Auf dem Weg zurück zu mir – mein Original-Tagebuch

Wie ich mir mein selbstbestimmtes Leben einrichte, von 2008 bis heute.

Hier sind sie – die Original-Blogposts aus der Zeit meines persönlichen Umbruchs. Von der ausgebrannten Beamten 2008 zur #Freuberuflerin, Konzertagentin, Cafébetreiberin und Onlinementorin.

Lies hier, wie ich langsam von Burnout und Depression heilte, mein Leben in Berlin zusammenpackte und in Dresden mit neuer Wohnung, neuer Berufung und neuer Zuversicht ein völlig neues, glücklicheres und selbstbestimmteres Leben anfing.

Diese sehr persönlichen Eintragungen sollen dir Mut machen, dass es möglich ist, dein Leben nochmal total umzukrempeln und es dir so einzurichten, wie du selbst es wirklich leben möchtest:


Gleichzeitig mit meinen ganzen persönlichen und beruflichen Veränderungen ab Frühjahr 2008 fing ich an, auf der Umweltplattform Utopia zu bloggen. Das ist mein Original-Bericht, es sind die Utopia-Blogposts von damals, jetzt hier für dich zusammen gefasst.

Nicht nur meinen Beruf, auch meine privaten Bindungen, mein Umweltdenken und -handeln, meine Ernährung und mein Wohnumfeld habe ich damals so umgestellt, dass ich ab sofort gesünder, selbstbestimmter, zufriedener leben konnte.

15. April 2008: Mein Zusammenbruch beim Arzt

Meine Krankschreibung. Eigentlich war ich – wie so häufig in den letzten Monaten – mal wieder wegen einer Halsentzündung bei meiner Hausärztin. Aber plötzlich brach ich in Tränen aus, die ich einfach nicht mehr stoppen konnte. Ich hab glücklicherweise eine sehr einfühlsame Ärztin, die mir – wochenweise, immer wieder verlängert – die Auszeit verschafft hat, bis dann am 30. Juni meine Kündigung wirksam wird.

Die Zeit nutzte ich zur Heilung, zum Zur-Ruhe-Kommen, für schöne Erlebnisse und zur Neuausrichtung. Hier kannst du mich begleiten.


5. Mai 2008: Heilsames Wochenende bei der Familie

So, nachdem meine „Gästin“ vom Hospitality Club wegen Krankheit abgesagt hat, war ich spontan über das lange Wochenende bei den mir liebsten Menschen auf der Welt: Meiner Schwester und ihrer Familie inkl. meiner zwei kleinen Nichten.

Mit ihnen zusammen zu sein tut mir immer so gut, und nachdem ich am Donnerstag auch noch die schlimme Nachricht vom frühen Tod einer ehemaligen Mitschülerin bekommen hatte, war mir das ein besonderes Anliegen. Das Leben ist viel zu kurz, wir sollten es so glücklich wie möglich verbringen.

So waren wir am Donnerstag auf einem Theaterfest, haben am Freitag mit den Nachbarsfamilien lecker gegrillt und anschließend lustige DVDs ausgeliehen, am Samstag das Stadtfest besucht und, wieder mit den Nachbarn, Wokessen vom Feuerkorb gegessen und Marshmallows (ich nicht, Gelatine) und Knüppelbrot am „Lagerfeuer“ gemacht, und gestern unternahmen wir eine Radtour (ich bin seit 3 Jahren nicht mehr Rad gefahren!) zum Botanischen Garten und zur Parkeisenbahn im Großen Garten.

Das war ein richtig schönes Familienwochenende, einfach wunderbar – wenn auch sehr anstrengend :) Dann bin ich noch mit einer Mitfahrgelegenheit, bei der alle Mitfahrer schon mal in Indien oder Nepal waren, zurück nach Berlin gefahren – und dann nur noch ins Bett gefallen :)

Jetzt freu ich mich auf noch mehr Familienzeit ab Sommer in Dresden und auch darauf, wieder öfter Fahrrad zu fahren :)

Auf den Bildern sieht man meine Nichten Caroline (4) und Josephine (fast 2) im Theater. Nachdem ich im Januar auf einer Rückfahrt von der Arbeit ein kleines Mädchen am Bahnsteig stehen sah, war mir schlagartig klar, dass ich in die Nähe meiner Familie ziehen und meine Nichten aufwachsen sehen will. Und jetzt, wo ich nicht mehr an diese Stelle gebunden bin, kann ich das auch!


25. Juni 2008: Das Ergebnis meiner 4-jährigen Entrümpelungsphase

Ich hab eben mal mein Umzugsgut schätzen lassen (www.umzug24.com): 23 Kubikmeter, inkl. Küche (bei ca. noch 140 Kubikmeter Wohnung, wenn ich richtig gerechnet habe). Ist das nun viel oder wenig? Ich bin jedenfalls auf die Kostenvoranschläge der Umzugsunternehmen gespannt.

[image]Das Bild zeigt meine neue ruhige Nachbarschaft :) Das ist wirklich das Nachbargrundstück. Ich finde es wunderschön, sehr idyllisch.

Nachtrag von 22:48 h: Während direkt vor meinem Fenster Feuerwerk und Jubel wegen Deutschlands Einzug ins EM-Finale losgehen, hab ich mal wieder weiter meine Wohnung und damit mein Leben entrümpelt, denn „was du besitzt, besitzt auch dich“. Ich will einfach nichts Überflüssiges mit in meine neue Wohnung – mein neues Leben! – schleppen.

So sind z. B. neben immer noch vorhandenem Dekoschnickschnack einige Gegenstände rausgeflogen (Rumänienbasar), die mir vorschreiben wollen, wie ich zu leben habe, nämlich Kalender, digitale Thermometer, eine Wanduhr und Zweit- und Drittwecker. (Erst- ist mein Handy, das reicht vollkommen.)

Außerdem Zweit-CD-Player und -kassettenrecorder. Wozu braucht man davon mehrere?!

Und ich hab mich an meine langjährigste Sammlung gemacht (Rocky Horror Picture Show) und davon nur noch die mir wichtigsten Teile aufgehoben. Der Großteil soll an einen anderen Sammler verkauft werden (falls jemand einen kennt … :)), und einiges geht sogar in den Müll.

Entrümpeln – und nicht mehr soviel neues anschaffen – ist eine wirkliche Erleichterung! Ich kann es nur jedem empfehlen und freu mich schon sehr auf mein aufgeräumtes neues Leben.


9. Juli 2008: Besitzlosigkeit – was für mich?

Heute kam mein erstes Geld vom Jobcenter. Ich habe nicht vor, ewig davon zu leben und dem Staat auf der Tasche zu liegen, aber ich finde es wirklich beruhigend, und ich bin sehr dankbar dafür, dass es diese Einrichtung gibt. So kann ich doch beruhigter meine Angelegenheiten sortieren. Mehr Geld brauche ich nicht wirklich, ich finde, ich als Alleinstehende, Kinderlose, Unverschuldete kann damit gut überleben. Das macht mich glücklich. Glücklicher, als ich es während meiner Berufstätigkeit war.


17. Juli 2008: Auf dem Weg zurück zu mir

Ich war fort, soweit fort von hier.
Ich bin auf dem Weg zurück zu mir.
Mein Herz gehört nur mir allein,
hier ist es schön, hier fühl ich mich daheim.

(Matthias Keller, „Grundlos traurig“)

Ja, so geht es mir gerade: Ich bin auf dem Weg zurück zu mir. Nach 12 Jahren Ausbildung und Berufstätigkeit in einem juristischen Beruf, der mir überhaupt nicht entsprach und der mich krank machte, krempele ich nun mein Leben komplett um und suche endlich meinen eigenen Weg.

Was aber wird aus meinen hochfliegenden Plänen, wenn mich das JobCenter nun doch nicht unterstützt, meinen Umzug (für den ich keinerlei Leistungen beantragt hatte und nach dem meine Wohnkosten sehr viel geringer sein werden) nicht genehmigt, wie der entsprechende Bescheid es mir gestern mitteilte, und mir ggf. die Leistungen streicht, falls ich mit meinem Widerspruch keinen Erfolg habe, aber trotzdem umziehe?

Soviel zur Eigenverantwortung. Ich denke, dann werde ich wirklich nahezu Besitzlosigkeit leben, nur mit dem Nötigsten (Matratze, Kleidung, Bücher …) in das neue WG-Zimmer einziehen, den Rest verkaufen (auch um den teuren Umzugswagen zu sparen), sämtliche Ausgaben noch weiter einschränken, Versicherungen kündigen, mir Lebensversicherung und Geldanlage (mit sehr hohen Verlusten) auszahlen lassen und von dem Geld nach Indien fliegen und meine Yogalehrerausbildung dort absolvieren. Wer weiß, vielleicht werde ich dort ja auch Asketin :)

Jeder sagt mir, ich solle doch wieder was Rechtliches machen, denn das hätte ich nun mal gelernt, aber alles in mir sträubt sich dermaßen dagegen.

