Mein Lieblingsmittel bei Depression, Übergewicht, Migräne

Seit sie hier ist habe ich 10 Kilo abgenommen, war nicht mehr erkältet, hatte keine Migräneanfälle mehr, habe weniger PMS-Probleme, bin aktiver, lebensfroher und schlafe besser: Meine Hündin Nikita.

Ein Hund und das einfache, faule und unabhängige Leben – passt das zusammen? Ich finde, es passt sehr gut.


Es war höchste Zeit, und sicher hast du schon längst so einen Artikel erwartet :)

Denn mein neuer Lebensmittelpunkt seit April 2017 ist Nikita.

Nikita ist ein Havaneser-Yorkie-Mix (vermute ich). Sie wird im März 3 Jahre alt. Ich habe sie von einem Tierschutzverein adoptiert, der sie in Spanien aus einer Tötungsstation gerettet hat.

Sie ist 30 cm hoch und wiegt 5 Kilo, und während ich diesen Artikel zu schreiben versuche drängt sie sich immer wieder unter meine Hände, damit ich sie kraule.

Sie ist die Liebe meines Lebens, und ich kann gar nicht aufhören davon zu schwärmen, wie rundum gut sie mir tut!

Mit einem Hund kannst du ein bewussterer und liebevollerer Mensch werden

Mit einem Hund lernst du so viel. Über dich. Über deine Ausstrahlung und Wirkung, denn du lernst, bestimmter aufzutreten und Entscheidungen zu treffen.

Du hast jeden Tag viel zu lachen.

Du gibst so viel Liebe. Du hast jemanden, der dich braucht und der sich freut, dass du da bist. Ein Hund gibt so viel Liebe. Für mich gibt es nichts Schöneres, als wenn Nikita zu mir kommt und sich an mich kuschelt.

Es ist auch so schön zu sehen, wie sie andere zu liebevolleren Menschen macht. So oft werde ich von fremden Menschen angestrahlt – bzw. wird mein Hund es. Sie bringt die Bewohner des Altersheimes nebenan zum Lächeln. Und manchmal auch zum Erzählen. Man spricht mit wildfremden Menschen auf der Straße. Neulich hat mir die Bäckersfrau Bilder des Labradors ihres Sohnes im Schnee gezeigt. So ganz selbstverständlich.

Aber ich bin zu faul für einen Hund

Ich auch :)

Ich bin gern ein Stubenhocker. Dazu noch introvertiert. Und besessen von meinem Business, das ich am Computer ausüben kann. Meine Mitbewohner haben mich früher manchmal tagelang kaum zu Gesicht bekommen.

Bei mir wurde eine Depression attestiert. Ich bin schüchtern und leicht erschöpfbar, was große Menschenmengen oder fremde Menschen angeht.

Ein Hund gibt einem einen guten Grund, morgens aufzustehen und weiterzumachen.

Ein Hund „zwingt“ einen, raus an die Luft zu gehen. Und wenn es nur für kurz ist. Ich hab auch nicht immer Lust oder Kraft. Aber man muss ja, und wenn ich erstmal draußen bin, dann ist es doch meistens so schön, dass ich spontan die Runde verlängere.

Mein Hund muss keine 30 km am Tag rennen, und doch – solche Hunde gibt es. Ich habe mir extra einen Hund ausgesucht, der es ruhiger verträgt. In Frage kommen bestimmte Rassen, oder man nimmt einen schon etwas älteren Hund, der nicht mehr so viel tobt und rennt.

Ein Hund entschleunigt

Ein Hund schläft bis zu 20 Stunden am Tag. Hunde müssen nicht jeden Tag stundenlang Action, Trainings oder Radwanderungen haben. Genau so brauchen sie sehr viel Ruhe und stressfreie, möglichst leinenfreie Schnüffelspaziergänge ohne jede Verpflichtung.

