Heute fühle ich mich so liebevoll, was meine Zimmerpflanzen betrifft. Und ich hab richtig Lust, auf Spurensuche zu gehen in alten Fotos etc. Um meine Geschichte mit Zimmerpflanzen „aufzuarbeiten“. Die schönen Zeiten, und – ja, die gibt es auch – meine düsteren Phasen.

Meine Mutter hatte Zimmerpflanzen, so lange ich denken kann und hat uns das also quasi vorgelebt. Früher waren es massenweise Usambaraveilchen, Flamingoblumen und Weihnachtskakteen. Und die große Monstera!

Heute hat sie vor allem Orchideen. Aber auch viel grünes, blättriges.

Das ist übrigens ihr Elefantenfuß, den sie vor 30 (?) Jahren als kleines Ding mit 2 anderen kleinen Füßchen in einem Topf gekauft hatte. Ich glaub, meiner, den ich später hatte, war ein Geschwister aus diesem Topf:

In meiner Jugend in den 90ern hatte ich Tradeskantien. Meine Monstera wurde von meinem Wellensittich angefressen, wenn die neuen Blätter noch zusammengerollt waren. Meine Schwester war total verknallt in Buntnesseln, und ich hab ihr aus Versehen mal eine abgebrochen – was sie mir heute noch vorhält. Hier kann man einen Teil unserer Sammlung in den 90ern sehen:

Farn, Passionsblume, Samtpflanze – oh, die schreib ich gleich mal wieder mit auf meine aktuelle Pflanzenwunschliste! -, Kaktus, Bergpalme, Usambaraveilchen, Purpurtute.

In den eigenen 4 Wänden

Im Studentenwohnheim 1996 – 2000 hatte ich – soweit ich mich erinnere – wohl nur den Drachenbaum im Kuh-Topf mit. War ja auch nicht so viel Platz:

Traumpflanzen und Wintergarten

In meiner Berliner Wohnung 2000 – 2008 kaufte ich mir erstmal eine Pflanze, die ich schon lange vorher für meine Wohnungseinrichtung geplant hatte: Meine Phönixpalme, die ich „Bob“ nannte. Damals war er so klein, dass ich ihn im Auto auf den Schoß nehmen konnte. Und er hat 10 DM gekostet. Anfang dieses Jahres – 2020 – war er über 2m hoch.

In der Wohnung hatte ich eine Art Wintergarten. Eine Loggia. Und die hab ich mir auch wintergartenmäßig eingerichtet, mit Korbmöbeln und Bambusteppich. Und vielen Pflanzen. Sogar einen bepflanzten Zimmerbrunnen gab es da! Das waren wohl meine erster Urban Jungle-Ambitionen.

Im Bad hatte ich Orchideen und Zyperngras – das kommt auch gleich wieder auf meine Wunschliste.

Auch ins Büro hab ich Pflanzen mitgenommen:

Ein ganz neues Leben

2008 bin ich aus Berlin weg nach Dresden gezogen. In eine 3er-WG. Dies war mein Einzugstag. Ich hab ’nen Gummibaum mitgebracht, einen großen Geldbaum-Busch, einen Elefantenfuß, eine Grünlilie, eine Efeutute und Bob Palme, der sich in dem hohen und sonnigen Raum jetzt so richtig strecken konnte. Und zum Einzug bekam ich von meinen Eltern, wie ich grad wieder sehe, ein kleines Gingkochen.

Damals entrümpelte ich mein gesamtes Leben, und später in 2011/12 wurde mir nochmal alles zuviel, auch die Verantwortung für Zimmerpflanzen. Weshalb ich die meisten dann – leider – aussetzte. Ins Treppenhaus oder vor’s Haus, zum Mitnehmen.

Auch dieses Prachtstück hier:

Ich glaub, ich behielt nur noch meine große Palme, meinen großen, aber mageren Elefantenfuß und eine Grünlilie.

Ich hab es in meinem Leben auch schon mehrmals mit Mandarinenkernen versucht und eine Pflanze bekommen, die so 20 cm hoch wurde, bevor sie dann immer wieder starben. Ich weiß nicht, woran es liegt.

Üppig dagegen gedieh die Grünlilie. Das dürfte noch die lockige dunklere Form namens „Bonnie“ gewesen sein, in die ich mich im Blumenladen am Bahnhof Lichtenberg verliebt hatte und die ich mir dann trotz des massiven Preises von 20€ irgendwann, nach vielem Herumschleichen, doch mal gönnte.

Wir kriegen einen Balkon!

2014 bekam unsere WG einen Balkon, und das war mein bestes Balkonpflanzenjahr.

2015/16 eröffneten meine Schwester und ich ein eigenes Geschäft, da blieb kein Nerv mehr für die Pflanzenkinder Zuhause. Die im Januar ausgesäten Pflanzen gediehen nicht (mangels Aufmerksamkeit und Liebe), ich kaufte dann einfach nochmal ’ne Kiste schon größerer Pflanzen, die dann noch ganz nett aussahen:

Lavendel z. B. ist auch so’n Dauerbrenner bei mir. Den liebe ich einfach. Genau wie Sonnenblumen.

Ach ja, im Bad hatte ich auch hier noch die 2 Orchideen, die ich schon in Berlin besessen hatte. Die blühten auch immer mal wieder, 1 x im Jahr. Aber irgendwann starben sie. Das ist übrigens typische WG-Kunst:

Irendwann (2015?) zog ich innerhalb der WG vom großen ins kleinste Zimmer, und erstmal lebte ich weiter sehr pflanzenarm.

