Für viele wird das ein No-Brainer sein, aber mich hat es immer wahnsinnig gestresst, nicht zu wissen, was mir am besten steht.

Ich fühlte mich oft nicht ganz wohl in den gewählten Outfits, oder mochte mich im Nachhinein auf Fotos nicht.

Jetzt endlich habe ich meine Wege gefunden, dem vorzubeugen und nur die Kleidungsstücke anzuschaffen, die ich wirklich gern und lange trage und die mich gut kleiden.


Unifarbene T-Shirts fand ich immer langweilig. Die hat ja jeder. Meine Kleidung sollte mich repräsentieren. Ich wollte Hippie. Ich hab immer bedruckte Sachen oder auffällige Aladinhosen etc. gekauft.

Aber dann hatte ich nie was zum Kombinieren. Nichts passte so recht zusammen. Alles war zuviel.

Das ist jetzt anders. Ich weiß, welchen Stil ich mag, welche Farben. Und jetzt habe ich auch fertige Kombinationen vor Augen. Alles in meiner Kommode gefällt mir, und ich habe Kombinationsmöglichkeiten.

Das ist ein tolles Gefühl!

Mein Kapselkleiderschrank

In einer Capsule Wardrobe gibt es nur wenige Teile.

Die aber alle miteinander kombinierbar sind.

Bei mir mag nicht alles miteinander kombinierbar sein, aber es geht in diese Richtung.

Um möglichst viel miteinander mischen zu können, wählst du eine Grundfarbe und deren Farbvariationen zum Kombinieren.

Sowie Schwarz und Weiß, die gehen zu fast allem.

Ich habe bevorzugte Farben für jede Jahreszeit. Meine Hauptfarbe im Sommer ist Türkis. Etwas Dunkelblau. (Im Herbst sind es die Herbsttöne: Grün, Dunkelrot, Orange.)

Das kann ich sehr gut kombinieren mit Lila und einem Tick sattem Pink (beerig).

Deine Körperform

Es gibt verschiedene Körpertypen: Apfel-, Birnen-, Sanduhrform usw. Für jeden Typ, egal ob schlank oder mollig, gibt es Schnitte und Längen, die schmeicheln und die Vorzüge hervorheben.

Es ist gut, über den eigenen Körpertyp Bescheid zu wissen, zu wissen, was dich kleidet. Du findest viele Informationen dazu im Internet.

Ich hab die Sanduhrform. Ich soll Abstand nehmen von Empire-Schnitten, dabei finde ich die sooo bequem.

Dein Lieblingsstil

Was gefällt dir? Wie soll deine Kleidung sein?

Praktisch, einfach überzuwerfen? Nicht im Weg? Sportlich? Unkompliziert?

Oder mit Fransen und Spiegeln, auffällig, farbenprächtig und bauschig und ein bisschen … Hippie?

 

Schau dir Fotos von dir selbst an

Ich habe nächtelang unsere Fotos der letzten Jahre durchgeguckt, um herauszufinden, was mir gut steht:

  • Welche meiner Outfits gefallen mir?
  • Welche gehen gar nicht?
  • Wie lang sollten meine Oberteile sein?
  • Welche Ausschnitte schmeicheln mir?

Dies hier war eins, das ich dadurch erst wiederentdeckt hatte. Ich mag sowohl die Farbe als auch den Ausschnitt, der meine Schlüsselbeine zeigt.

Und was mir gar nicht gefiel, waren Trägershirts! Die sind zwar schön luftig im Sommer, sehen an mir aber ungepflegt und unschön aus.

(Die Lösung, zu der ich gekommen bin: Unter gewissen Trägerkleidern trage ich jetzt ein enges Shirt mit angeschnittenen Ärmeln. In gleicher oder Kontrastfarbe. So hab ich quasi nachträglich Ärmel anmontiert.

Und ich hab inzwischen ein leichtes durchsichtiges weißes Bolero-Blüschen, das die Oberarme bedeckt und trotzdem luftig ist.

Auf solche Lösungen kommst du, wenn du Ruhe zum Nachdenken und Planen hast.)

Ich hab mir über all meine Erkenntnisse Notizen gemacht, damit ich die künftig immer wieder abrufen kann. Z. B., wenn ich grad beim Einkaufen oder Planen bin.

Kombinieren leicht gemacht

Ich habe viele Lieblingsteile, die auffällig sind. Eine Menge davon hab ich von anderen übernommen. In Kleidertauschaktionen gefunden.

Ich mag T-Shirts mit Aufdruck.

Ich mag Pluderhosen/Aladinhosen. Yogahosen mit Elefantenaufdruck.

Und lange Röcke mit Pailletten.

Mein Problem war, dass ich diese Sachen nicht miteinander kombinieren konnte. Das wäre zu viel des Guten gewesen.

Und ich bin jetzt 42 – so langsam könnte ich vielleicht weggkommen vom Kinderstil. Oder etwa nicht ..?

Ich war so gestresst und fühlte mich so unwohl.

 

Meine Lösung: Stelle deine Kombinationen in einer ruhigen Stunde zusammen.

Und nicht erst, wenn du dich ankleiden willst und los musst.

Geh dabei von deinem Lieblingsteil aus

Male dir aus, was dazu gut passen würde. Egal, ob du das ergänzende Stück schon besitzt oder noch besorgen musst. Falls du es noch nicht hast, schreib es auf eine Liste.