Für jeden aufregenden oder stressigen Tag braucht ein Hund 2 bis 7 Tage, um wieder auf’s Normallevel runter zu kommen. (So wie wir auch ;))

Wir gehen inzwischen so 3 mal die Woche für 2 Stunden wandern (meist am Wochenende, bei Tageslicht und mit den Mitbewohnerinnen – der zwei- und der vierbeinigen). Und dazwischen schlumpern Nikita und ich auch sehr viel auf immer wieder anderen Pfaden durch die angrenzenden Höfe, über die Wiesen oder an der Elbe entlang.

Dabei hängen wir unseren Gedanken nach, sie schnüffelt sich an Spuren entlang oder scheucht Vogelschwärme auf, wir halten Schwätzchen mit anderen Hundehaltern, denen wir begegnen und mit ihren Hunden.

Oder ich nehme sie auch mal mit auf eine Besorgung – in den Copyshop, in den Zooladen, irgendwohin zu Besuch …. Auch das ist Abwechslung, und mehr braucht es meist auch gar nicht.

Mein Leben ist mit Nikita sehr viel aktiver geworden, aber nicht so, dass es mich erschöpfen würde. Ich denke eher, dass es mir zusätzliche Energie bringt. Ich höre immer in mich hinein und schaue, was gerade machbar ist. Aber ich bin sehr viel mehr an der frischen Luft, was mir gut tut und mich gesünder macht.

Ich hätte nie gedacht, dass ich mal jeden Tag 3 Stunden spazieren gehen würde! Früher waren Spaziergänge so langweilig für mich, und ich dachte auch, ich hätte niemals die Zeit dafür. Aber unsere täglichen 3 – 4 Stunden verteilen sich auf 3 Gassigänge und sind schnell erreicht, und ich kann dabei sogar „arbeiten“ (in Form von denken und planen) – sie sind also absolute Bereicherung in meinem Alltag. Sie entspannen mich und meinen Hund und tun uns so gut.

Man trifft ganz leicht andere Hundehalter, und mit denen kann man sich auch künftig verabreden, damit die Spaziergänge abwechslungsreicher werden. Seit meine Mitbewohnerin ihre Hündin hat, die Flora, und seitdem ich Nikita habe, haben wir immer sehr viel zu erzählen und zu unternehmen. Und das ist so schön!

 

Ein Hund kostet doch so viel

Es kommt darauf an. Es muss nicht so sein.

Anschaffung

Ein reinrassiger Welpe kostet beim Züchter schon mal 1.000 bis 1.600€, das ist wahr. Aber man hat ja Alternativen. Ich habe Nikita aus dem Tierschutz, da zahlt man sowohl in heimischen Tierheimen als auch bei Adoption aus dem Ausland nur rund 200 bis 400€ Schutzgebühr für die erfolgten Impfungen usw.

Und hier im Zerg-Portal, wo ich sie gefunden habe, gibt es eine riesige Auswahl an Hunden, da findet jeder den Süßen oder die Süße, die er sich wünscht. Rasse oder Mix.

So sah Nikita aus, als sie gerettet wurde – mein kleener Hippie:

Körbchen | Zubehör | Transport

Dann kann man sich auch für einen kleineren Hund entscheiden, der weniger Futter braucht, ein kleineres Hundebett.

Überhaupt – ich habe für die Ausstattung nicht allzu viel Geld ausgegeben. Ich habe kein Hundekörbchen gekauft, sondern ihr ein Kopfkissen gegeben, dessen Bezug ich sogar wechseln und einfach waschen kann. Darauf liegt sie tagsüber gern oder balgt sich mit ihrer Hunde-Mitbewohnerin Flora. Nachts schläft sie eh mit in meinem Bett :)

Und Hundekörbchen müssen auch nicht 50€ kosten. Discounter haben fast jede Woche welche für um die 10€ im Angebot.