Seltsamerweise erschrecken mich diese Überlegungen vom Loslassen überhaupt nicht, vielmehr tröstet mich der Gedanke, dass ich mit so wenig auskommen könnte. Wir leben wirklich im ausgemachten Luxus.


Hier sind die drei Dinge, die ich 2008 unternommen habe, um aus meinen alten Lebensumständen rauszukommen

Bevor ich 2008 tatsächlich meine Stelle aufgab, habe ich sehr gründliche Inventur zu meinen eigentlichen Lebensvorstellungen gemacht. Hier sind die 3 Dinge, die ich damals verändert habe, um aus meiner krank machenden Arbeit und Lebensweise heraus zu kommen:

Deine Adresse ist bei mir sicher. Kein Spam.

3-wege-aus-der-krise-neues-cover

ganzichselbst. einfach leben.

 


18. Juli 2008: Wie ich mich finanziell – und persönlich – entlastete

Alles in einem – 1 – (Gerät)

Mein Handy wird mein Telefon, Terminplaner, Wecker, mp3-Player sein. Mein Laptop wird DVD-Recorder und -player und CD-Spieler.

Der Weg in ein einfacheres Leben ist nicht immer leicht. Man muss schon an sehr vieles denken, aber man hat schon als Alleinstehende einige Möglichkeiten, Geld und unnütze Verpflichtungen einzusparen.

Ich habe mich in den letzten Monaten der Payback-Karte (mit einfacher schriftlicher Kündigung), zweier Vereine, dreier Zeitschriftenabos und zweier Versicherungen (Amtshaftpflicht und Hausrat) entledigt.

Es ist jede Menge Papierkram und kostet noch einiges an Geld, Geduld und Energie. Allein heute hab ich für Kündigungsschreiben und Bewerbungen 100 Fotokopien machen müssen (der neue Mietvertrag ist so dick). Aber danach wird das Leben hoffentlich einfacher, übersichtlicher und billiger und ich ein wenig unabhängiger sein.

Und erst gestern wurde wieder eine Autoladung Krimskrams für den Rumänienbasar abgeholt :)


24. Juli 2008: Zwischenbilanz und Erkenntnisse – Umzug und Bewerbungen, wahre und falsche Freunde und zurückkehrende Gefühle

Z. Zt. beschäftigt mich seit Oktober 2007 folgendes: Seit diesem Zeitpunkt gärt in mir nun das Bedürfnis, mein Berufs- und damit mein ganzes Leben total zu verändern. Nun ist es bald soweit, in gut 3 Wochen werde ich umziehen und mich in die neuen Bewerbungen und Vorbereitungen für die Ausbildung stürzen. Hier sind die bisherigen Ergebnisse meines Umbruchs zusammengefasst.

Ich habe wieder Zeit. Zeit für mich, Zeit, meine Dinge und Gedanken zu sortieren.

Ich lerne, mit mir allein zu sein, mich zu beschäftigen, unabhängig von Fernseher und – na gut, das klappt noch nicht so ganz :) – Internet :)

Ich merke, dass ich in Gesellschaft schon glücklicher bin als allein, aber jetzt pflege ich auch Freundschaften wieder, nachdem einige durch den Stress der letzten Jahre zerbrochen sind. Ich habe erfahren, welche meiner Freunde wahre Freunde sind und auch in Notzeiten zu mir halten.

Ich lerne durch Utopia, aber auch durch die Vorbereitung meines neuen Berufslebens als Yogalehrerin so viele interessante neue Menschen kennen, die mir für meinen eigenen Weg Mut machen und von denen ich viel lernen kann.

Meine Gefühle kehren zurück. In den letzten Jahren funktionierte ich durch Arbeitsstress und jahrelange Pendelei (täglich 4 Stunden) nur noch wie mit Autopilot. Ich konnte mich nicht mehr so recht freuen, selbst Dinge, die mir eigentlich viel Spaß machten, wie z. B. Konzerte, empfand ich mehr und mehr als Stress. Jetzt kehren meine Gefühle zurück, teilweise mit wahrer Wucht (Fan-Euphorie, aber auch Phasen von Traurigkeit und PMS). Aber ich lerne, damit umzugehen und freue mich darüber.

Ich hole immer noch den verpassten Schlaf der kurzen Nächte der letzten Jahre nach.

Ich tue wieder mehr für mich selbst, wie Pflegetage und Yogakurse, und höre mehr auf meine inneren Bedürfnisse. Und ich hab herausgefunden, welcher Typ im Sinne von Ayurveda ich bin und richte meine Ernährung mehr danach aus.

Ich hab die Pille abgesetzt und lerne die Vorgänge meines Körpers ohne diesen „Autopiloten“ neu kennen.

Durch Utopia werde ich kritischer bzgl. meines täglichen Handelns.

Ich hatte nicht ein einziges Mal Zweifel an diesem Umbruch und weil ich meinen Beruf gekündigt habe und fühle mich jetzt so frei wie nie zuvor.

Was ich mir für mein neues Leben, neben einem erfüllenden Beruf, noch erhoffe:

Ein kostengünstiges, natürlich eingerichtetes Zuhause – das ich mit dem neuen WG-Zimmer ja haben werde.

Mehr Zeit mit der Familie zu verbringen.

Wieder Muße für eine Beziehung zu haben und eine eigene Familie zu gründen.

Na, die Anfänge sind ja gemacht :)


 


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3. August 2008: Es wird schon hell

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„Warum lieg ich jede Nacht wach herum?

Wohin soll das führen? Wie soll das nur enden

in dem Haus mit dicken Wänden?“

(Matthias Keller, „Ein Haus mit dicken Wänden“)

 

Es ist 5 Uhr morgens, „Vogelsang, Amselmann …“ trällert mir schon eins. Mein Schlafrhythmus ist inzwischen total verkorkst. Mal schlafe ich vor 3, 4 Uhr morgens nicht ein, an anderen Tagen bin ich wieder schon um halb 5 oder – wie heute – schon um 2 Uhr hellwach.

Die Gedanken kreisen, und ausgeruht dürfte ich nach all den Wochen dann auch mal sein. Schränke leer räumen, den Umzug planen, Anzeigen für die Möbelabholung verfassen, Wäsche zusammenlegen … hilft alles nur ansatzweise.

Ich muss wohl einfach die 2 Wochen bis zum Umzug noch überstehen.

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„Du kannst schlafen, ich kann’s nicht.

Mir fehlt der Wille, und außerdem

ich mag die Stille.“

(Matthias Keller, „Schlaflied“)

 

Ich brenne darauf, endlich neu durchstarten zu können.

„Also dann, Amselmann, starten, starten. 

Drei, zwei eins …“

(Matthias Keller, „Es wird schon hell“)


8. August 2008: Jetzt schlafe ich wirklich auf dem Boden

:), aber nur bis nächste Woche die Möbel kommen.

Ich bin grad in meinem neuen Zimmer, um Wände und Fußboden vorzubereiten. Wandfarben und Laminatboden (Kork oder Bambus hätte ich mir leider z. Zt. nicht leisten können) tragen den Blauen Engel und waren (der Boden) Ökotest-Sieger, worüber ich sehr glücklich bin.

Alles läuft super, die Dresdner sind so freundlich und hilfsbereit, ich fühle mich sehr gut aufgehoben, verstehe mich auch blendend mit meinen neuen Mitbewohnern und freu mich nun auf meinen richtigen Einzug nächste Woche Samstag.

Wie man sieht, ist bis dahin noch so einiges zu tun :)


12. August 2008: Abgeschnitten von der Außenwelt …

… werde ich für die nächsten 5 Tage sein, denn mein Internet ist schon gekündigt (ich bin grad im Internet-Café, um die letzten Umzugsvorbereitungen zu treffen), Telefon fällt wohl auch demächst weg (eigentlich schon seit dem 01.08. gekündigt), und Läppi ist auch mal wieder kaputt … Fühlt sich wirklich nicht so gut an, so ohne das tägliche Internet.

