Ich bin völlig gesund und habe vor, noch mindestens 4 Jahrzehnte zu leben. (Ich bin 44.)

Aber wer weiß schon, wie es tatsächlich kommt. (Weshalb ich ja auch immer mahne, Lebensträume sobald wie möglich auszuprobieren.)

Aber diese Woche hab ich etwas sehr Wichtiges und Beruhigendes gemacht:

  • Ich hab meine Patientenverfügung formuliert. In der festgehalten ist, wie ich über lebenserhaltende Maßnahmen bei schwerer Krankheit denke.
  • Und meine Bevollmächtigungen für den Fall, dass ich selbst nicht mehr für mich entscheiden kann. (Das betrifft dann gerichtliche Betreuung.)
  • Einen Testamentsentwurf, den ich noch handschriftlich abschreiben muss.
  • Und meine Wünsche, wie ich einmal bestattet werden will. Nämlich in einem FriedWald.

FriedWälder gibt es z. Zt. rund 75 in Deutschland. Einen hier ganz in unserer Nähe. Hier findest du die Infos.

Warum ich das gemacht hab?

💖 Damit nicht meine Angehörigen in ihrem größten Leid auch noch damit belastet sind, entscheiden zu müssen, wie ich es wohl gern gehabt hätte.

💖 Damit auch mein Schatz ein Mitspracherecht hat und Informationen erhalten darf, auch wenn wir nicht verheiratet sind.

💖 Und damit ich die Gewissheit habe, dass in meinem Sinne entschieden wird, wenn ich mich nicht mehr dazu äußern kann.

Ich hab in der Patientenverfügung festgelegt, in welchen Szenarien ich weiterleben möchte und in welchen man die lebensverlängernden Maßnahmen meiner Meinung nach einstellen darf.

Mit der Bevollmächtigung lege ich fest, wer für mich entscheiden darf. Im Fall einer Krankenhausbehandlung, des Lebensendes, aber auch als gerichtlich zu bestellender Betreuer, wenn ich meine finanziellen oder persönlichen Dinge nicht mehr selbst regeln kann und beispielsweise in ein Pflegeheim umziehen soll.

Und mit einem weiteren einfachen Dokument hab ich außerdem festgehalten, wo und wie ich mal bestattet werden möchte.

Wer mir dabei geholfen hat

Ich hab die Webseite Afilio.de dafür genutzt. Hier wurden mir Fragen in Umgangssprache gestellt und bestimmte Szenarien aufgeführt, für die ich festlegen konnte, wie ich dabei gern behandelt werden würde.

Es war wirklich sehr einfach, die Unterlagen zu erstellen.

Es wurde z. B. gefragt, ob ich weiterleben wollte, würde ich im Rollstuhl sitzen. Wenn ich blind werden würde. Wenn ich taub werden würde. Wenn ich gleichzeitig blind und taub sein würde. Wenn ich einen 10-minütigen Herz-Kreislauf-Stillstand erleiden würde. Usw.

Ich wurde auch gefragt, ob ich Spenderorgane akzeptieren würde und ob ich bereit bin, Organe zu spenden. (Ja, bin ich absolut.)

Dann legt man noch die Person oder Personen fest, die Ansprechpartner sein sollen, wenn man selbst nicht mehr in der Lage dazu ist.

Wenn dann alle Fragen beantwortet sind, wird es in juristisches Deutsch übersetzt und in rechtswirksame Form gebracht.

Kostenlos oder gegen einen geringen Betrag kannst du dir das Dokument dann runterladen oder ausgedruckt zuschicken oder in einer Cloud hinterlegen lassen.

Ich hab meine als .pdf heruntergeladen und mir einen Ausdruck schicken lassen. So einfach ist das, ich muss sie nicht mal mehr selbst drucken.

Ich habe heute meine Unterlagen bekommen und werde die nun in den nächsten Wochen mit meinen Bevollmächtigten besprechen und ihnen Kopien aushändigen.

(Vollmachten brauchen sie im Original.)

