So, also im Real Life bin ich inzwischen nicht mehr Minimalistin.

Aber wie ist das im Internet?

Ich verbringe eigentlich den ganzen Tag vor dem Computer.

Oder hab das bis vor einigen Wochen.

Ich arbeite daran, dass es bedeutend weniger wird, denn ich will mein Leben bewusst verbringen. Und das tat ich damals nicht mehr.

Aber wieso war das überhaupt ein Problem?

Die Zeit verflog – mein Leben zog an mir vorbei

Abends blickte ich auf – und schon wieder war ein Tag rum, ohne dass ich viel davon gemerkt hätte. Meine ganze wache Zeit hatte ich ja in meinem Kopf verbracht, vor dem Computer.

Ich wollte wieder mehr … leben!

Ich war nicht bei mir. Bei meinem Hund. Hier.

Internet kann unzufrieden machen

Wenn ich zu lange auf Pinterest war, oder Shoppingseiten oder perfekt kuratierten Instagramprofilen, wurde ich unzufrieden, weil die anderen offenbar ein besseres Leben hatten. Oder Dinge, die ich alle auch haben will.

Internetmeldungen können deprimieren

Ich war zwar so gut wie nie auf Klatschseiten, aber wenn, dann zogen sie mich ganz schön runter. Oder gewisse Profile auf Facebook. Von Tierleid. Von Kriminalität. Und natürlich Verschwörungstheorien.

Ich kann solche Sachen nicht ungefiltert an mich ran lassen. Niemand sollte das. Das macht was mit uns.

Die Sucht nach den Likes

Auf allen Seiten kriegen wir Bestätigung. Herzen, Likes, bestenfalls wohlwollende Kommentare. Und leiden, wenn diese ausbleiben. Als bei mir wenig zurück kam, fühlte ich mich leer, erschöpft. Hatte alles gesagt. Hundert Mal. Und hatte das Gefühl, niemanden interessiert’s.

Wir suchen ständig Erfolgserlebnisse und kriegen sie doch nie

Jede neue Seite, jeder neue Klick verspricht uns jetzt endlich den Erfolg. Die Lösung, die wir suchen.

Und wir werden immer unzufriedener.

Denn am Ende des Tages – und das kommt, wie gesagt, zu schnell – haben wir nichts wirklich geschafft. Nichts erschaffen.

Nichts in der Hand.

Nichts erlebt.

Da ist sie wieder, die Spirale der Unzufriedenheit.

 

Was tue ich eigentlich den ganzen Tag vor den Bildschirmen von Laptop und Smartphone?

Ich lass mich vom Handy mit Möwengeschrei und Zeitansage wecken. Ginge mit einem Wecker auch. Eigentlich brauch ich nicht mal einen. Arbeite ja frei.

Dann geh ich mit Nikita raus und nehme mein Telefon gar nicht mit, weil ich bewusst bei ihr sein will, und Multitasking eh nicht gut kann. Könnte mir „für Notfälle“ ein Klapphandy zulegen …

Dann ist Arbeitszeit. Als Onlinementorin (für Neuanfang bei Burnout & für einfaches Leben)

  • schreibe ich in meinem Blog,
  • arbeite an meinen Webseiten,
  • erstelle den Liebesbrief und andere Mails,
  • erstelle meine Onlineprogramme,
  • bin in meiner Facebook-Gruppe für Frauen mit Burnout
  • und mach Marketing in Facebook und Instagram.

Dazu brauche ich wohl weiterhin das Internet. Ich nutz das nicht gern auf dem Handy, aber am Laptop.

Ich höre auch viele Sachbücher zur Inspiration und Motivation auf Audible.

In dieser Zeit schläft mein Hund übrigens. Da muss ich ihretwegen kein schlechtes Gewissen haben.

Gelegentlich bekomme ich Emails, die ich abends (nicht mal täglich) am Computer abrufe.

Ich bin mit meiner Familie und ein paar Freunden sowie mit Schatz per WhatsApp und Telegram in Kontakt. Ginge auch per SMS, würde aber Geld kosten. Und Email wäre unpraktischer. (Wirklich?)

Dann geh ich wieder mit Nikita spazieren. Ohne Bildschirme.

Zum Feierabend lese ich zur Unterhaltung die Twitterperlen, schaue mir die Insta-Stories einiger Leute an, gucke, ob es neue Vlogs einiger youtuber gibt, die ich mag und schau in die Facebook-Gruppen über Havaneserhunde und Aquarien.

Nikita schläft jetzt wieder.

Ich hab einen Netflix-Zugang, guck da aber unter der Woche wenig. Am Wochenende mit Schatz gemeinsam mehr.

Manchmal bestelle ich Dinge online, z. B. monatlich Nikitas Hundefutter.