Da hab ich ja reichlich Muße, meine Siebensachen zu verpacken und sauberzumachen. Und mich nervt das langsam alles, besonders wenn man noch von Leuten, die Sachen abholen wollten, hängen gelassen wird und damit die ganze Planung zusammen stürzt. Wenn’s doch nur schon vorbei wäre …

Dafür hab ich gestern und heute das Buch „Fast nackt“ von Leo Hickman nur so verschlungen und mir viele viele Notizen für meinen eigenen Alltag gemacht. Ein wirklich rundum gelungenes Buch, kann ich nur jedem empfehlen. Jetzt bin ich auf sein Reisebuch gespannt. Wo es mich doch auch immer in die Ferne zieht …


17. August 2008: Angekommen

So, seit gestern 15:15 h bin ich Dresdnerin :)

Mit 30 Umzugskisten (vor allem Bücher, meine heißgeliebten CDs und Klamotten) und einigen Möbeln hab ich mein neues Reich bezogen. Alles ist prima gelaufen, die Umzugsfirma war zuverlässig und preisgünstig, meine Familie hat mich schon in Empfang genommen, es gab auch hier mein geliebtes tolles Abendrot (jetzt von der Küche, nicht mehr vom Sofa aus), und Dresdens Dampfer tuten sich auf der nahen Elbe „die Seele aus dem Leib“ – es ist Stadtfest.

Die Schrankwand wurde noch – immerhin kostenlos – von einem A & V-Laden abgeholt. Sonst wollte sie keiner haben.

Immerhin hab ich insgesamt mit den anderen Sachen 190 € erwirtschaftet, genau die Kosten für das Laminat-Legen.

Den Fernseher haben die Männer von der Umzugsfirma übrigens doch mit hergebracht. Muss ich ihn halt hier verschenken. Will ihn nicht mehr.

Meine Schwester bekommt den DVD-Recorder. Ich brauch ihn ja dann nicht mehr :)


20. August 2008: Mein neues Leben in Dresden

So, ich hatte mir ja vorgenommen, in DD weiterhin, wenn nicht noch mehr ökologisch korrekt zu leben. Ich fasse dann mal zusammen:

Also, jetzt wohnen wir zu dritt in einer sanierten 91 qm-Altbauwohnung. Wir teilen uns den Kühlschrank und meine Waschmaschine, wobei wir drauf geachtet haben, die jeweils neuesten und damit hoffentlich energiesparendsten Geräte zu behalten.

Ich hab mir übrigens das kleinste Tiefkühlfach ausgesucht, obwohl ich vorher sehr viel TK-Gemüse (kein Fertigfutter) gekauft habe. Aber ab jetzt kaufe ich mehr frisch.

Mein Mitbewohner wird mir die Biokiste seiner Freunde vermitteln, außerdem beziehe ich Bioessen aus dem Garten meiner Schwester (sie hat jetzt auch ein grünes Campingklo und einen mechanischen Rasenmäher).

Zwangsläufig nutzt man hier mehr die Läden in der Nachbarschaft als die Ketten und Einkaufszentren. Es gibt auch ein großes Angebot von kleinen Lädchen.

Wir trennen den Müll, ab jetzt auch in Biomüll.

Wir duschen sehr kurz, baden nicht mehr. Wir haben Einhandhebelarmaturen im Bad. Ich hab für Recycling-Toiletten- und -Küchenpapier gesorgt.

Kosmetik haben wir alle nicht viel.

Wir wechseln zu Lichtblick-Strom. Leider haben wir sehr viele in die Decken eingelassene Neonröhren und Strahler, da ist kaum was mit Energiesparlampen. Aber ich hab meinen energiesparbelampten Deckenfluter, der meine Hauptlichtquelle ist.

Kaffeemaschine, Mikrowelle usw. kommen an eine ausschaltbare Steckerleiste.

Generell sind auch „meine Jungs“ auf (Geld-)Sparen eingestellt. Sie besitzen, wie ich, kein Auto (ich fahr aber jetzt öfter bei meiner Schwester mit, oft auch noch zusammen mit den Nichten).

Gestern hab ich mir das Monatsticket für die Öffentlichen Verkehrsmittel gekauft, und durch die Plackerei der letzten beiden Umzugswochen und die schon jetzt vermehrte Bewegung hier hab ich schon 3 Kilo abgenommen. Ich werde hier viel öfter radfahren, Inline Skaten, Yoga machen und zu Fuß gehen.

Und ich hab gestern im Bioladen eingekauft und nebenbei gleich mein erstes Vorstellungsgespräch als Bioladenaushilfe gehabt :)

Bleibt noch, das Konto zu einer Ökobank zu verlegen. Und der „Keine Werbung“-Aufkleber am Briefkasten.

Flugreisen haben sich durch meine geänderte finanzielle Situation, aber auch durch das Umdenken, eh erstmal größtenteils erledigt.

Und das ist jetzt meine neue, 24,24 qm große, kuschelige Welt :) Das wird noch ordentlicher :)


5. September 2008: Kaum traut man sich, zu leben, schon öffnen sich unglaubliche Türen!

Ich kann mein Glück nicht fassen! Am liebsten würde ich jedem empfehlen, wie ich es getan hab, einen unbefriedigenden, krank machenden Job hinzuschmeißen und noch einmal neu anzufangen.

Guckt doch nur mal, zu welch großartigem Projekt es mich schon am 2. Arbeitstag geführt hat: Brötchen schmieren für die Dresdner Sinfoniker und das erste Ferndirigat der Welt!

Ich hatte aber das Riesenglück, dass ich jetzt sowohl die perfekte Wohnumgebung gefunden habe (was Nähe zur Familie, perfekte Mitbewohner und Wohnlage, bei der alles für mich wichtige in Laufnähe ist – Elbe, Lieblingsviertel etc. – angeht) als auch den perfekten Job.

Gut, es ist erstmal „nur“ ein Praktikum, aber es erfüllt mich total, entspricht genau meinen Interessen, und ich kann mich ausprobieren.


23. November 2008: Glücklich

Das ist Matthias Keller, dessen Liedtexte mich so treffend durch diesen ganzen Umbruchsprozess begleitet haben.

Ja, ich bin hier weiterhin überglücklich, geradezu wie auf Drogen. Das Wochenende in Berlin hat mich auch richtig positiv aufgeladen. Der Schnee macht wohlige Wintergefühle, all die netten und interessanten Mitfahrgelegenheiten, dann Berliner Freunde inkl. einem 2-monatigen Baby wiederzusehen, Zeit mit meiner Schwester zu verbringen, und dann von den Jungs meiner Lieblingsband freudig begrüßt und geknuddelt zu werden :)

Und gleich geh ich mit der Chefin noch zu den Flying Pickets. Mein Geburtstagsgeschenk von ihr, auch nicht schlecht :) Ich lebe grad meinen Traum, so kitschig das klingt.


5. März 2009: Rennen und Hüpfen

Mein letzter Eintrag ist schon ein Weilchen her. Es sind viele für mich wichtige Sachen passiert, die mich glücklich machen. Ich hab einen stundenweisen Arbeitsvertrag in einer Musicalschule – unglaublich, oder?! – bekommen und fühle mich in dem neuen Büro und mit den Chefs und Kollegen dort rundum wohl.

Ich treibe meine berufliche Selbständigkeit voran – bald werde ich eine eigene Künstleragentur aufmachen! Das hätte ich nie zu träumen gewagt!!!

Ich habe tolle Konzerte erlebt, neue Leute kennen gelernt, schmiede weiter Pläne und bin endlich wieder einem Chor beigetreten.

Gestern Abend hatte ich plötzlich den Drang, meinem weiter anhaltenden Gefühl von Freiheit und Glück durch Rennen Ausdruck zu geben. Sowas kannte ich bis vor einem Jahr überhaupt nicht von mir!


23. März 2009: Meine Welt ist wieder bunt

[image]

Der Hundertwasser-Bahnhof Uelzen. Letzten Dienstag durch gefahren :D (Als ich in meinem alten Leben eigentlich im Büro beim Sch***langen Dienstag = SchlaDi hätte sitzen müssen *freu freu*)

Ich fange jetzt erst wieder an, solche Schönheiten in meinem Alltag wahrzunehmen. Und festzuhalten. Es lebe die Digitalfotografie :) Eine Zeitlang hab ich auch eine Fotostudie gemacht: Jeden Tag um 18:30 h ein Foto. Das Vergleichen mit dem alten Leben genieße ich selbst am meisten :) Ich kann es einfach immer noch nicht begreifen.

Aber so langsam glaube ich doch daran, dass das neue Glück und Freiheitsgefühl bestehen bleibt und ich nicht irgendwann wieder in meinem alten Büro oder einem ähnlichen erwache. Diese Angst hatte ich am Anfang tatsächlich.

 


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15. April 2009: Der 1. Jahrestag meiner Befreiung

Seit genau einem Jahr bin ich also nun meinen alten Job los. Ich gesunde, ich lerne, ich lebe und fühle – endlich wieder.