Das Blatt wendet sich

Aaaaber: Anfang 2018, mit der Renovierung der Wohnung, und dadurch, dass die neueste Mitbewohnerin so viele riesige Zimmerpflanzen für ihr Zimmer mitbrachte, erwachte in der WG die Lust auf mehr Grün wieder. Auch bei der anderen Mitbewohnerin. So schafften wir uns wieder einges neues für die WG und unsere Zimmer an: Bei mir waren es Grünlilien, Efeututen, Strahlenaralie (Schefflera), Kaffeebaum … Sie hat sich vor allem Orchideen und Palmen ausgesucht.

Diese arme kleene Grünlilie ist uns im Wintersturm beim Transport über den Parkplatz – wirklich nur ganz kurz – erfroren. Und hier sieht man auch noch meinen spergeligen Elefantenfuß, der irgendwann auf dem Balkon eingegangen ist (erfroren? vertrocknet?)

Das ist im Mai 2018. Mein Geldbaum hat sich kaum weiterentwickelt. Wie man das schafft, ist mir auch unbegreiflich. Wachsen die sonst nicht wie Unkraut?

Und die WG hat sich 3 Elefantenfüße gekauft und aufgeteilt. Wir waren ja 3 Mitbewohnerinnern. Den Fuß hab ich heute noch. Den Geldbaum auch.

Juni 2018 – ich hab wieder eine Efeutute. Die mag ich!

Juli 2018: Der Garten wächst. Eine Purpurtute und ein Kaffeebäumchen sind dazu gekommen. Die Tute hab ich auch noch, das Kaffeebäumchen ist irgendwann leider vertrocknet (obwohl ich jetzt immer gegossen habe).

Diesen Anblick liebte ich. Das Fensterbrett war toll!

Jetzt kommen Aquarien

Im Juli 2018 legte ich mir mein erstes Aquarium zu. Die Pflanzen darin faszinierten mich. Die Wasserpest wuchs innerhalb nur 1 Woche von halber Aquarienhöhe auf ganze Höhe! Die Anubias ähnelt so sehr meiner geliebten Efeutute und komplettiert das Bild erst so richtig. Und neben dem Becken machten sich Blumentöpfe mit Landpflanzen auch sehr hübsch. Sie entschärfen die harten Kanten, finde ich. Hier meine Strahlenaralie, die ich auch Anfang 2018 gekauft hatte. Auch sie lebt heute noch.

Im September 2018 waren es schon 3 Aquarien :) Und Purpurtute und Strahlenaralie.

Mein schönes erstes Kaffeebäumchen im Dezember 2018:

Und das war der Geldbaum. Wieso wächst der nicht??

Im Januar 2019 hab ich mal all unsere WG-Pflanzen und meine Pflanzen zusammengetragen und geduscht. Mir hat der Anblick, wie sie sich da häuften, sehr gut gefallen. Nur leider war es etwas unpraktisch. Wir haben dann geplant, Wandregale für Badpflanzen zu besorgen, aber bei dem Plan blieb’s leider auch …

Aber das ist in etwa der Anblick, den ich jetzt in meiner eigenen Wohnung anstrebe.

So groß waren meine Kinderchen im Februar 2019:

Meine Aquarienanlage im September 2019. Was für ein prächtiger Anblick!

Im Jahr 2019 hatte ich dann auch den Kopf frei, um mich mehr mit den Aquarienpflanzen zu befassen. Im Moment hab ich ungefähr 20 verschiedene Arten. Mein am buntesten bepflanztes Aquarium – inzwischen (Stand Juli 2020) hab ich 10 – ist dieses hier:

Das ist mein „Alles darf rein“-Becken. Hier kommen auch alle Pflanzenreste kunterbunt durcheinander rein, die zu schade sind, um sie wegzuwerfen. (Und das sind sie fast alle.)

Mit dem Balkongarten jedoch hatte ich nie wieder so eine Freude wie im Jahr 2014. Ich hab’s noch mit Tomaten, Erbsen, Paprika, Hornveilchen, Blumenwiesen usw. probiert, aber oft hatten sie Mehltau oder blieben spergelig. 2014 war einfach der beste Sommer.

Abschied von Bob

Im Februar 2020 hat sich unsere WG aufgelöst, und ich bin in eine 1,5-Zimmer-Dachgeschosswohnung umgezogen. Mit diesem Umzug musste ich leider Bob Palme abgeben, weil er zu hoch und ausladend für die nun nicht mehr so hohen Räume gewesen wäre. Das letzte Jahr hatte er ja auf dem Balkon und in der Küche gewohnt. Aber ich vermisse ihn sehr. (Bild von April 2019)

Eine neue Ära: Plan Urban Jungle

Aber ansonsten hab ich jetzt ja viele Flächen, um Pflanzen um mich zu scharen. Nacht- und Beistelltischen, extra Regale, den Kaminsims, einen Sims an der Wand. Die Küchenarbeitsplatte. Oben auf den Schränken. Und Hängeampeln. (Einen Balkon hab ich jetzt nicht mehr, und mein Bad hat kein Fenster.)

Und mich packte die Lust auf einen richtigen Urban Jungle. Ich bat also Freunde und meine Schwester um Ableger und bekam auch eine Menge schöner neuer Pflanzen. 1, 2 rettete ich auch. Ab hier erzählen meine kommenden Beiträge von der Entwicklung. Dieser Artikel war ja jetzt auch wirklich lang genug.

(Geschrieben im Juli 2020, aber für’s bessere Verständnis zurückdatiert.)

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