gebe nicht viel Geld aus, sondern versuche, die Dinge, die ich haben will, zu retten.

Und die Sachen, die ich nicht mehr will, aber die noch brauchbar sind, kommen nicht in den Müll, sondern werden weitergegeben.

In dem Foto von meiner Küche oben ist sehr vieles „gethrifted“: Aus Verschenkekisten: Die türkise Schachtel (war ein 3-er-Set). Blumenübertöpfe. Bilderrahmen. Die kleine „Moppe“-Kommode, auf der der Toaster steht. Der Messerblock, die Mikrowelle, die Geschirrtücher (von Ex-Mitbewohnern). Die hängenden Obstkörbe. Die Vase (der Dekanter) oben auf dem Schrank, in der die Pflanzenableger stehen.

Und genau so schnell geb ich Dinge weiter, die ich nicht mehr brauche.

Im Moment bin ich auch auf der Jagd nach Hockern, auf die ich mehr Blumentöpfe stellen kann. Ich weigere mich, dafür Geld auszugeben, weil ich sicher bin, dass die (die Machart ist mir fast egal) zuhauf ausgesetzt werden, wenn jetzt der Frühling kommt. Und tatsächlich hat meine Schwester mir neulich einen neuwertigen Hemnes-Nachttisch von einem Verschenkehaufen gerettet, der im Laden neu 50€ kostet!

Und auch der Bezug des Sitzsacks war in ’ner Verschenkekiste!

Ich hab in meinem Kleiderschrank immer nur die Kleidung der aktuellen Saison. Ja, ich gehe sie also 3 oder 4 x im Jahr durch, packe in Kisten, was ich gerade nicht trage, und sortiere auch regelmäßig aus, was ich gar nicht mehr haben will.

Auf diese Weise ist es nicht belastend und erschöpfend, sondern immer wieder das Gefühl, das man auch beim Shoppen hat: Immer wieder „neu“. Ich sag immer, ich spiele mit meinen Sachen.

Das Shoppen-Gefühl bekomme ich auch, wenn ich in einer Verschenke-Kiste was ergattere. Diese Riesenpflanze lag im Herbst im Grünabfall! Heute schmückt sie mein Zimmer und erfreut mich täglich. (Roomtour meiner Wohnung mit all meinen Pflanzen übrigens hier.)

Neulich hab ich jede Menge schöner Blumenübertöpfe an einem Container gefunden, die jemand anderer nicht mehr brauchte. Und ich sparte mir das Geld, rettete Dinge vor dem Müll und hab damit Deko für meine „Hexenküche“ für umsonst bekommen. (Hier der Artikel mit Bildern im Pflanzenblog.)

Und gestern hab ich eine schöne Glasschale vom Altglascontainer mitgenommen, in der ich nun meine Sukkulenten ziehen werde. (Zum Artikel.)

Minimalismus ist befreiend – aber Asketentum schadet

Ich bin von jeher gegen Selbstbeschränkung um der Zahl willen (nur mit 50 Gegenständen leben). Ich bin für’s Genießen und Ausleben. Alles, so lange es nicht belastet.

Ich liebe es, Dinge zu retten und Dinge wieder in Fluss zu bringen. Glas-Sachen z. B. berühre ich einfach gern, finde sie wunderschön, und auf diese Weise kann ich sie wertschätzen und genießen.

Auch wenn ich jetzt wieder mehr Dinge ansammle:

Mein wichtigster Tipp bleibt weiterhin:

Schmeiße raus, was dich belastet.

Behalte nur, was dir Freude macht.

Der Neuanfang geht immer noch am besten mit einem Reinen Tisch.


Wie hältst du es mit dem „Zeug“? Lebst du eher minimalistisch? Oder schwelgst du in deinen Sammlungen?

 

 

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