Alles fühlt sich immer noch so grandios an – immer noch wie ein langer Urlaub :) 

Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, dass er tun kann, was er will, 

sondern dass er nicht tun muss, was er nicht will …

(Jean-Jacques Rousseau)


29. Mai 2009: Ein Jahr Müßiggang?

[image]Endlich mal wieder ein Grund, hier etwas zu posten. Ich habe Tom Hodgkinson wiederentdeckt. Schon vor einem Jahr habe ich sein Buch „Anleitung zum Müßiggang“ verschlungen. Eben habe ich mir auch mal seine Homepage angeschaut: www.idler.co.uk. Das nebenstehende Manifest stammt von dort.

Mein „müßiges“ erstes Jahr ist rum, und so, wie es lief, soll es weitergehen. Nie mehr zurück in die Lohnsklaverei!

Auch ein Müßiggänger tut nicht nichts. Natürlich habe ich nicht nur rumgelungert, sondern mir Gedanken gemacht, was ich in meinem Leben wirklich will (siehe die unzähligen vorhergehenden Posts) und z. B. in den letzten drei Tagen mein Existenzgründerseminar absolviert.

Endlich bin ich in der heißen Phase, ab spätestens 1. Juli werde ich offiziell eine freischaffende A Cappella-Bandmanagerin sein, juhu.

Morgen bzw. übermorgen gehts zum Open Air-A Cappella-Festival im Dortmunder Westfalenpark – Fortbildung und Networking :) angenehmster Art. Eintritt pro Tag ganze 2 €, das Wetter wird super, die musikalische Unterhaltung sowieso – also Leute, nichts wie hin!

Ich wünsche allen frohe, erholsame und sonnige Pfingsten! Seid müßig, genießt einfach das Leben :)

Sandra


Hier sind die drei Dinge, die ich 2008 unternommen habe, um aus meinen alten Lebensumständen rauszukommen

Bevor ich 2008 tatsächlich meine Stelle aufgab, habe ich sehr gründliche Inventur zu meinen eigentlichen Lebensvorstellungen gemacht. Hier sind die 3 Dinge, die ich damals verändert habe, um aus meiner krank machenden Arbeit und Lebensweise heraus zu kommen:

Deine Adresse ist bei mir sicher. Kein Spam.

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ganzichselbst. einfach leben.

 


26. Juni 2009: Endspurt zum Karriereneustart

Ich grüß heute mal etwas erschöpft in die Runde.

Die Agenturgründung ist doch ’ne Menge Arbeit, aber sie macht einen Riesenspaß, und die Fortschritte sind enorm.

Inzwischen hab ich eine tolle Kooperationsvereinbarung mit einer anderen Konzertagentur abschließen können, einen treffenden Agenturnamen geschenkt bekommen, hab alle Anträge gestellt, die Handyflatrate geordert und die Homepage so gut wie fertig.

Jetzt kann das Elbhangfestwochenende samt Freundin kommen, und dann der nächste Mittwoch:

Start der Mad4Music-Konzertagentur, A Cappella & mehr, in Dresden :) – des Resultats des ganzen Umbruchs im Laufe des letzten Jahres.


1. Juli 2009: Die Dresdner Konzertagentur Mad4Music ist da!!

Liebe Ideen-, Rat-, Hilfe-, Halt-, Mut-, Vertrauensvorschuss-, Namens-, Tritt- und sonstige -Geber,

es ist vollbracht! Lange habe ich geplant und davon gesprochen; jetzt ist es endlich soweit. Seit heute Nacht 0:01 Uhr ist die Homepage online und damit Dresdens Agentur für Gesang – Mad4Music – offiziell.

Ich bin sehr aufgeregt und freue mich sehr über die schon eingegangenen Glückwünsche und das Interesse an der Seite.

Man findet die Agentur unter www.mad4music.de. Dort kann man einen Newsletter bestellen, sich die Künstler anschauen, die ich überwiegend in Zusammenarbeit mit der Leading Voices Agentur in Münster vertrete, und einen Kommentar im Gästebuch hinterlassen.

Viel mehr reden möchte ich jetzt auch gar nicht. Alles wichtige steht auf der Homepage. Lasst uns – wenigstens virtuell – anstoßen auf eine schöne und erfolgreiche Zeit.

Ich danke euch von Herzen für eure Unterstützung,

Bis bald bei einem der nächsten Konzerte oder wo auch immer,

Eure Sandra


6. September 2010: Praktikum in einem fremden Leben

Heute habe ich den ganzen Tag mit meinen drei Nichten verbracht, und zwar zu großen Teilen allein mit ihnen, ohne ihre Eltern. Das war neu. Ich muss zugeben, ich war so dermaßen aufgeregt vorher, dass ich letzte Nacht spontan eine Halsentzündung und andere Beschwerden entwickelt habe. Geschlafen hab ich kaum, also fast reale Bedingungen einer jungen Mutter ;)

Dementsprechend kaputt bin ich auch heute. Aber es war ein wunderbarer, liebe-voller, sonniger Tag mit den mir liebsten Menschen auf der Welt. Sie hatten sehr viel Geduld mit mir, ich gehe glücklich und zufrieden ins Bett, und das, ohne einen Handschlag für die Agentur getan zu haben. Es gibt also noch andere wichtige Dinge :) (Übermorgen habe ich übrigens gleich nochmal das Vergnügen.)

Gute Nacht!


12. September 2010: Ich kann nicht nichts tun!

HektikHektikHektik … Naja, nicht mal wirklich. Aber selbst beim Nichtstun kann ich nicht nichts tun. Da lag ich gestern und heute im Sonnenschein an der Elbe und komme einfach nicht zur Ruhe. Hin- und Hergewurschtel, auspacken, zurechtlegen, Meditation hören, aber nur mit halbem Ohr, Fotos machen, hinsetzen, hinlegen, kurz mal gucken, hinlegen … Und im Kopf To Do-Listen machen.

Ruhe, InnerMeanGirl!!!

Das ist so anstrengend :(


16. September 2010: Mein allererstes Vision (Board) für mein Leben

Ich habe es gerade vollendet: Das Vision Board für mein Leben. Ich kann es nicht glauben, dass alles, was ich dazu brauchte, genau im richtigen Augenblick zu mir kam. Normalerweise habe ich nämlich keine Zeitschriften mehr hier (durch mein ständiges Entrümpeln), aber heute habe ich das neue „Eve“-Magazin mit der Biokiste bekommen. (Obwohl ich es abbestellt hatte!!) Darin geht es um ökologisches Leben.

Und wie bedeutungsvoll alles auf meinem Vision Board ist, bis hin zu dem Buch, das das schöne Paar am unteren Rand liest („Blockhaus am singenden Fluss“)! Und das Hintergrundfoto natürlich.

Weiterer Hinweise: Der Geldbaum ist grün :D

Das Foto ganz rechts hab ich schon vor vielen, vielen Jahren ausgeschnitten (und es überlebte alle meine Entrümpelungsaktionen). Es war der Artikel über eine Frau, die in einem Zirkuswagen lebt, nur mit ihren liebsten Besitztümern. Wie gemütlich ihr Wagen ist!

Auch die Position der einzelnen Elemente hat natürlich eine besondere Bedeutung. Hach, ich liebe es, ein Künstler zu sein! :D Das hat Spaß gemacht!

Viel Spaß nun euch bei der Interpretation :)


11. Juni 2011: Sehnsucht nach Liebe

Ich bin 34 und hatte bisher grad mal eine nicht funktionierende 3-monatige Liebesbeziehung.

Niemand außer meiner ältesten Nichte hat mir jemals gesagt, dass er oder sie mich lieb hat.

Ich weiß, dass ich liebenswert bin, aber manchmal ist es nicht genug, dass ich es weiß. Ich möchte, dass (meine Eltern) jemand, der mich kennt, mir sagt, dass ich es wert bin, geliebt zu werden.

 


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17. Juli 2011: Meine wahre Berufung – ganzichselbst

So schnell hat man ein zweites Unternehmen gegründet? Hm …

Mein erstes Unternehmen ist „Mad4Music“ – eine Konzertagentur für A Cappella-Musik. Ich liebe „Mad4Music“ und lebe für die Musik, merkte aber schnell, dass das noch lange nicht alles ist, was ich machen möchte.

Ein großes weiteres Themenfeld, was mich fasziniert, ist einfaches Leben, glücklich leben, man selbst sein, Zen, sich selbst kennenlernen, vereinfachen, hinterfragen, was man wirklich „muss“, sich selbst lieben, gesunde Lebensweise, veg*e Ernährung, Umweltbewusstsein … und was sonst noch so damit zusammenhängt.

