Seit meinen Burnouts nehme ich überhaupt nicht mehr gerne irgendwelche Pflichttermine wahr.

Mich stresst es schon am Vormittag, wenn nachmittags ein fester Termin ansteht.

Am liebsten habe ich meine Tage gänzlich unverplant und zu meiner freien Verfügung.

 

Angst raubt Kraft

Ich habe mitunter Angst vor der Anstrengung, Angst vor der Begegnung mit dem unbekannten, Angst vor dem Ergebnis, Angst davor, möglicherweise in Tränen auszubrechen (das passiert mir leider häufig seit meinem Zusammenbruch 2008) …

Selbst wenn ich weiß, dass mir nichts schlimmes geschehen wird, erschöpft mich doch der Gedanke daran, hinfahren zu müssen, meine Zeit nicht für mich zu haben, und das Gespräch durchstehen zu müssen.

Und im Moment habe ich reichlich Termine: Ärztliche Vorsorgetermine für mich. Und für Nikita auch.


Wenn dir manches, was ich hier schreibe, übertrieben nerdig vorkommt


Wenn ein Termin mich stresst

Wenn ein Termin mich stresst, mache ich mir vorher einen ganz fein gestrickten Ablaufplan für die Stunden davor und für die Anfahrt dorthin.

Je besser ich mich vorbereitet fühle, umso wohler werde ich mich fühlen. Umso leichter fällt mir der Termin.

 

Selbstsicheres Auftreten vorbereiten

Gepflegt sein

Ich möchte dann möglichst gepflegt auftreten, um mich so selbstsicher wie möglich zu fühlen und mir darüber keine Sorgen machen zu müssen (was Energie kostet). Daher takte ich das Baden und Haarewaschen ein.

Hunger -> Magenschmerzen vorbeugen

Ich möchte gut gegessen haben, um nicht im Termin Hunger und damit Magenschmerzen zu bekommen.

Den Hund gut versorgen -> Kopf frei kriegen

Wenn ich Nikita nicht mit zum Termin nehmen kann, dann muss sie vorher nochmal Gassi gehen, möglichst ein bisschen länger, um dann müde zu sein und das Alleinsein besser zu verkraften. (Das klappt sowieso nicht; sie hat Ängste, wenn sie allein sein muss).

Und mir macht das auch den Kopf frei, wenn ich nochmal rausgehe. Dabei kann ich meine Gedanken sortieren oder den Termin schon mal im Kopf „proben“. Oder einfach noch etwas Tageslicht kriegen. Das hellt die Stimmung auf.

Die Anfahrt planen

Ich schlage dann auch immer meine Bahnverbindung zum Termin nach und mache mir einen Screenshot für mein Handy.

Dabei plane ich immer ein, nicht die letztmögliche Bahn, sondern die davor zu nehmen. Falls noch eine ausfallen sollte.

Je mehr Pufferzeit ich habe, umso entspannter bin ich.

 

Und wenn ich zu kribbelig bin und es zuhause nicht mehr aushalte

Und dann weiß ich ziemlich sicher, dass ich doch schon viel zu früh unruhig werde und es nicht mehr aushalte, einfach Zuhause zu sitzen.

Dann fahre ich eben früher los.

Am Ankunftsort kann ich dann immer nochmal ’ne Runde um den Block gehen, oder in Ruhe auf’s Klo. Mich frischmachen … Runterkommen und tief durchatmen.

 

 

Das ist ein Ausschnitt aus meinem Google Calendar für heute.

Ja, ich takte dann jede Vorbereitung ein.

Der lässt sich leicht im Computer ausfüllen.

Und der nächste Schritt wird mir jeweils auch rechtzeitig auf dem Handy angezeigt.

Auf diese Weise sehe ich genau, wie viel freie Zeit mir bis dahin noch bleibt.

Ich weiß so, dass ich nichts vergessen werde.

Ich weiß, dass ich für jeden Schritt genügend Zeit eingeplant habe.

Den Kalender im Voraus so zu bestücken hilft mir, Ordnung in die Dinge zu kriegen. Je mehr Ordnung und „Kontrolle“ man spürt, umso weniger Energie zieht das. Umso weniger Angst hab ich.

Und ich werde, wenn ich will, rechtzeitig dran erinnert, jetzt mit einer Aufgabe zu beginnen.


Kennst du diese Ängste?

Erschöpfen dich Termine und Pflichten, die anderen ganz leicht fallen, auch so?

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