Dann nochmal mit Nikita raus. Und dann ins Bett. Wo ich zum Einschlafen ein Hörbuch auf youtube oder Netflix höre.

Na ja, ist schon ’ne Menge Bildschirmzeit. Ganz wird sie sich nicht abschaffen lassen, und das will ich auch gar nicht. Ich nutze Internet als mein Werkzeug für die Arbeit und zur Unterhaltung.

Aber es ist sehr hilfreich und gesund, Bildschirmzeiten einzuschränken und sich bewusst zu machen, wie und wozu wir die Geräte nutzen.

Nicht nur unsere für die Kinder sind solche Regeln wichtig.

Abstinenz fällt mir leichter, wenn ich noch gar nicht begonnen hab

Nicht anfangen ist leichter, als wieder aufhören.

 

Indem ich den Tag offline starte.

Ich geh ja immer mit dem Hund raus und schaue bewusst vorher nicht in Instagramstories und Co.

Dann wird der Hund gefüttert, ich mache mir meinen Kaffee.

Und beginne den Arbeitstag jetzt anders:

Ich klappe nicht mehr sofort den Rechner auf und suche mir was zu tun.

Indem ich jetzt jeden Morgen erstmal in mich hineinspüre, was ich wirklich grad tun will.

 

Indem ich nicht mehr von vormittags bis abends am Computer sitze

Was im Homeoffice mit dem eigenen Onlineunternehmen natürlich … schwierig wird. Oder nicht?

Indem ich nicht mehr von mir erwarte, dass ich von morgens bis abends (online und überhaupt) arbeiten muss. Muss man im Büro doch auch nicht.

Ja, ich arbeite von Zuhause aus.

Ja, ich hab immer viele Ideen und bin begeistert von meinem Thema.

Und doch kann ich mir eine Menge meines Werbe-„Geschreis“ sparen.

 

So schafft man offline viel mehr!

In den letzten Wochen hab ich außerdem

  • mehrere Aquarien abgebaut.
  • Mehr Zimmerpflanzen angeschafft und gehätschelt.
  • Wieder längere Spaziergänge mit Nikita gemacht – mehrmals am Tag sogar.
  • Schränke organisiert.
  • Mein Zimmer umgeräumt.
  • Die Küche verschönert.
  • Roadtrips mit Schatz gemacht.
  • In meinem Planer geschrieben. (Ein A4-großes Buch. Mit richtigen Stiften!)
  • Offline am Computer an meinen Programmen gearbeitet. Die Arbeit, die wirklich zählt!
  • Wieder Romane gelesen!
  • Hörbücher gehört.

Wie viel Inspiration dadurch kommt!!

Es fällt mir trotzdem noch schwer, meine Gedanken zuzulassen ohne Ablenkung. Einfach mal abzuwarten, was ich eigentlich jetzt gern tun würde …

 

Ich arbeite auch, wenn ich nicht online bin.

Denken, planen, Ideen ausprobieren, und zwar offline – das gehört genau so dazu zu meiner Arbeit. Zusammenhänge oder der Feinschliff für meine Blogposts – die kommen mir ganz häufig bei meinen Spaziergängen mit Nikita.

Und ich darf auch mal nicht erreichbar sein.

Glücklicherweise erwartet in meinem Bekanntenkreis auch niemand eine sofortige Antwort – nicht mal bei WhatsApp oder Telegram.

 


 

Internet ist nützlich. Es verbindet uns mit Menschen, die wir ohne nie getroffen hätten. Wir finden schnell alle Informationen, die wir suchen. Es unterhält uns.

Aber: Es macht uns abhängig, wenn wir nicht aufpassen.

Smartphone und Social Media sind hier „die Bösen“

Die uns abhängig machen.

Ich weiß, dass ich mich hier selbst beschränken muss. Dass ich besser gar nicht erst anfange. Bzw. erst später anfange – das Gerät zur Hand nehme.

Ich hab deshalb schon, seit ich Smartphones besitze, einige Regeln dafür:

 

Unterwegs hab ich kein Internet

Ich hab das WLAN-Passwort bei Schatz, meiner Schwester, meinen Eltern.

Ich habe keinen mobilen Datenvertrag für mein Telefon. Bei meiner Schwiegermutter z. B. hab ich kein Internet, weil sie kein WLAN hat.

Und ich mach Internet-Dinge sowieso lieber am Computer. Selbst für Telegram und WhatsApp hab ich Computeranwendungen, mit denen ich leichter schreiben kann.

Aber eben nur, wenn ich den Computer an hab.

 

Deshalb habe und brauche ich auch nicht so viele Apps auf meinem Handy

Leider sind viel zuviele Apps vorinstalliert, bei denen man sich als Laie auch nicht traut, sie zu löschen.