Und das tue ich jetzt! Ich habe die Beiträge zum Selbständigmachen, nachhaltigem Leben usw. vom Mad4Music-Blog abgespalten und heute – tadaaa! – ganzichselbst.de eröffnet.

Eigentlich entspricht dieses zweite Blog, dieses ganze zweite Unternehmen dann eher nicht meinem Drang, alles zu ver-1-fachen, aber ich fühle, es geht nur so. Das ist ein zu großes Gebiet, um es neben der Musik abzuhandeln. Es ist mir zu wichtig. Genau genommen *ist* das hier ja mein Leben. Es betrifft mich viel unmittelbarer als die andere Geschichte.

Also habe ich zwei Leidenschaften. Das ist doch schön.

Dann bin ich gespannt, wohin sich dieses Unternehmen hier entwickeln wird. Ich habe viele Ideen. Packen wir sie an.

Herzliche Grüße,
Sandra (Dresden, 17.07.2011)


31. Oktober 2011: Mein Halloweenkostüm

… (siehe Bild) symbolisiert schon sowas wie Horror für mich …


12. Mai / 30. Juli 2012: Ein Liebhaber!

Ich hab die Nacht und den heutigen Tag mit einem ganz wunderbaren Menschen verbracht.


18. Juni 2012: Ukulele

Happy happy happy!


18. Juli 2012: Die Zutaten für ein Traumleben

Gestern ist ganzichselbst 1 Jahr alt geworden.

Am 30. Juni hatte ich 4. Jahrestag der Befreiung (Wirksamwerden der Vereinbarung zur Aufhebung meines Beamtenverhältnisses).

Am 16. August wohne ich 4 Jahre in Dresden.

Grad eben ging mir durch den Kopf, was ich in diesen 4 Jahren alles für mich persönlich erreicht habe. Meine kleine Rechnung:

3 Chöre + 2 eigene Unternehmen + 1 Backgroundtrio/-duo + 1 Yogakurs + 1 großartige Schwester + 1 wunderschöne Stadt + 3 absolut süße Nichten + 1 großer Zukunftstraum + 1 Liebhaber + 1 Traumjob + 3 sehr gute Freundinnen + hunderte lieber Bekannter + 1 Ukulele

= 1 Traumleben

Und eine ziemlich tolle Bilanz für 4 Jahre, findest du nicht auch?


Hier sind die drei Dinge, die ich 2008 unternommen habe, um aus meinen alten Lebensumständen rauszukommen

Bevor ich 2008 tatsächlich meine Stelle aufgab, habe ich sehr gründliche Inventur zu meinen eigentlichen Lebensvorstellungen gemacht. Hier sind die 3 Dinge, die ich damals verändert habe, um aus meiner krank machenden Arbeit und Lebensweise heraus zu kommen:

Deine Adresse ist bei mir sicher. Kein Spam.

3-wege-aus-der-krise-neues-cover

ganzichselbst. einfach leben.

 

 


16.08.2012: Meine Befreiung heute vor 4 Jahren


21. August 2012: Komplett (Der Mann meines Lebens)

Es war eine total verrückte Nacht! Erinnerte mich ein wenig an „Rocky Horror“ :) Er fuhr mich zu einem großartigen mittelalterlichen Restaurant, um mit dem Pächter über Musiker zu reden, die dieser von mir buchen möchte.

Sein Restaurant war an dem Abend leider geschlossen, also entschlossen wir uns auf der Suche nach Abendessen, in den 24 Stunden offenen TESCO zu fahren – in der Tschechischen Republik.

Es war ein wunderbarer Roadtrip, immer in Richtung des Gewitters (mit dem geschlossenen Cabrioverdeck) und mit einer sehr angeregten Unterhaltung. Ich habe mir die Regenbogengläser als Souvenir mitgebracht. Und bin am nächsten Morgen total verliebt aufgewacht.


8. Dezember 2012: Reverb 2012

Im Rückblick wirkt mein Jahr auf mich dieses Mal eher gleichförmig, was daran liegen mag, dass ich seit Ende Mai einen geregelteren – und fremdbestimmteren – Wochenablauf hatte, da ich in einer anderen Jazz-Agentur als Freie Mitarbeiterin mit ganzen Arbeitstagen mitgearbeitet habe. Dadurch habe ich diesmal auch das Gefühl, nicht allzu viel vom Sommer mitgekriegt zu haben. In Wahrheit gab es aber doch ein paar gewaltige Brocken, die dieses Jahr für mich bereit hielt. Alles positive Dinge, die ich hier mal hervorheben möchte.

Träume werden wahr

2012 habe ich mir einige Träume erfüllt. Seit Januar z. B. nehmen meine Schwester und ich nun wöchentliche Yogastunden. Wir haben tatsächlich durchgehalten. Diesen Vorsatz für 2012 haben wir wirklich wahr gemacht.

Anfang des Jahres z. B. kam mir die Idee, ich möchte mal in einem Backgroundtrio singen. Ich hab’s getan!

Im Mai erlebte ich dann das United Kingdom Ukulele Orchestra. Danach wollte ich gern eine Ukulele haben.

Und schließlich wurde sogar ein Traum wahr, von dem ich vorher noch gar nichts wusste: Im Oktober war ich segeln! Das war wirklich ein traumhafter Tag! Nicht zuletzt, weil ich ihn mit „meinem Mann“ verbracht habe. Einer unserer ersten.

Aber eigentlich ist mein ganzes Leben inzwischen so wunderbar. Ich beglückwünsche mich immer noch täglich dazu, vor 4,5 Jahren den Rechtspflegerberuf an den Nagel gehängt zu haben, ins wunderschöne Dresden gezogen zu sein und hier meine eigenen Unternehmen aufzubauen.

Ein besonders symbolhafter Augenblick für mich war da der Tag Anfang November, an dem ich morgens ein paar Minuten in der Herbstsonne vor dem Landgericht auf der Bank saß und mir plötzlich klar wurde, dass ich dort jetzt nicht hineingehen muss, sondern stattdessen zu einer anderen Arbeitsstelle fahren werde – nämlich zur Konzertbetreuung des Jazztage Dresden-Festivals! (Entschuldigt bitte die vielen Ausrufezeichen in diesem Post. Ich bin einfach selbst so aufgeregt :))

Summer of love

Aber das Größte und Wichtigste, was 2012 in meinem Leben passiert ist, ist die Liebe.


Juni 2013: Elbehochwasser

Glücklicherweise hat es Dresden diesmal nicht so schlimm erwischt. Wir haben wohl aus 2002 gelernt und entsprechende Hochwasserschutzbauten errichtet. Aber beeindruckend war das allemal!


10. November 2013: 36

Morgen werde ich 37. Was war das wieder für ein verrückt-schönes, erfülltes Jahr!

Ich weiß, das Jahr ist noch nicht ganz vorbei, aber letztens stand ich so in der Küche, schaute versonnen aus dem Fenster in das nasse Herbstwetter, und mir ging durch den Kopf: „4. November! Wo ist das Jahr geblieben?!“ Es kommt mir wieder so vor, als wäre es nur so an mir vorbeigezogen, dabei ist das Gegenteil der Fall! Was ich alles erlebt habe in 2013 – das glaubt kein Mensch!

Aber ich kann alles beweisen :)

Ich habe

  • 3 Bücher geschrieben – und verkauft
  • in einer Fernsehserie mitgespielt
  • seit der Kindheit mal wieder gestrickt
  • einen Saurier geküsst
  • meinen Liebsten geliebt
  • mein erstes Sushi gegessen
  • meine ersten Schwiegereltern kennengelernt
  • ein Interview für eine Zeitung gegeben
  • viele wunderschöne Sternschnuppen gesehen
  • 570 Facebookfreunde gelöscht
  • eine einwöchige Cabriotour ohne Ziel, aber mit Zelt und Mann gemacht
  • in einem Raumschiff gespeist
  • einen verwunschenen Ort in Dresden gefunden
  • viele Abenteuer erlebt – danke, Schatz :x!
  • gegen Widerstände meine eigene Meinung vertreten
  • mir einen Balkon erträumt

uvm.


31. Dezember 2013: Mad4Music ist tot. Es lebe meine wahre Berufung: ganzichselbst

Wie es aussieht, war ich auch nach meinem Umbruch 2008 nicht davor gefeit, doch wieder den Weg einzuschlagen, den mir andere vorgeschlagen haben. So habe ich eine Konzertagentur gegründet, die sich für mich auf den ersten Blick wie der perfekt geeignete, aufregende und befriedigende Beruf anhörte, sich dann aber doch im beruflichen Alltag als „nicht ganz mein Ding“ herausstellte.

