Immer müde und wenig Geld – warum es trotzdem alles wert ist

In der letzten Zeit habe ich einige Artikel veröffentlicht, die meinen ganzen Weg, den sicheren Job zu kündigen, es mit der Selbständigkeit zu versuchen etc. so aussehen lassen, als sei das alles nicht so gut für mich gewesen.

Aber ich möchte hier eines klarstellen: Es ist das alles wert.

Ich würde nichts anders machen wollen.

Ich bereue keine Entscheidung.

Ich sehe das nur als Herausforderung, es noch besser zu machen.

Die Schmerzen habe ich vor allem, wenn ich mal wieder vor einer Situation stehe, die ich nicht mehr haben will.

Und dies erkenne ich inzwischen ziemlich deutlich, eben durch die Schmerzen. Sie machen mir klar, dass ich in diese Situation auf keinen Fall hineingehen darf, wenn ich mich nicht kaputt machen will.

Ich habe manchmal noch wenig Energie, was an meiner generellen Konstitution liegt – schon als Grundschulkind hatte ich diese Stressmagenschmerzen und war sehr sensibel.

Mein Energiemangel wird auch eine Folge des Burnouts meines falschen Berufsweges zwischen 20 und 31 sein. Und auch der völligen Verausgabung mit unserem Seminarcenter-Laden-Projekt vor einigen Jahren.

Was *du* ja unter Umständen noch vermeiden kannst, wenn du es gar nicht erst soweit kommen lässt.

Aber letzteres war einfach ein Herzenswunsch von uns, und wir haben ihn ausprobiert. Und viel aus den Gründen gelernt, warum wir damit gescheitert sind. Diese Erfahrung war es also allemal wert. Und wir müssen es nie bereuen, es nie probiert zu haben.

Und für die andere Entscheidung war ich einfach noch zu jung und fügsam und unwissend. Die habe ich mir längst vergeben.


Wenn ich die Stelle vor 10 Jahren nicht gekündigt hätte,

1. Wäre ich gesundheitlich inzwischen wohl ein Wrack

Na, ich wäre ja sowieso entlassen worden. Andere auf dem gleichen Weg, die das Gerichtsverfahren gegen die Kündigung durchgezogen haben, sind ja auch letztendlich gegangen worden.

2. würde ich nicht in Dresden leben

Und hätte meine Nichten nicht aufwachsen sehen.

3. hätte ich meinen Partner nicht

Denn ich hätte gar keine Zeit und Energie für eine Partnerschaft gehabt. So ging es mir nämlich all die Jahre, bis ich 31 wurde und gekündigt habe.

4. hätte ich Nikita nicht

Denn wie sollte ich das anstellen bei 4 Stunden Zugfahrt, 8 Stunden Dienst, 6 Stunden Schlaf.

5. hätte ich einige meiner Lebensträume auf dem Sterbebett bereut

Ich wollte immer ein eigenes Café/Second Hand-Buchgeschäft haben. Mit Künstlern arbeiten.

All diese Erfahrungen habe ich gesammelt. Manche für gut befunden, anderen nur für eine gewisse Zeit.

Aber ich muss sie nicht bereuen, wenn ich sterbe.

Und gegen „wenig Geld“ und „wenig Energie“ kann ich ja was tun.

Ich achte jetzt besser auf meinen Energiehaushalt. Das habe ich durch die Burnouts gelernt. Ich kann mir auch professionelle Hilfe suchen.

Und ich habe meine Ausgaben drastisch zurückgeschraubt, so dass ich auch viel weniger Geld brauche. Alles, was ich zum Leben brauche, habe ich.

Mehr dürfte es nur sein für etwas mehr Planungssicherheit und ein paar Wünsche.

Und daran arbeite ich.


 

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