Nach 12 Jahren WG in Dresden und davor mehreren Jahren WG in Berlin ziehe ich nun wieder in ein eigenes Appartment.


Ich dachte mir, ich möchte das irgendwo aufschreiben, aber ich werde nicht jedes Mal einen neuen Artikel schreiben:

Eigentlich dachten wir neulich noch, wir wären zum Unterzeichnen des Mietvertrags bei der Wohnungsverwalterin. Aber im Gespräch stellte sich heraus, dass die WG nicht mehr so einfach fortgeführt werden kann. Gleichzeitig wurde genau über unserer Wohnung eine kleine Ein-Zimmer-Wohnung frei – und ich griff zu.

Dienstag, 21. Januar: Das Gespräch mit dem Interessenten für unser WG-Zimmer

Wir waren ziemlich nervös, da wir ihm natürlich keinen Kummer bereiten wollten, indem wir nun doch keine WG mit ihm (oder überhaupt) machen.

Aber er war gar nicht enttäuscht. Er ist ebenfalls gut untergebracht. Da sind wir erleichtert.

Damit sind alle bisherigen, ehemaligen und nun-doch-nicht-künftigen Mitbewohner zu ihrer Zufriedenheit untergekommen. Alles regelt sich im Guten.

Donnerstag, 23. Januar: Heute hab ich endlich die Wohnung in echt sehen können.

Vorher konnte ich sie schon in einem kurzen Video, das mir die Vormieterin gemacht hatte, anschauen.

Ich mag sie.

Etwas abgewohnter, aber nicht so dunkel, wie gedacht

Sie wirkt an den Fensterrahmen und der Küche – auch am Küchenboden (Linoleum) – altmodischer und abgegriffener als im Video, aber das gibt ihr auch wieder Altbaucharme.

Ist jedenfalls völlig bewohnbar, die Fenster sind dicht, und gemütlicher machen werde ich es mir sowieso.

Kleiner wirkte sie auch, das Video war mit Weitwinkelobjektiv aufgenommen – das ist normal für Handys, und ich war vorgewarnt. Aber es ist reichlich Platz.

Ich hab der Verwalterin heute meine Selbstauskunft (die wollte sie mal upgedatet haben) und Zusage geschickt, jetzt warten wir auf den Termin zur Begehung der WG-Wohnung und für meinen Mietvertrag.

Ich bin so ungeduldig, fühle mich ausgebremst und will loslegen mit dem Packen

Aber dann würde ja hier alles in Kisten herumstehen. Das geht noch nicht, bis ich den Zweitschlüssel habe und Dinge hoch bringen kann. Den kriege ich in ca. 2 Wochen, denn ich soll auch ein paar der Möbel für die Vormieterin verkaufen.

Was ich morgen schon tun kann ist, meine Küche und meine große Palme zu fotografieren und zu inserieren.

Die Mitbewohnerin hat heute schon ein Poster im Flur abgenommen. Jetzt ist da ein leerer Fleck, der uns klar macht, dass es los geht.

Ich werde einige Aquarien abbauen

Außerdem bin ich heute zu dem Entschluss gekommen, mir doch kein Aquarienzimmer einzurichten, sondern ein Wohnzimmer. In jedem der Zimmer wird ein Aquarium stehen. Jetzt hab ich doch die Freiheit dazu. (Einige der kleinsten Becken werde ich auch abbauen.)

Ich glaub, ich werde Nikita so viel seltener bellen hören

Denn am meisten reagiert sie auf die andere Hündin hier in der WG, wenn die über den Flur läuft.

Freitag, 24. Januar: Die Verwalterin braucht weitere Unterlagen, ich hab Aquarien zurückgebaut und die Küche zum Abbau inseriert

Adrenalin! Bis ich den Mietvertrag wirklich unterschreibe, fühle ich mich noch ganz schön im Stress. Ich brauch einfach die Sicherheit, bevor ich es wirklich glaube, dass es klappt.

Heute hab ich 3 meiner kleineren Aquarien abgebaut, weil die Literanzahl, die ohne Genehmigung klar geht, um 19l überschritten war.

Und: Wir haben schon die Küche zum Abbau und zur Abholung inseriert, damit dann die Maler anrücken können.

Es wird wirklich ernst!

Und am Ende wartet mein eigenes Nest. Die WG war schön, aber ich freu mich auch auf mein eigenes kleines Reich.

Dienstag, 28. Januar:

Die Küchenmöbel an Selbstabschrauber zu verkaufen ist soooo super.

Eben hat jemand unsere Küchenregale rausgetragen. Und ich freu mich, dass sie noch jemand verwendet.

So viele offene Regale sehen zwar hübsch aus, werden aber extrem fettig in 2 Jahren … Deshalb will ich oben kaum noch offene Küchenregale.

Mittwoch, 29. Januar:

Der große schwere Auszieh-/Vorrats-/Apothekerschrank ist jetzt auch weg. Abgeholt von ’nem Yogalehrer.

Der war ja ’n Herzchen. Kam alleine für den schweren Schrank, aber hat unsere Frauenpower gelobt und drauf geachtet, dass wir den Rücken grade halten.

Na prima.

Ab jetzt steht in den Anzeigen: „Bitte bringen Sie sich genügend Helfer oder einen Treppensteiger (Sackkarre) mit. Wir können nicht beim Heruntertragen helfen.“

Montag, 3. Februar:

Nach nur 12 Jahren sind nun die Fußbodenleisten zum Laminat, das ich 2008 in das eine Zimmer legen ließ, fachmännisch angebaut.

Donnerstag, 6. Februar: Mietvertrag

Ich hab den Mietvertrag, ich hab den Mietvertrag.

Ich glaub, so aufgeregt war ich weder vor unserer Laden-Café-Eröffnung noch bevor ich Nikita abholte. In den letzten Tagen war ich echt häufig atemlos, hatte Herzrasen, fühlte mich immer noch ausgebremst und etwas ängstlich, dass noch was schiefgehen könnte und ich die Wohnung nicht kriege.

Jetzt ist das schon mal sicher. Ein großer Schritt vorwärts.

Noch 20 Tage bis zur offiziellen Übergabe.

Außerdem hat eben eine junge Frau die Balkon-Sitzgarnitur abgeholt. Und meine grüne Gießkanne gleich noch mit dazu.

Die Gegenbewegung zum Minimalismus von 2008?

2008 konnte ich gar nicht genug Dekozeugs usw. loswerden und mich wohnflächenmäßig verkleinern. Ich wollte wirklich mein altes Leben abstreifen, all den Ballast, all das Gerümpel.

2015 oder so zog ich ja auch noch innerhalb der WG in das kleinere Zimmer um.

Aber jetzt freue ich mich gerade darauf, wieder ein bisschen mehr Fläche zu haben. Und meine Regale mit persönlichen Gegenständen zu dekorieren.

Ich stöbere gerade schon durch Fotos meiner früheren Berliner Wohnung – und trauere doch tatsächlich einigen der Sachen hinterher, die ich damals in den Regalen ausgestellt hatte.

Aber ich hab schon noch genug. Ich glaube, ich werde nicht groß Dekokram neu kaufen müssen.

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