Ich bin immer noch verrückt nach Musik. Aber der Spaß kam mir in den letzten Jahren bei Mad4Music, wie es bisher lief, abhanden. Am Ende fühlte ich mich ausgelaugt von den vielen Konzerten. Jedes Konzertplakat machte mir ein schlechtes Gewissen, weil ich meine Bands dort noch nicht präsentiert hatte. Ich hab mich vier Jahre lang verbogen und versucht, möglichst „geschäftlich“ aufzutreten. Mir war irgendwann sogar mein buntes Logo schon peinlich. Ich hatte den Spaß an den Konzerten, an der Musik total verloren. Sie machten mir nur noch Stress, Druck und Schuldgefühle.

Dass es mit der Agentur nicht so lief, ist okay für mich. Ich hatte eine schöne Zeit, habe viele tolle Menschen kennengelernt, die mir ja auch bleiben, es haben sich eine Menge Wege eröffnet, und ich habe so viel dabei gelernt. Über’s Unternehmer-Sein als solches, und was meine wahre Berufung ist:

Andere dabei zu inspirieren, ihr Leben wie ich in die eigene Hand zu nehmen. Darüber blogge ich, darüber veröffentliche ich seit diesem Jahr Bücher bei Amazon und biete Kurse und Coachings an.

Ich habe meine Berufung endlich gefunden.


18. Januar 2014: Die Essenz von 2013 –
Das Jahr, in dem ich mein Selbst-Vertrauen und meine wahre Berufung fand

Ich vertraue (mir selbst), dass mein inneres Gefühl/Bauchgefühl/mein Herz mir signalisiert, welcher nächste Schritt der richtige für mich ist.

Als ich in den letzten Wochen auf mein Jahr 2013 zurückschaute, hatte ich nicht so sehr das Gefühl von Erfolgen und Triumphen, sondern nur von Erschöpfung und Überwältigung. Dabei hatte ich letztes Jahr doch schon so viele Termine und Verpflichtungen sausen lassen. Jetzt ist mir klar, was der Sinn meines Jahres 2013 in Bezug auf meine gesamte Lebensspanne war:

Es war das erste volle Jahr in meiner ersten Partner-/Liebesbeziehung. Das war ein gewaltiger Lern- und Erfahrungsprozess. Kein Wunder, dass ich da wenig Kraft für andere, äußere Verpflichtungen aufbringen konnte! 

Eigentlich lebe ich so richtig erst seit 5 1/2 Jahren. 2008 habe ich angefangen, für mich selbst zu denken, auf mich selbst zu hören, für mich selbst Entscheidungen zu treffen.

Genau genommen bin ich also erst 5 Jahre alt. Noch fast ein Kleinkind.

Fortsetzung folgt …


3. Februar 2015: Mein langjähriger Traum vom echten Café wird wahr!

Logo_Xanthippe_Subline_RZMeine Schwester und ich erfüllen uns gerade einen langjährigen Traum. Ein Laden-Café für Frauen.

Oooh jaa, das ist aufregend! Wir hatten die Idee so im November. Na eigentlich schon viel früher, vor vielen vielen Jahren, aber jetzt kommt es uns so vor, als wäre die Zeit endlich reif dafür. Jedenfalls wollen wir es wagen.

Wir peilen gerade den 1. April Juni als Eröffnungstermin an. Den Laden haben wir schon ausgeguckt. Und er ist herrlich! Parkettboden, tolles Bad, große Fenster für Fenstersitzbänke. Und ein schönes helles zweites Zimmer, das wir an Heilpraktikerinnen, Coaches usw. stundenweise vermieten werden (was uns auch ein solides Einkommen einbringen sollte.) Wenn du da jemanden kennst, der einen Raum sucht, gib einfach unsere Infos weiter. Wir können uns schon richtig gut vorstellen, wie wir hier an einem Tresen sitzen und mit euch ratschen. Oder euch in unseren schönen bunten Jumbotassen eine warme Suppe servieren.

Und sobald unser Steuerberater die Ertragsvorschau berechnet hat, können wir den Laden auch mieten. Ja, wir haben schon unseren Steuerberater, der gleichzeitig auch Unternehmensberater ist. Sehr praktisch, dafür einen Ansprechpartner zu haben und nicht alles selbst recherchieren zu müssen, denn unsere Aufgaben und Interessen liegen ja ganz woanders: Darin, buntes Geschirr einzukaufen :), diese Woche geschehen -, Kooperationspartner und Lieferanten zu kontaktieren (für handgemachte Schokolade, für tollen Wein, für künstlerischen Schmuck und schmucke Kunstwerke, für bio-regionale Gemüselieferungen, für wunderschöne Notizbücher und vieles vieles mehr), Veranstaltungen zu planen.

Es soll dann bei uns Lesungen, Konzerte und Abendkurse geben. Und natürlich den monatlichen Rotes Zelt-Abend. Wir haben schon viele Ideen und auch schon Künstler kontaktiert. Nochmal, wenn du noch jemanden kennst, der so vor ungefähr 30 Frauen in Dresden auftreten will, der kann sich gern bei uns melden. Wir stellen übrigens auch unsere Wände als Bildergalerie zur Verfügung.

Ja, 30 Frauen. Es wird nämlich ein Frauen-Laden-Café. Klar dürfen Männer auch rein, denn es soll ja auch Männer geben, die gerne gute vegetarische Suppe oder schöne Trinkschokoladen mögen. Aber unsere Angebote wie Bücher, Schmuck und die Seminare sind vermutlich schon eher was für Frauen.

img_1565Hach, ein Café zu haben, mit fair gehandeltem Kaffee, Tee und Kakao, vegetarischen und teilweise auch Paleo-/Low Carb-Suppen, mit Büchern drin, einem Regal mit all den herrlichen handgemachten tollen Dingen unserer Freunde und Bekannten – es ist doch erstaunlich, wie viele Leute wir kennen, die Schmuck, Schreibwaren, Kunst etc. machen! Mit einem weiteren Regal, in dem wir die Gäste zum Teilen und Tauschen animieren wollen. Und einer großen Pinnwand für Angebote und Gesuche. Ein richtiger Netzwerkknotenpunkt soll das werden.

Wir wollen eine Biokiste beziehen. Wir wollen auf Plastikverpackungen verzichten und überhaupt möglichst bio und umweltverträglich arbeiten. Wir bevorzugen als Kooperationspartner möglichst kleine, regionale Unternehmen oder Freelancer, um diese zu stärken und zu unterstützen. Wir schaffen uns unsere eigenen fairen Arbeitsbedingungen, die in unseren Tagesrhythmus passen – ich darf immer nachmittags anfangen :), Stef ist vormittags im Laden, wenn ihre Kinder in der Schule sind. Und bald wollen wir auch eine Angestellte einstellen, die ebenfalls so faire und freie Arbeitsbedingungen haben soll.

Wir können es gar nicht erwarten zu starten. Unsere Männer sind auch schon ganz heiß drauf! Sie unterstützen uns schon jetzt, wo sie können.

In diesem Projekt kommen wirklich irgendwie grad alle bisher geknüpften Fäden zusammen: Unsere Kontakte, die wir im Laufe der Jahre auf verschiedenen Ebenen geknüpft haben. Unsere Leidenschaften und Werte und Interessen. Unsere bisherigen Onlineprojekte. All das kriegt jetzt ein physisches Zuhause in diesen herrlichen hellen freundlichen Räumen.

Ä Draum!


18. August 2015: Mein Zimmer ist dreckig, ich brauch ein neues

Ich hab beschlossen, umzuziehen. Nicht weit weg. Nur nach nebenan :) Ins kleinere Zimmer. Ich kam drauf, als mein Mitbewohner, der jetzt auszieht, meinte, er hätte Bedenken, er würde sein kleines, etwas verwinkeltes Zimmer nicht loswerden – die beiden ziehen jetzt wieder aus, ich suche zwei neue.

MitbewohnerINNEN dieses Mal, explizit.

Ja, es bewegt sich grad wieder richtig viel in die Richtung, die ich haben will. Ich fühle mich wieder genau so elektrisiert und hibbelisch wie vor genau sieben Jahren, als ich hergezogen bin und mein Leben neu gestartet habe.

24. August: Mein neues Zimmer wird heute frei!!! Ich kann ab heute probewohnen *aufgeregt* Ich hab die Matratze und den Deckenfluter drüben im neuen Zimmer. Fast 7, und hier ist es noch taghell. (Drüben schon nicht mehr.) *gefällt mir*

Es ist inzwischen nicht mehr „Probe-„. Es ist real :) (… existierender Minimalismus, ha!)

