Zuende. Richtig schade. Mein erstes Papierbuch seit Jahren! Es hat mir richtig Spaß gemacht. Ich hab’s innerhalb von 2 Tagen durch gehabt.

Ja, bis 2008, als ich täglich 2 x 2 Stunden mit dem Zug zur Arbeit pendelte, las ich pro Woche ein Buch.

In meiner Wintergarten-Loggia in Berlin hatte ich lange Regalbretter mit ungelesenen Büchern. Da hatte ich immer Vorräte.

Auch als ich nach Dresden umgezogen bin, besaß ich noch sehr sehr viele Bücher (2008):

Ich war (und bin, glaub ich) auch seit meiner Kindheit Mitglied in Bibliotheken und liebe es eigentlich, dort „shoppen“ zu gehen.

Der Minimalismus änderte alles

Aber als ich 2008 mein Leben nochmal völlig neu startete und mich dem Minimalismus verschrieb – ich warf alles Überflüssige aus meinem Leben, damals -, verlegte ich mich irgendwie auf reine Sachbücher und Webseiten über alternative und ökologische Lebensweise.

Alles, was ich da noch lesen wollte, musste mich persönlich weiterbringen.

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Bis heute hatte ich keine Geduld mehr mit „sinnnfreiem“ Geplänkel. Mit einfach gestrickten Liebesgeschichten oder historischen Romanen, wie früher. Auch nicht für Zeitschriften.

Eins der wenigen Bücher, die meinen Minimalismus überlebt haben

Hörbücher

Ich bin seit Jahren begeisterte Nutzerin von Audible – Hörbücher liebe ich, ob Sachbücher für tagsüber (vor allem Businessthemen und Persönlichkeitsentwicklung) oder ein paar Lieblingsromane zum Einschlafen, die ich wieder und wieder anmache:

Walter Moers‘ „Schrecksenmeister“, die Marie Sharp-Romane oder natürlich die „Harry Potters“.

Bücher geschrieben habe ich die ganze Zeit, aber tagsüber stundenlang „sinnfrei“ ein Buch zu schmökern, dazu (erlaubte ich mir nicht) fehlte mir die Muße.

Bücher sind gemütlich

Aber letzte Woche stellte ich fest, dass mein Zimmer ungemütlich aussieht, auch, weil ich keine Bücher mehr herumstehen habe.

Als ich vor ein paar Jahren meinen Kindle bekam, habe ich bis auf 6 Bücher oder so alle weggegeben: Meine Ratgeber, meine komplette Stephen King-Sammlung, fast alle Bücher aus meiner Kindheit. Fast alle Reiseführer.

Meine Bücherwand mit Stephen King-Sammlung im ersten WG-Zimmer, ca. 2008

Dabei war es schon ewig mein Traum, mal einen kleinen Second Hand-Bücherladen zu führen.

Mein Traum vom Lesecafé

Als wir 2015 unser Frauencafé aufmachten, hatte es auch ein riesiges Regal mit Tauschbüchern.

Die Leute brachten uns so tolle Bücher, nicht nur alten Mist, sondern z. B. auch Krimireihen, die sie ausgelesen hatten. Liebesromane. Bücher, die man in der Regel eben nur ein Mal liest. Auch Ratgeber.

Jede Menge toller Sachen. Und die Regale machten unsere Räume so viel wohnlicher <3

 

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Bücher kehren zurück in mein Leben

Im WG-Zimmer hatte ich also nur eine Handvoll überlebender Bücher:

Aber ich glaube, mit meinem Umzug aus der WG Anfang dieses Jahres in mein eigenes kleines Reich wuchs auch wieder der Wunsch in mir, weniger minimalistisch zu leben und mehr … gemütlich.

Letzte Woche hab ich also beschlossen, dass ich auch wieder Bücher aus Papier in mein Leben lassen will. Um sie zu lesen, und um sie als Dekoration zu nutzen.

Beispielbild ;) – von Pixabay

Jedenfalls ein paar, die ich auch wirklich mag. Den Rest kann ich ja jederzeit auch wieder in Verschenkekisten gehen lassen.

Dazu kam, dass mich am Wochenende eine Freundin besuchte, die DIE Leseratte schlechthin ist! Sie macht das sogar beruflich!

Und tatsächlich hab ich also am Freitag in einem Büchertauschregal 2 Romane mitgenommen, deren Einband und Titel mich ansprachen. Ich hab nicht mal die Zusammenfassung gelesen. Hab mich einfach von meinem Gefühl leiten lassen. Ich kann sie ja, wie gesagt, jederzeit weiterziehen lassen.

Bücher wollen im Fluss bleiben

Ich finde es wundervoll, dass Bücher in Umlauf bleiben. Sie wurden doch geschrieben, um gelesen zu werden, nicht, um in einem Bücherregal herumzustehen und zu verstauben.

Deshalb liebe ich es, dass es inzwischen so viele Lese-Telefonzellen, Buchtauschregale und Verschenkekisten gibt.

So, und nun fang ich das nächste Buch an. Auch aus dem Regal vom Freitag. Auch eins, bei dem mich einfach Cover und Titel angesprochen haben. Keine Ahnung, worum’s da genau geht. Ich lass mich überraschen …

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