Futter- und Trinknapf (wenige Euro, Müslischalen oder aus dem Euroshop geht auch), ein Geschirr oder Halsband, eine Führleine (meine kostete um die 8€), für’s Auto eine Transportbox oder -tasche – das war’s eigentlich.

Nikita hat auch eine Winterjacke, aber jetzt merken wir doch, dass ich sie ihr kaum anziehe, denn bis 0°C friert sie nicht.

Früher kamen die Hunde auch ohne allzuviel Schnickschnack aus und wurden 15 Jahre alt. Das meiste schicke Zubehör ist doch eher für die Halterin, geben wir es doch zu ;)

Pflege

Auch bei den Pflegeprodukten wird viel Geld gemacht, und nur wenig ist wirklich nötig. Hundeshampoo reicht ewig. So oft muss ein Hund nicht gebadet werden.

Langhaarige Hunde wie meine Nikita, die nicht von selbst die Unterwolle verlieren, müssen täglich gekämmt oder gebürstet werden. Da gibt es teure Hundebürsten, -kämme, -harken und -schermaschinen. Aber mir haben mehrere Hundefriseurinnen den Tipp gegeben, und das hat sich auch in meiner Erfahrung bestätigt: Am besten kämmt sich’s mit einem Kamm für Menschen, den ich billig in der Drogerie oder dem Euroshop gekauft habe.

Damit hab ich das beste Gefühl dafür, ob ich gleich ziepe, ich komme bis auf die Haut durch und entfitze so gut wie jeden Knoten.

Dazu benutze ich noch eine gebogene Nagelschere zum Beschnippeln von Ponyhaaren oder Härchen zwischen den Pfotenballen. Oder zum Aufschneiden von beginnenden Filzknötchen.

Edit: Meine Eltern haben mir zu Weihnachten eine Schermaschine für Hunde geschenkt. Die ist super: Schön leise, leicht zu handhaben, und man verletzt den Hund nicht. Sie ist meiner Meinung nach auch für Fußsohlenhärchen etc. effektiver als eine Schere. Und sie hat im Versandhandel 20 oder 30€ gekostet.

Und eine Pinzette zum Entfernen einer Zecke. Alles nicht wirklich teuer bzw. vermutlich schon in deinem Haushalt vorhanden.

Und wenn du mal zum Profi willst, um Grund in den Hund zu bringen, dann bist du mit 20 bis 50€ dabei. Und du musst ja nicht alle paar Wochen wieder gehen, wenn du selbst dann gut weiter pflegst.

Spielzeug

An Spielzeug braucht es ebenfalls nicht viel. Das Zerrtau ist eins ihrer Lieblingsspielies, und das kann man entweder selber flechten, wie das, was ihr ihre Tante Stef zu Weihnachten geschenkt hat, oder kauft es im Pfennigladen für um die 2€.

Dann haben sie gerne noch was zum Nagen. Markknochen aus dem Zooladen kosten nur wenige Euro. Ein Geweihstück ist teurer, aber es hält sehr sehr lange.

Nikita ist selten glücklicher, als wenn sie mit einem gefundenen Kaffeebecher oder Stöckchen über die Wiesen tollen kann.

Futter

Beim Futter selbst sind die Discounter- oder Dosensorten, die man üblicherweise aus der Werbung kennt, nur auf den ersten Blick preisgünstig. Von einer großen 800g-Dose Pedigree oder Chappi würde mein 5-Kilo-Hundchen täglich eine halbe Dose fressen, wohingegen sie von dem erstmal teureren Biofutter, das sie von mir kriegt, von einer 400g-Dose 3 Tage lang isst.

Das liegt daran, dass in unseren Dosen kein Getreide und andere minderwertige Füllstoffe enthalten sind, die nicht nähren oder satt machen, sondern nur die Portion vergrößern. Die Biodosen, die ich verfüttere, bestehen zu 50 bis 70% aus Fleisch (bekanntere Marken haben oft nur um die 20%). Der Rest sind Fleischbrühe, eine hochwertige pflanzliche Beilage wie Hirse, Haferflocken, Reis, Nudeln oder Kartoffeln. Und ein paar Beeren und Kräuter.