In einem Minimalismus-Bootcamp hatte ich mal den Vorschlag gelesen, alle Dinge aus einem Zimmer – wirklich alle – in einen Lagerraum auszuquartieren und nur das im Laufe der nächsten Tage/Wochen zurück zu holen, was man wirklich benutzt. Ich fand das immer total verlockend, aber mir fehlte immer der Platz … bis jetzt.

 


30. April 2016: Mein nächster großer Traum: Mein eigener Hund

Hach, am Samstag wäre es fast schon passiert: Schatz und ich waren auf einem unserer Ausflüge, wir kamen an Plakaten für ein Tierheimfest vorbei und beschlossen spontan, mal reinzuschauen. Und da lag er – oder sie:

Hinter der Scheibe, im Körbchen, ganz traurig. Er (ich sag jetzt mal er) war erst vor wenigen Tagen reingekommen, die Mitarbeiterin konnte uns noch nicht mal seinen Namen sagen, geschweige denn sein Vorleben und seine Charaktereigenschaften. Mein Herz krampfte sich zusammen. Ich war schwer in Versuchung.

So ganz überstürzt und spontan, wie das jetzt hier klingt, kam diese Idee nicht, und natürlich haben wir ihn auch nicht sofort unbedacht zu uns genommen. Er steht schon seit Ewigkeiten auf meiner Löffelliste: Ein Hund. Gut, dort stand bisher immer ein Beagle, aber zu meinem Lebensstil und Temperament passt ein gemütlicherer Hund mit weniger Jagdtrieb deutlich besser. Also: Ein Malteser.

Klein und entspannt und verschmust und hundeanfängergeeignet. Und am liebsten einfach überall mit dabei.

Seit einigen Wochen arbeite ich nun konkreter darauf hin. Offenbar brauche ich immer wieder eine neue Herausforderung, um in Schwung zu bleiben ;)

Wie üblich hab ich schon diverse Computerbildschirm-Hintergründe mit meinem neuen Traum dekoriert – das ist eins meiner wirksamsten Werkzeuge. Ich behalte schon mal die Seiten der Tierheime und Kleinanzeigen im Auge, denn ich möchte gern einem Abgabetier ein neues Zuhause bieten.

Ich visualisiere – indem ich z. Zt. meine täglichen Wege quasi mit meinem imaginären Hund gehe :D (ich stelle mir halt vor, ob dieser Weg jetzt auch mit Hund ginge).

Ich hab schon mein Zimmer umgeräumt um zu prüfen, ob auch Platz für ein Hundebett ist. Hab mit meinem Partner, meinen Mitbewohnerinnen und meiner Schwester = Geschäftspartnerin gesprochen, dass auch keiner was dagegen einzuwenden hat.

Hab mir genau überlegt, wie ich als Vegetarier es schaffen will, dem Hundchen Fleisch zu füttern. (Hab eine Lösung gefunden, er wird natürlich nicht vegetarisch ernährt, aber Malteser essen tatsächlich mehr pflanzliche Kost als andere Hunde.)

Lese Bücher und Webseiten, hole mir Tipps und stelle Fragen in Malteser-Halter-Facebook-Gruppen.

Ich habe ein Konto angelegt, auf das ich einen monatlichen Betrag für anfallende Extrakosten wie Tierarzt oder Hundefriseur oder Hundesteuer einzahle. Und ich plane die Finanzierung bzw. die Voraussetzungen, die vorher noch erfüllt sein müssen, bevor der Malti bei mir einziehen kann.

Wie du siehst, hab ich zu tun :) Der Laden – unser Seminarzentrum – muss laufen, gemeinsam mit meinen Onlineunternehmen. Ich bin super motiviert!

Ich rechne damit, dass ich im August ungefähr meinen eigenen Hund ausführen werde.


Juli 2016: Im schützenden Kokon (nach dem Rotes Zelt-Wochenend-Workshop in der Xanthippe)

13582363_702656603206216_2029857106_oGuten Morgen, du Hübsche. So hat mich eine fremde Frau auf der Straße gegrüßt. Ich war auf dem Weg zum dritten Tag unseres Red Tent-Frauen-Workshop-Retreats.

Ich fühle mich wie in einer Blase. Geschützt. Aber die Hülle ist auch noch leicht zerbrechlich.

Nur zu leicht könnte ich mich vom Alltag wieder einholen lassen. Die Gefahr besteht. Ich weiß, es gibt Dinge, die ich regeln muss. Entscheidungen, die getroffen werden müssen. Handlungen, die vorgenommen werden müssen. Probleme, die gelöst werden müssen.

Aber ich möchte auch einfach nur nachwirken und einsinken lassen, was ich am Wochenende erfahren habe.

Und diese Zeit schenke ich mir.

Ich bin nicht gewillt, mir meine Seifenblase wieder kaputt stechen zu lassen. Oder sie durch zu viel Bewegung selbst von innen zu zerstören.

Red Tent Kerze AltarIch tue alles dafür, sie bei mir zu behalten. Und sie sogar zu verstärken.

Ich habe dort tatsächlich meine Quellen mit Frauenenergie wieder aufgefüllt, um dann auch wieder geben zu können. Dieses Jahr hatte mich bis dahin ziemlich ausgelaugt. Da war das der perfekte Start in die zweite Jahreshälfte.

Ein ganzes Wochenende lang waren wir nur unter Frauen. Und das ist tatsächlich eine völlig andere Energie, als wenn auch Männer um uns sind! Wir haben uns anleiten lassen von einer Frau, die die Selbstliebe und Selbstfürsorge seit 20 Jahren praktiziert und lehrt. Die in Amerika die Roten Zelte für Frauen mit aufgebaut hat.

Wir waren unter Schwestern. Sobald Frauen unter sich sind, bekommt man dieses besondere Zusammengehörigkeitsgefühl. Unter Frauen, die uns intuitiv verstehen, eben weil sie auch Frauen sind.

Wir sind erfüllt und gestärkt daraus hervorgegangen. Das schenkten die Frauen, die an dem Workshop teilnehmen, sich selbst.

Im Fluss.

Ich fühle mich innen so weich und fließend. So entspannt. Gelassen.

Ich fühle, wie sich wieder vieles in mir aufräumt, an dem Platz rückt.

Ich spüre Wünsche an meine nächsten Monate.

Ich spüre hinein, wie ich sie umsetzen werde.

Heute erlaube ich mir, in meiner Blase zu bleiben und die Dinge, Menschen, Gedanken und Gefühle einfach nur kommen und wieder gehen zu lassen.

Alles zu seiner Zeit.


Juli 2016: Körperliche Veränderungen nach meiner Rotes Zelt-Erfahrung

Ich im Roten ZeltEine Woche ist es nun her, unser Rotes Zelt-Retreat. Ich spüre gravierende Veränderungen und Nachwirkungen, körperliche und seelische.

Während der drei Tage im Roten Zelt taten mir zum ersten Mal seit Wochen meine Fingergelenke nicht weh.

In den letzten Tagen

  • fühle ich mich wie in einem schützenden Kokon: gesetzt, gelassen, Dinge perlen an mir ab
  • fühlt es sich an, als hätte ich ein neues Download der nächsten Stufe in meinem Leben bekommen, als rückten die Dinge an ihren Platz
  • träume ich intensiver
  • wache ich früher auf und fühle mich wach
  • esse ich kleinere Portionen
  • trinke ich weniger Kaffee
  • kleide ich mich in lange, weich fallende Stoffe und trage meine Haare (die mich vorher immer gestört und genervt haben) offen
  • fühlt sich mein Kopf voll an; ich spüre Druck auf den Schultern und im Kopf
  • interessiere ich mich nicht für mehr Businesstipps, sondern gebe meinen Aktionen einfach die Liebe und Impulse, die ich gerade in diesem Moment verspüre

 


10. August 2016: Eine befreiende, wenn auch wehmütige Entscheidung – wir geben die Xanthippe-Räume auf

So, jetzt ist es offiziell: Wir geben unsere Xanthippe Frauenladen-Räume in Dresden zum Ende des Jahres auf und arbeiten von da an projektweise und online als Team Xanthippe weiter mit Frauen.

Es hat uns einfach kräftemäßig und finanziell ausgelaugt, jeden Monat 1.000€ allein für die Raumkosten aufbringen zu müssen, so dass wir uns auch von unseren eigentlichen Zielen – Frauenarbeit – haben ablenken lassen (des Geldes wegen).

Wir sind die Sklaven dieser Räume. Wir arbeiten nur für die Raummiete. Wir haben uns verbogen dafür. Wir waren Café-Bedienung, Caterer, Buchhalter und noch einiges mehr.

