Wie du den Minimalismus der Fülle praktisch lebst

Nun ist es fast soweit: Ich besitze nicht mehr viel. Sind es noch 100 Teile?

Ich lebe weiter minimalistisch. In einem 17qm-Zimmer in einer 3-er-WG (mit 2 Frauen und 2 Hündinnen). Mehr als den Platz hier brauche ich auch nicht.

Mein Zimmer ist mein Refugium. Mein rotes Zelt. Meine Höhle. Mein Nest. Mein Retreat zum Energie auftanken.

Seit 1 1/2 Jahren nun lebe ich in diesem kleinen WG-Zimmer.

Inzwischen besitze ich auch den Schaukelstuhl nicht mehr. Und die Teekiste ist zum Verkauf inseriert. Für den Einzug meiner Hündin im Frühjahr 2017 hab ich nochmal gründlich entrümpelt und Platz geschaffen – für uns.

Letzte Woche hätte ich die Chance gehabt, wieder zurück in mein altes, größeres Zimmer zu ziehen, weil es wieder frei wurde, aber ich wollte nicht. Alles, was ich will und brauche, habe ich hier.

Und es ist ruhiger gelegen.

Ich nutze jeden Winkel, jede Lücke ganz geschickt, um meine Sachen zu verstauen. So sieht es noch immer ziemlich minimalistisch aus. Unter meinem Bett z. B. habe ich große Taschen mit den Kleidungsstücken der jeweils gerade nicht aktuellen Jahreszeit.

Ich habe keinen Kleiderschrank.

Ich habe leere Oberflächen.

Ich habe geringe Wohnkosten.

Ich habe alles, was ich brauche, liebe und haben will, um mich.

Und ich habe meine Ruhe.

 

Vom Einzug August 2015:

Ich bin aus meinem 2008 (alle sieben Jahre erneuert sich der Mensch?) bezogenen Dresdner 25qm-WG-Zimmer in das zur selben WG gehörende 17-qm-Zimmer umgezogen.

Ich bin selbst erstaunt, wie schnell dieser Umzug vonstatten ging.

Ich hab mich ein bisschen selbst überrumpelt. Eine spontane Idee, und dann knapp eine Woche später bring ich auch schon – allein – meine Sachen rüber. Kurz und schmerzlos.

Gelebtes Minimalismus-Bootcamp

Ich hatte mal in einem Minimalismus-Bootcamp den Vorschlag gelesen, alle Dinge aus einem Zimmer in einen Lagerraum zu stellen und nur das zurück zu holen, was man wirklich noch verwendet. Dieser Traum, den ich immer sehr verlockend fand, ist nun für mich wahr geworden. Ich hab die Chance ergriffen.


Mein Buch vom Minimalismus der Fülle:

Blick ins Buch


Mein Bettgestell steht noch nebenan, das werde ich wieder verwenden. Ich bin nicht der Typ, der gern auf dem Boden schläft. Aber bei seinem Transport brauche ich dann doch Hilfe.

Ansonsten habe ich alles binnen Stunden allein hier rüber geschafft. Und im Prinzip wird’s so minimalistisch bleiben. Es fühlt sich an wie ein Refugium.

Im vorigen Zimmer hatte ich die Wände dunkelrot und goldgelb gestrichen. Damals brauchte ich die schwere Farbe. In diesem Zimmer genieße ich jetzt das leichte Weiß. (Obwohl ich letzte Woche noch was anderes gesagt hatte.)

Ich schäle weiterhin Schale für Schale meines alten Selbsts ab

Um an meinen Kern zu gelangen.

Ich lasse weiterhin Vergangenheit – nun vor allem die vergangenen sieben Dresdner Jahre – hinter mir und schaue erleichtert in die Zukunft.

Das staubige Alte ist noch nebenan und wird in den nächsten Tagen Stück für Stück entrümpelt, in einigen Fällen auch einem neuen Zweck zugeführt werden (mein riesiges Regal wird künftig als Lager in unserem Ladencafé Dienst tun).

Das neue Zimmer fühlt sich luftig leicht an

Es ist wenig möbliert, hat frisch gestrichene weiße Wände, an denen nichts hängt. Federleichte Gardinen. Hat einen neuen Boden, der sauber und pflegeleicht ist.

Ist abends heller.

Hat grüne Baumkronen vor dem Fenster. Ja, die Straßenbahn hört man auch hier, aber die Klimaanlage schon mal nicht.

Hat kaum noch Oberflächen, auf denen sich Zeug ansammeln kann.

An Gegenständen habe ich hier nur noch meine Ukulele. Mein Häkelzeug. Mein MacBook. Meine Kamera. Zwei Vision Boards, die ich gern rahmen möchte.

Eine Menge Möbel sind gegangen

Gegangen sind mein schwarzer Schreibtisch (ich arbeite lieber in der Küche oder auf dem Balkon, auf dem Bett oder Sofa oder im Laden.)

Mein riesiges, das andere Zimmer dominierende Regal.

Eine Bank.

Die meisten meiner Pflanzen.

Viel Staub.

Ordner.

Ich fühle mich so leicht.


Ich entrümpele mein Leben seit ca. 15 Jahren.

Minimalistischer zu leben war auch der Ausgangspunkt dafür, dass ich erkannt und umgesetzt habe, was ich wirklich im Leben will. Und wie ich es erreiche.

Das Entrümpeln hat mich zu dem zufriedenen Menschen gemacht, der ich heute bin.

Ich gebe wöchentlich mein Minimalismus der Fülle-eZine – den Liebesbrief – kostenlos heraus. Wenn du ihn auch beziehen willst, trage dich einfach unverbindlich hier ein.

 

 

About The Author

Sandra

Sandra, *1976 Ich bin überzeugt davon, dass auch du dir das Leben aufbauen kannst, das du dir erträumst. Und zwar, ohne dich dafür tot zu schuften.

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