Wenn du deinen Hund besonders ausgewogen, auch mit Obst, Gemüse und Kräutern, ernähren willst: Wir geben unseren Hunden einen Löffel Babybrei mit in den Napf – entweder eine Gemüse- oder eine Obstmischung. Die Gläschen kosten auch nur wenige Cent und reichen für mehrere Tage.

Und an Kräutern kriegen sie viele über’s Futter gestreut, die wir ohnehin in der Küche haben: Thymian, Ingwer, Kurkuma, Basilikum … Und Kokosraspeln. Aus der Backzubehörabteilung. Kosten 80 Cent und reichen eeewig.

An Leckerli liebt Nikita Harzer Stinkerkäse, und der ist ein Pfennigartikel. Und die Bitties, für die sie so diszipliniert ist wie nie, haben auch ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis.

Tierarzt und Vorsorge

Die Hundesteuer ist von Ort zu Ort verschieden. Plane mal bis zu 100€ pro Jahr ein. Das ist ein Betrag, der, auf den Monat gerechnet, schon machbar ist.

Was wirklich schnell teuer werden kann, ist eine Verletzung, Operation oder Erb- oder Alterserkrankung deines Hundes. Das ist ein Punkt, der mir auch am Anfang ziemliche Übelkeit verursacht hat.

Da empfiehlt es sich, entweder ein eigenes Sparkonto für diese Ausgaben einzurichten und monatlich darauf einzuzahlen, damit das Geld parat ist, falls es gebraucht wird. Oder eine Hundekrankenversicherung abzuschließen. Insbesondere, wenn du mal nicht eben ein paar tausend Euro für eine OP samt Röntgen, Ultraschall und Nachsorge flüssig machen kannst.

Und hier noch mein Lieblingstipp: So kleine Hunde wie Nikita leiden häufiger an Patellaluxation – dem Herausspringen der Kniescheibe. Bevor du die teure Operation ins Auge fasst: Ich habe sehr gute Erfahrungen mit purem Grünlippmuschelpulver gemacht. Täglich über das Futter gestreut. Die Dose ist erstmal sehr teuer (achte auf 100%iges Muschelpulver), aber sie reicht für viele Monate, und Nikita ist damit – toi toi toi – seit vielen Monaten beschwerdefrei.

Pro-Tipp: Schau bei Nahrungsergänzungsmitteln für Pferde nach Grünlippmuschelpulver. Da bekommst du größere Dosen zu einem noch günstigeren Preis.

Ich muss mein Business aufbauen – ich habe keine Zeit für einen Hund.

Das ist doch der perfekte Tagesablauf für einen Hund! Du bist viel Zuhause bei ihm, oder du nimmst ihn mit in Laden oder Büro.

Wie gesagt, er verschläft oder döst viele Stunden am Tag, besonders nach dem Fressen und nach Spaziergängen. Und zwischendrin verschafft er dir die nötigen Denk- und Erholungspausen und bringt dich mal raus.

Mir kommen oft die besten Ideen, ich sehe die größeren Zusammenhänge sehr oft, wenn ich mit Nikita an der Elbe bin.

So ein Hundchen ist ein prima Eisbrecher. Man hat immer was zu reden. Einen kleinen Hund kannst du in dein Geschäft oder Büro oder zu den Kunden mitnehmen. Jeder liebt meine Nikita. So viele Leute säuseln und lächeln uns an, wenn wir sie treffen. Sicher werden viele nur wegen deines Hundes immer wieder gern in dein Geschäft kommen.

Als ich Kind war hatte unser Optiker einen Collie. Keine Frage, dass wir immer begeistert zu ihm gegangen sind.