Behörden stellten teure Anforderungen an uns, zuletzt wieder an unserem 1. Geburtstag, am 1. Juni.

Wir kommen gar nicht dazu, unsere eigentliche Arbeit zu machen: Frauen stärken.

Und die Frauen? Die wollen sich auch nicht stärken lassen. Jedenfalls nicht die Dresdnerinnen. Das ist nicht nur unsere Erfahrung, sondern auch die anderer Frauen, die Frauenangebote haben.

Aus dem Internet hören wir immer wieder: „Schade, dass ihr so weit weg seid. Ich würde öfter zu euch kommen.“

Deshalb ist die logische Konsequenz:

Wir ziehen wieder ins Internet.

ganzichselbst habe ich in den ganzen letzten 1 1/2 Jahren seit November 2014 gar nicht voran gebracht, weil wir uns total auf die Xanthippe konzentriert hatten.

Stef hat verschiedene Ideen für ihre Roten Zelte und weitere Projekte.

Es schmerzt, diesen Traum und die herrlichen Räume in der wunderbaren grünen Lage aufzugeben.

Aber wir müssen uns befreien. Unser Geld, unsere Gedanken, unsere Kraft.

Die Xanthippe hat uns so viel an Energie gekostet.

Unsere Privatleben und unsere Herzensprojekte sind darüber ganz zum Erliegen gekommen. Keine Chöre mehr. Kein Urlaub. Kein Geld.

Und wir sind krank geworden. Beide haben wir Gelenkprobleme und anderes.

Wir waren nicht gut genug vorbereitet. Wir hatten zu wenig Startkapital und finanzielles Polster. Wir hätten mehr outsourcen müssen, hatten aber die Mittel dazu nicht.

Es gab viele schöne Begegnungen in der Xanthippe.

Aber die führen wir nun online und projektweise konzentriert bei Veranstaltungen fort. Ohne den ganzen Schwanz an Verantwortung und Kosten für Räume, der da noch mit dran hängt.

Jetzt sehen wir das als Lernerfahrung an und machen uns auf in die nächste, freiere Etappe unserer Arbeit mit Frauen.

Wir sind heute ein wenig wehmütig, aber grundsätzlich ist das eine befreiende Entscheidung für uns.


November 2016: Hundi-Generalprobe Flora

Letztes Jahr gab ich also eine Anzeige auf, in der ich mich als Hundesitter anbot, um zu proben, wie das Leben mit Hund ist. Aber dann zog im November schon Flora ein, die Französische Bulldogge meiner Mitbewohnerin. (Ja, mein Hundewunsch war eigentlich erst der Auslöser, dass die Mitbewohnerin sich ihren Hundetraum schon so bald erfüllt und Flora zu sich genommen hat.)

Wir machten für Flora das Balkongitter ausbruchsicher, wir stellten die Lebensmittel in der Küche höher, und ab jetzt konnte ich also schon mal miterleben, wie es tatsächlich mit einem Hund im Haushalt ist.

Flora ist so ein wunderbarer entspannter und freundlicher kleiner Hund, die mit allen super auskommt, dass mein Wunsch sich nur weiter festigte. Bei jedem Spaziergang mit Flora wollte ich so gern endlich auch meinen eigenen kleinen Wuschel dabei haben.

Und jetzt wollten wir auch, dass Flora möglichst bald eine Hunde-Freundin bekam. Das würde ihr gut tun. Und meiner Kleinen auch.


April 2017: Nikita, die Liebe meines Lebens

Wir waren in einigen Tierheimen, aber da gab es so kleine Hunde nicht. Ich nahm Kontakt mit Züchtern auf und behielt Tierschutzseiten im Auge, die Tiere aus dem Ausland vermitteln. Dann las ich vor ein paar Wochen einen Artikel über das größte Tierheim der Welt in Rumänien. Und als ich herauskriegen wollte, wie man Kontakt zu Vereinen in Deutschland aufnimmt, die Tiere von dort vermitteln, erfuhr ich in den Kommentaren zu dem Beitrag vom Zerg-Portal.

Dort waren allein unter „Mischling klein“ fast 1.000 Hunde aufgeführt, die ein neues Zuhause suchen!! Ich legte mir also einen Ordner an, den ich „Verliebt“ nannte, und darin speicherte ich die Lesezeichen zu Profilen von rund 10 kleinen wuscheligen jungen Hündinnen, wie ich sie suchte.

Darunter war auch Nikita, eine kleine Mischlings-Hündin aus einer Tötungsstation in Spanien. Ich vermute, sie ist ein Havaneser-Mix, vielleicht auch mit Pudel (ihre Ohren sehen so aus) und/oder Tibet Terrier (der kein Terrier ist). Hier war die Rasse nicht genauer angegeben, aber auf anderen ähnlichen Vermittlungsseiten wird oft von Havaneser-Mixen gesprochen, und Havaneser kommen jedenfalls auch aus dem Mittelmeerraum.

Ich war jedenfalls begeistert davon, wie fröhlich sie in dem kleinen Videofilm herumhüpfte. Und dass sie offenbar rotblond war – passt ja gut in die Familie.

Dann sollte sie Anfang April auch nach Bayern auf die Pflegestelle kommen. Und die war nur rund eine halbe Stunde von meinen Eltern entfernt. Wo wir zu Ostern sein würden. Was die perfekte Gelegenheit wäre, Nikita auf der Heimfahrt am Ostermontag mit nach Dresden zu nehmen.

Jetzt wurde es also plötzlich sehr konkret. Ich hatte noch genau 4 Wochen – 28 Tage -, um alles zu regeln.


15. Dezember 2017: Das Jahr, in dem Nikita kam

Und wir haben es geschafft! Sie ist hier, sie ist die Liebe meines Lebens. Ich möchte sie nie mehr hergeben! Sie tut mir so gut. Auch wenn es zuerst anders aussah …

Der Anfang war nicht leicht. Mir war die ersten Wochen morgens immer übel. Wochenlang konnte ich bis mittags nichts essen. Der Gedanke allein machte, dass es mir hochkam. Die erste Nacht war schlimm. Ich hab wach gelegen und mich gefragt: ‚Was hast du da nur getan?!‘ Wenn es bei einem Hund schon so schwer ist … jetzt wusste ich, dass ich keine Kinder will.

Einige Male haben wir uns gemeinsam draußen im Park übergeben, Nikita und ich. Denn leider war sie nicht gesund. Wir hatten in den ersten Wochen so einige Krankheiten durchzustehen: Husten, Blut im Kot, erbrochene Würmer.

Aaaber: Seit sie hier ist, hatte ich keine Spannungskopfschmerzen mehr. Ich hab abgenommen durch die täglich ca. 3 Stunden Bewegung an frischer Luft. Die Natur – die Elbe – tut mir so gut.

Sie hat die Mitbewohnerin und mich zusammengeschweißt, sie hat Schatz von seiner Hundeangst kuriert. Wir unternehmen wöchentlich wunderbare Ausflüge und Wanderungen, und im Sommer genossen wir die ultimative Freiheit an der Ostsee.

 

 


Hier sind die drei Dinge, die ich 2008 unternommen habe, um aus meinen alten Lebensumständen rauszukommen

Bevor ich 2008 tatsächlich meine Stelle aufgab, habe ich sehr gründliche Inventur zu meinen eigentlichen Lebensvorstellungen gemacht. Hier sind die 3 Dinge, die ich damals verändert habe, um aus meiner krank machenden Arbeit und Lebensweise heraus zu kommen:

Deine Adresse ist bei mir sicher. Kein Spam.

3-wege-aus-der-krise-neues-cover

ganzichselbst. einfach leben.

 


 

Ja, wie du siehst, verfolge ich seit 2008 nachdrücklich meinen ganz eigenen Weg. Ich mache meine Träume wahr. Ich plane, setze mir Ziele und erreiche sie. Ich erfülle mir meine Wünsche. Denn dies ist mein Leben. Ein anderer kann das für mich nicht leben. Ich bin diejenige, die das umsetzt, was sie sich wünscht. Damit ich nicht am Ende meines Lebens enttäuscht feststellen muss, ich hätte es lieber ganz anders gehabt.Meine Erkenntnisse habe ich in diverse E-Bücher und Onlinekurse niedergeschrieben, damit andere sich ebenfalls ihr freies, selbstbestimmtes Leben einrichten können. Und diese Bücher und Kurse findest du nun in meiner ganzichselbst-Community. Einmal buchen – alles studieren – ein volles Jahr lang.

Hier kannst du dich unverbindlich über die Lounge informieren.

 


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