Die Wahrheit hinter deiner Einsamkeit

Guten Morgen. Es ist Samstag, 8:51 Uhr: Der Liebste ist grad für ein paar Stunden zum Arbeiten nach Hause gefahren. Wir sehen uns nachher zur Familiengeburtstagsfeier wieder. Ich bin heute irgendwie grüblerisch drauf. Ich war schon um halb 7 hellwach und grübelte.

Ich schaffe es zwar, mich über all das Schöne in meinem Leben zu freuen, es zu würdigen und dir davon zu erzählen, aber darüber vergesse ich immer wieder, dass es auch „Löcher“ geben muss, in denen eben alles nur „einfach nur so“ ist. Und besonders nach ganz tollen und geselligen Tagen sind diese Löcher ziemlich tief.

Es ist wie es ist

Gestern war so ein rundum wundervoller Tag mit dem Liebsten. Wir waren zusammen, die Sonne hat geschienen, wir hatten ein ganz tolles Mittagessen unter Palmen, und den Nachmittag verbrachten wir beim Mittelalterspektakel zusammen mit meiner Familie.

Klar, dass ich geflasht bin. Diese Sentimentalität nach Ereignissen hatte ich schon immer. Klar, dass ich mich jetzt alleine fühle. Er ist ja auch wirklich gerade gegangen. Und es sind noch 5 Stunden, bis meine Eltern zum Balkon-Kaffee und anschließender Geburtstagsfeier eintreffen.

Ich bin allein. Aber muss ich mich deshalb auch einsam fühlen? Dem Tag heute habe ich doch noch nicht mal eine Chance gegeben.

Wenn wir auf uns allein zurückgeworfen sind

Jetzt bin ich wieder auf mich selbst zurückgeworfen, und das fällt vielen von uns furchtbar schwer. Dann fangen wir an zu grübeln.

Wieso können wir so schlecht mit uns allein sein? Weil wir es nicht lernen. Weil wir uns keine Zeit dafür nehmen. Wir lassen uns immer bedudeln.

Vom Radio im Auto. Vom Fernsehen. Ich flüchte mit Hörspiel im Kopfhörer vor meinen Gedanken. Wir werden immer beschäftigt gehalten mit 8 Stunden Arbeit, danach Freizeitstress. Nur ja die Gedanken übertönen. Die könnten uns ja auf etwas hinweisen, was nicht stimmt. Das könnte weh tun. Lieber gar nicht erst dran denken.

 

Wir haben unerreichbare Ansprüche an unser Glück

Wir wollen ständig glücklich sein. Aber wie ich schon sagte, gibt es eben auch immer wieder Tage, die einfach nur so sind wie sie sind. Und so grübeln wir oder setzen uns hohe Ziele, die in der Zukunft liegen, und die uns hier und jetzt unzufrieden machen, weil wir sie noch nicht erreicht habe.

Und wir verlassen uns immer noch auf andere, dass sie uns glücklich machen.

Ja wenn erst der Liebste wieder Zeit für mich hat. (Oder wenn ich erstmal einen Partner gefunden habe …) Wenn endlich unser Balkon fertig ist, dann wird es mir gut gehen, dann kann ich mich richtig entspannen. Wenn endlich Urlaub ist, dann kann ich mal was für mich tun. Wenn ich endlich schlank bin, dann werde ich mich selbst lieben und zufrieden mit mir sein. Wenn ich endlich mehr Geld verdiene, dann kann ich reisen, und dann ist alles gut.

Aber: Wir nehmen uns ja überall hin mit.

Und glaube mir, auch auf dem Balkon oder in der Hängematte am Strand wirst du wieder einen Grund finden, nicht ganz zufrieden zu sein.

Wir lernen also besser, uns selbst gut leiden zu können. Jetzt schon. Sonst wird jede Stunde mit uns selbst zur Qual. Wir laufen vor uns selbst davon. Oder versuchen es. Denn in Wirklichkeit geht das natürlich nicht.