Wie du dir ein Business aufbaust, das sich deinen Lebensumständen anpasst, habe ich in meinen Büchern für angehende #Freuberufler Schritt für Schritt beschrieben:

Mit einem Hund ist man so gebunden

Dein Hund lebt bis zu 17 Jahre. Dessen muss man sich tatsächlich bewusst sein. Aber man ist nur so gebunden, wie man glaubt. Es gibt immer einen Weg. Finde ich.

Ich war im Sommer im Urlaub. Am Meer. Wir waren an der Ostsee, und auf den Strandpromenaden dort wimmelte es von Hunden und ihren Haltern, die es vorgezogen haben, diese Wochen mit ihrem Liebling zu verbringen und sich zusammen ein schönes Leben zu machen, statt stundenlang irgendwohin zu düsen. (Deine Prioritäten verändern sich auch mit einem Hund.)

Nun, und selbst wenn du im Winter der Kälte entfliehen willst: Es gibt immer Freunde, Bekannte (andere Hundehalter, die du auf den Gassirunden kennen lernst), den Züchter oder die Pflegestelle, von der dein Hund kam, Eltern, Geschwister, erwachsene Kinder, Nachbarn und Hundepensionen. Möglicherweise bieten sie ein paar Tage Urlaubsbetreuung an. Am besten sprichst du vor der Anschaffung des Hundes schon solche Eventualitäten mit den passenden Leuten ab.

Nachbarn können sich auch einen Hund „teilen“ – auch von solchen Arrangements habe ich schon gehört. Und ich finde, in jedem Altersheim sollte es ein paar Hunde geben, um die sich die Bewohner einer Etage oder so gemeinsam kümmern.

Ich würde so gern, aber ich weiß nicht, ob ich das schaffe

Es ist sehr klug von dir, dies zu bedenken.

Wenn es dein großer Wunsch ist, dann kannst du dir ja erstmal einen Hund leihen, mit dem du mal probewohnen kannst. Du kannst dich z. B. per Kleinanzeige als Hundebetreuer für ein Wochenende zur Verfügung stellen. Du kannst dir einen Hund von Bekannten ausleihen. Du kannst im Tierheim in deiner Nähe regelmäßig mit verschiedenen Hunden Gassi gehen und ein Gefühl dafür kriegen, was zu dir passt und wieviel Kraft das kostet.

Ich hatte schon immer Hunde in meinem Leben (wenn auch nie einen eigenen), und ich hab auch „vorgefühlt“:

Ich/mein Partner/mein Kind hat Angst vor Hunden

Das hatten mein Partner und seine Mutter auch.

Schatz wohnt zwar nicht bei mir, aber er hat meinen Hund mit ausgesucht und wurde in alle Vorbereitungen und Planungen mit einbezogen. Er war es sogar, der die Rasse mitbestimmt hat, weil er mal einen Malteser kannte, der ihm keine Angst gemacht hat.

Und Flora und Nikita sind so klein und süß, dass beide die Angst vor ihnen verloren und an ihnen gelernt und erfahren haben, wie der Umgang mit kleinen Hunden so ist. Dass sie nicht riechen, dass sie nicht sofort zubeißen, sondern vorsichtig Hände und Finger „betasten“ und Leckerlis gefühlvoll aus deiner Hand nehmen können. Wie gut es tut, sie zu streicheln. Dass sie sehr liebevoll sind, und wie schön es ist, wenn sie sich an einen kuscheln.

Hunde sind dreckig und stinken

Es hängt von der Rasse, dem Futter und der Pflege ab, ob ein Hund stinkt. Nikita müffelt nicht, außer, wenn sie nass ist (auch wenn sie frisch gebadet und shampooniert ist). Aber gebadet werden muss sie selten.

Und wenn sie mal Mundgeruch hat (weil sie beispielsweise eine Futtersorte mit Fischöl bekommen hat), dann frisst sie täglich einen Kaustick, damit werden die Zähne geputzt, und der Geruch geht super weg.