Ich hab außerdem in meinem Dokumentenordner einen USB-Stick, auf dem ich diverse Dokumente wie

  • o. g. Unterlagen,
  • Anweisungen zur Wohnung (wer die Schlüssel hat usw.),
  • zur Hundeversorgung (auch für den Fall, dass ich mal ins Krankenhaus muss) und
  • Passworte für diverse Onlinedienste und Social Media-Profile gespeichert hab.

Ich finde das gar nicht gruselig.

Sondern sehr beruhigend. Ich kann meinen Angehörigen ein bisschen Last von den Schultern nehmen. Ich weiß aber auch, dass die Menschen, die dann für mich entscheiden, wissen, was ich gern gewollt hätte.

Übrigens hab ich auch einen 1-monatigen Onlinekurs im Angebot, mit dem du diese Vorsorge, aber auch weitere Vorsorge triffst. Alles aufbereitet in Checklisten und Übersichten: Vorratshaltung, falls du mal nicht einkaufen gehen kannst (Beinbruch, Schneesturm …), Notfalltaschen für Klinikaufenthalt. Finanzielle Vorsorge in Form von Sparplänen für unverhoffte Kosten oder für große Wünsche.

Infos zu dem Kurs:

Der Gedanke an meine Wunschbestattung macht mich grad sogar richtig ein bisschen glücklich

Ich finde Friedhöfe abschreckend. Nicht, weil sie den Tod verdeutlichen.

Aber ich finde Grabsteine und steinerne Grabumrandungen furchtbar hässlich. Und übertrieben teuer.

Das will ich nicht für mich und für meine Hinterbliebenen.

Ich finde Trauerreden schlimm, wenn der Redner den Verstorbenen überhaupt nicht kannte.

Ich finde erzwungene schwarze Kleidung und erwartetes Traurigfühlen furchtbar.

Und danach die jahrelange Pflicht, immer wieder zum Grab zu müssen und es zu pflegen.

Ich hab jetzt zwar meine Beerdigungswünsche aufgeschrieben, aber ich habe auch formuliert, dass meine Hinterbliebenen sich die Trauerfeier so gestalten sollen, wie es für sie tröstlich ist.

Ich möchte nicht unnötige 12.000€ für all den hässlichen Kram ausgeben, und ich möchte niemanden verpflichten, sich traurig zu fühlen oder Woche für Woche an mein Grab zu müssen, um meine Bepflanzung ordentlich zu halten.

Ich war immer gern (mit den Hunden) im Wald.

Wald wirkt beruhigend.

Die Bestattung im Wald ist unaufwändig.

Sie kostet nicht so viel. (Unter 1.000€ für Platz, Urne, Beisetzung. Plus evtl. weitere Gebühren.)

Und umweltschonend.

Die Urne ist abbaubar. Die weiße mit dem Gingko finde ich sogar sehr hübsch.

Wie gesagt, hier findest du die Infos über FriedWälder.

Teurer Grabschmuck ist nicht nötig und auch gar nicht erlaubt.

Eine Einbalsamierung mit all den dafür nötigen Chemikalien ist unnötig.

Meine Angehörigen können meinen Baum umarmen, wenn sie das möchten. Sie können einfach still werden, sich ein bisschen von der Natur trösten lassen. Ich schau sehr gern nach oben in eine Baumkrone und fühle mich gleich ruhiger.

Und ich hab mir gewünscht, dass, sollte es in meiner Wohnung dann noch Asche von meinem Hund geben, auch diese mit mir gemeinsam bestattet wird. Ich weiß nicht, ob das möglich ist, aber ich wünsche es mir.

Ich habe keine Angst vor dem Sterben.

Also davor, dass ich selbst sterbe. Davor, dass meine Lieben und mein Hund sterben, schon.

Aber mein eigenes Ende schreckt mich kaum. Nicht, wenn es schon übernächstes Jahr sein sollte, oder wenn ich 80 oder 90 werde.

Ich lebe so, dass ich meine Lebensträume möglichst bald ausprobiere, denn keiner weiß, wie lange das Leben dauert – oder wie lange wir gesund genug sind.

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