Also schauen wir der Wahrheit ins Auge und betrachten die Einsamkeit mal nüchtern.

Frag dich mal ehrlich: Bin ich wirklich so allein?

Ich glaube, in Wirklichkeit sind wir mit ganz anderen Dingen unzufrieden, und dieses Einsamkeitsgefühl ist nur das Symptom – eins, das so nicht mal stimmt, wenn man dem mal genauer auf den Grund geht. Denn: Ich jedenfalls bin gar nicht allein.

Ich wohne in einer WG mit 2 anderen jungen Leuten. Sie sind sogar beide gerade hier. Nur hockt jeder von uns in seinem Zimmer und ist mit sich selbst beschäftigt.

Ich könnte auch jederzeit meine Freundinnen anrufen, aber ich tu’s nicht.

Stattdessen tue ich mir nur selbst leid und schwelge darin.

Sicher hast du auch Menschen, zu denen du jederzeit eine Hand ausstrecken könntest.

Woran wir meist nicht denken: Zuallererst dich selbst.

Also sehen wir das Positive und machen mal ein Date mit uns selbst.

Ich habe durchaus Hobbies neben dem Schatz und der Arbeit. Ukulele spielen, Yoga machen, in Chören singen.

Such dir den nächsten Schundroman und schmachte.

Oder werde aktiv! Tu dir selbst was Liebes.

Wir brauchen dazu doch nicht den Mann. Im Gegenteil, manches geht alleine viel entspannter:

Füllen wir den freien Raum mit ein paar angenehmen Dingen. Was mache ich denn heute noch Schönes?

Einen Apfel frühstücken.
 Mir dann einen Kaffee machen und gucken, wie es den Tomaten, Chilis & Co. auf dem Balkon geht.
 Vielleicht ein bisschen draußen auf dem noch schattigen Balkon entspannen. 
Und dann ein Bad nehmen.
 Vielleicht das Fotobuch beenden? Das braucht viel Zeit und Ruhe.

Ich weiß! Ich gärtnere. Hab eben endlich mein Salatstiegenprojekt umgesetzt, überall Radieschensamen in die Erde gebettet und die Gemüsepaprika ausgedünnt.

Und zur Feier nachher werde ich heute mein neues langes Kleid tragen.

Es gibt viele schöne Sachen, die du mit dir alleine machen kannst. Tu dir was Liebes.

Du selbst kannst immer für dich da sein

Erfahrungsgemäß sind die Momente kurz vor dem Abschied vom Schatz und die kurz danach am schlimmsten. Danach – mit der Rückbesinnung auf andere Beschäftigungsmöglichkeiten – tritt der Gedanke an die vorübergehende Trennung in den Hintergrund, und der Tag kann noch richtig schön werden.

Hab einen ganz wunderbaren Tag heute.

 

Mit etwas Übung wirst du mehr und mehr genießen, Zeit mit dir zu verbringen

Wende diese drei einfachen Strategien an, um weniger zu tun und sofort mehr Zeit für dich selbst zu finden:

Bevor ich 2008 tatsächlich meine Stelle aufgab, habe ich sehr gründliche Inventur zu meinen eigentlichen Lebensvorstellungen gemacht. Hier sind die 3 Dinge, die ich damals verändert habe, um aus meiner krank machenden Arbeit und Lebensweise heraus zu kommen:

Deine Adresse ist bei mir sicher. Kein Spam.

3-wege-aus-der-krise-neues-cover

ganzichselbst. einfach leben.


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About The Author

Sandra

Sandra, *1976, schreibt auf ihrem Blog über das einfache, selbstbestimmte Leben und Arbeiten. Ich bin überzeugt davon, dass auch du dir das Leben aufbauen kannst, das du dir erträumst. Und zwar, ohne dich dafür tot zu schuften.

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