Wenn sie mal im Schlamm gespielt hat oder Bauch und Beine auf einer feuchten Wiese nass geworden sind, dann trocknet das ganz gut wieder, und Schmutz lässt sich dann rauskämmen. Ich hab eine Tagesdecke auf dem Bett, die schüttele ich einfach aus, wenn es nötig ist. Und stecke sie auch gelegentlich mal in die Waschmaschine.

In einem fremden Auto transportiere ich Nikita in ihrer kleinen Hundetasche. So macht sie auch die Sitze nicht dreckig. Und ich habe ihr abgewöhnt, Leute anzuspringen.

Nikita pupst so gut wie nie. (Auch das hängt sehr von der Art und Verträglichkeit des Futters ab.) Und ihre Häufchen sind ganz klein. Sie ist ja selbst nur klein und isst kleine Portionen – grad mal einen vollen Esslöffel pro Mahlzeit -, und dazu hat sie auch ein super Futter, das fast vollständig verwertet, von dem also kaum was ausgeschieden wird.

Und sie haart auch nicht. Sie verliert mal ein Wattebäuschchen, aber keine losen Haare, die an allem kleben und nicht mehr abgehen. Es gibt viele Rassen, die nicht haaren. (Das sind dann allerdings die, die man täglich kämmen muss.)

Neulich haben wir meine Schwiegermutter besucht. Ihre gesamte Wohnung ist mit Teppichboden ausgelegt – mit hellem Teppichboden. Und es gibt für sie nichts wichtigeres als die Sauberkeit in ihrem Zuhause.

Ich hatte einige Vorkehrungen getroffen: Ich habe mir feuchte Tücher besorgt, mit denen ich nach jedem Gassigehen Nikitas Pfoten abgewischt habe, bevor wir wieder die Wohnung betraten.

Wir hatten eine eigene Kuscheldecke mit, die wir auf’s Sofa legten, wo Nikita sich langmachen konnte. Und ich war mit ihr öfter zum Gassi draußen als ich es Zuhause tun würde, damit auch wirklich nicht in der Aufregung oder vor Freude über all die neuen Leute ein Pfützchen in der Wohnung passiert.

Schwiegermutter war ganz vernarrt in unseren kleinen Teddy. Und sie darf wieder kommen.

 


 

Einen Hund zu haben war so lange mein Lebenstraum. Meine Familie war nicht hundertprozentig der Meinung, dass das das richtige für mich sei. Ich sei zu bequem, hätte nicht die Mittel oder sei zu freiheitsliebend und unabhängig, als dass ich mich über so viele Jahre an diese Verantwortung binden wollte.

Aber ich habe diesen Herzenswunsch ein Jahr lang geprüft. Habe meinen Hund in Gedanken schon auf allen Wegen dabei gehabt und damit quasi „probe gewohnt“. Habe Vereinbarungen getroffen, wo der Hund im Falle einer Krankheit meinerseits, eines Urlaubes oder falls mir etwas zustoßen sollte, bleiben kann. Und habe finanziell vorgesorgt. Und ich hatte ja schon Haustiere vorher.

Ich hatte mir damals auch gesagt: Wenn hier so viele Rentner, die teilweise sogar auf eine Gehhilfe angewiesen sind, das hinkriegen, so einem kleinen Hund gerecht zu werden, dann schaffe ich das wohl auch.

Nikita hat mein bequemes Leben nicht im Mindesten unbequemer gemacht. Im Gegenteil – sie hat mich aktiver, gesünder und glücklicher gemacht.

Man kann es sich auch mit Hund einfach machen, ohne dass einer von beiden zu kurz kommt. Und es muss nicht die Welt kosten, sich diesen Traum zu erfüllen.

Es kommt auf gute Information, Planung und gesunden Menschenverstand an. Dann geht auch einfaches Leben mit Hund.

 


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