Aber ich hab sie in einen Ordner unter „Ferner liefen“ verschoben, um sie nicht ständig zu sehen. Facebook, Email z. B. benutze ich am Handy gar nicht. Weil ich es unpraktisch zu handhaben finde. Und mich auch einfach gar nicht erst dran gewöhnen will, um mal Off-Zeiten zu haben.

Ich hab folgende Apps selbst installiert, die ich regelmäßig nutze:

  • einen Dateimanager und Dropbox, um Fotos und Videos auf den Computer zu übertragen
  • eine Notizen-App (Google Keep)
  • meinen Regelkalender (Woman Log Pro)
  • Youtube und Audible für Hörbücher und einen Sleep Timer, der die App nach bestimmter Zeit ausschaltet
  • WhatsApp und Telegram (2 Dienste, weil Teile der Familie diesen und Teile der Familie jenen Dienst nutzen, seufz)
  • Spotify

Benachrichtigungsfunktionen, Popups hab ich weitestgehend ausgeschaltet.

 

Wenn ich mich mit Familie oder Schatz treffe, gucke ich nicht auf’s Handy.

Internet-Updates bekomme ich ja sowieso nicht angezeigt. Auch keine neuen Emails.

 

Wenn ich mit dem Hund Gassi gehe, gucke ich nicht auf’s Handy und telefoniere auch nicht

Meine Zeit möchte ich meinem Hund widmen. Sie ist eh nur viel zu wenige Jahre in meinem Leben.

 

Ich suche mir meine Informationen selbst

Gerade diese ganzen Corona-Infos: Ich lass mir nicht jeden Tag (mehrmals) die aktuellen Zahlen erzählen. Denn ich höre kein Radio und schaue kein Fernsehen. Ich lese nicht mal jeden Tag nach. Und hab alle Leute oder Profile entfolgt, die dauernd darüber schreiben.

Wenn es wieder eine Konferenz gab, bei der neue Regelungen beschlossen worden sein könnten, schau ich mir einen kurzen paar-minütigen Beitrag auf youtube an, der von der Welt oder der Tagesschau reingestellt wurde. Wohl verlässlichen und nicht reißerischen Quellen.

 

Meine Emails rufe ich selbst ab und lass mich dazu nicht benachrichtigen

Also am Computer. Auf dem Handy mag ich das eh nicht.

Der Benachrichtigungston würde mich nur aus meiner Konzentration holen. Deshalb ist das Emailprogramm ausgeschaltet, bis ich dafür bereit bin.

 

Aber ich hab ein Onlineunternehmen – ich muss doch Marketing machen und Kunden finden!

Seh ich auch so. Ich poste Postings in Instagram, die natürlich dem Aufmerksam-Machen auf meine Arbeit dienen sollen, nur noch 1 x am Tag. Meine Statistiken sagen mir, dass 18 Uhr die Zeit ist, an der die meisten meiner Interessentinnen reinschauen.

Ich programmiere meine Meldungen also auf gegen 18 Uhr vor. Immer, wenn ich auch was zu sagen habe, bereite ich gleich mehrere vor und teile die dann auf mehrere Meldungen auf, um nicht zuviel zu werden. Und nicht zu oft damit arbeiten zu müssen.

 

Ich lese nur bei den paar Menschen, bei denen ich lesen will

Ich hab so viele Profile wieder entfolgt.

Facebook-Freunde hab ich grad 31. Und nehme Anfragen nur von den Menschen an, die ich irgendwie „kenne“ – aus anderen Gruppen oder privat.

Instagrammer, denen ich folge: 55.

Ich dünne immer wieder die Gruppen aus, in die ich mal eingetreten bin.

Und melde mich bei Newslettern ab.

 

Ich füttere die Sozialen Medien nicht

Alles, was wir in Social Media-Profilen posten, gehört denen.

Ich blogge seit 2008. Und hab glücklicherweise damit auch nie aufgehört.

Mein Blog gehört mir.

Ich schreibe wieder mehr Blogartikel. Und verlinke die dann eben nur noch in den Sozialen Medien.

Sollte einer dieser Social Media-Dienste eingestampft werden, wie es ja schon Google+ passierte, gehen mir meine Beiträge nicht verloren. Und ich bin für meine Leserinnen nicht einfach verschwunden und nicht mehr kontaktierbar.

Wer weiß, wo sie mein Blog findet, wird auch mich und meine Arbeit weiterhin finden.

Und, wie gesagt:

 

Ich starte den Tag offline

Und ich beende den Tag offline

Ich entscheide mich inzwischen bewusster, wann ich meinen Laptop anschalte, und wofür.


Wie geht es dir mit dem Internet? Fühlst du, dass es eigentlich zuviel ist? Erschöpft es dich, oder nährt es dich? Wie handhabst du deine Internetzeiten?

Hier kannst du mit mir in Kontakt treten. Bitte denke dran, nett zu bleiben. Hier lesen und schreiben Menschen wie du.