Führe diese Liste im Handy, damit du sie bei dir hast, wenn du das nächste Mal in einem Laden stehst. Ich benutze dazu die Notizen-App Google Keep.

Ich hab mir also in Gedanken dieses eine Teil vorgenommen: Den bedruckten langen Rock z. B.

Und mir rein in der Theorie überlegt, was dazu passen würde: Ein unifarbenes T-Shirt oder Langarmshirt in der Hauptfarbe des Rocks.

Und diese einfachen Teile besaß ich einfach nicht! Bei mir musste immer alles „eine Bedeutung“ haben, eine Aussage.

Jetzt habe ich endlich begriffen, dass genau diese Uniteile die Aussage und Bedeutung meiner auffälligeren Stücke erst hervorbringen. Ergänzen. Vervollständigen.

Mit ihnen fühle ich mich … komplett. Gut angezogen. Und trotzdem individuell und meinem Stil gerecht.


Meinen Stil – Hippie – machen die bedruckten Teile aus. Und die neuen unifarbenen komplettieren das Outfit perfekt.

Du kannst dir auch Bilder im Internet suchen, auf denen Frauen einen ähnlichen Rock etc. tragen und dir anschauen, was sie dazu kombiniert haben.

Oh, ich habe viiiele Nächte voller Freude damit zugebracht, meine Garderobe auf diese Weise zu visualisieren.

Also brauchte ich dringend unifarbene Basic-Teile.

Die zu kaufen hatte ich immer langweilig gefunden. Aber heute fühlt es sich für mich so … komplett an. So erwachsen :)

 

Meine Grundausstattung

Jahrelang hatte ich ein schwarzes T-Shirt mit dem perfekten Schnitt. Ich habe es ständig getragen. Es war aus weichem Jersey-Material. Es hatte den schönsten Ausschnitt für mich. Die Ärmel waren perfekt.

Ich habe es geliebt und quasi zu allem getragen. Sogar als Rocky Horror-Kostüm! (Haha, es hat Spaß gemacht, eben diese Collage zusammen zu stellen. Sooo viele schöne Erinnerungen an dieses Shirt, hach!)

Es hatte Löcher bekommen. Schatz hatte mir schon lange nahegelegt, es doch endlich auszusortieren. Aber ich hatte einfach kein anderes T-Shirt, das so gut zu allem passte, was ich anziehen wollte.

Irgendwann hab ich es trotzdem endlich weg getan, weil es einfach zu kaputt war.

Und jetzt hab ich endlich würdigen Ersatz gefunden.

Ich liebe den Ausschnitt der Shirts in der rechten Reihe!

Von dem schwarzen hab ich mir schließlich gleich noch 2 mehr gekauft. Denn ich weiß, genau das wird mein neues Go to-Shirt für jede Gelegenheit.

In so einem Fall ist es auch für den Minimalisten klug, sich zu bevorraten. Ich hab so lange überall nach einem Nachfolger für mein Lieblingsshirt gesucht.

 

Der Umweltgedanke

Ja, wir alle konsumieren zuviel. Mal eben 11 T-Shirts auf einmal zu kaufen fühlt sich … exzessiv an.

Aber: Ich werde diese Teile ewig tragen. (Meinem bisherigen Verhalten nach zu urteilen.)

Diese Anschaffungen habe ich wirklich lange und gründlich durchdacht.

Jetzt hab ich wieder jahrelang Ruhe damit.

Und damit das Zusammenstellen künftig wirklich reibungslos klappt, hier noch:

 

Die Aufbewahrungsmethode, die den Stress rausnimmt

Ich hab meine Kleidung outfitweise in der Kommode (das ist der Blick von oben in die Schublade):

Vorn jeweils das bedruckte oder sonstwie auffällige Lieblingsteil als Ausgangspunkt für das Outfit.

Dahinter (in Marie Kondo-Stil, nur nicht ganz so ordentlich gefaltet) die dazu farblich passenden Kombiteile. Bis hin zur Strumpfhose und den Handstulpen.

Die unterschiedlichen Farb-Kombis immer schön durch Kartons abgeteilt. Vom Hundefutter haben wir davon ja reichlich.

Das macht es viel weniger stressig für mich, als wenn ich alle T-Shirts bunt übereinander gestapelt hätte. Irgendwo anders dann die Unterteile …

Inzwischen finde ich Anblicke wie diesen total furchtbar:

Mit dieser Methode überdenkst du die Kombinationsmöglichkeiten nicht in dem Moment, in dem du dich anziehen willst, was dich sehr stressen kann.

Sondern wenn du Ruhe hast.

 

Und wenn es dann soweit ist, dass du ein Outfit wählst, musst du dir nur einen kleinen Teil deiner gesamten Garderobe vornehmen:

Nämlich den vorher schon farblich aufeinander abgestimmten Teil.

 

KonMari ist übrigens die beste Ausmistemethode, finde ich. Weil sie von Freude ausgeht. Von Wertschätzung für das, was wir besitzen.


Zusammengefasst also meine besten Tipps für deinen stressfreien Kleiderschrank:

  1. Schau dir auf Fotos von dir an, was dir gut steht.
  2. Lerne mehr über deinen Stil und Körpertyp.
  3. Stelle deine Kombinationen in einer ruhigen Stunde zusammen. Nicht, wenn du dich ankleiden und los willst.
  4. Gehe dabei von deinem Lieblingsstück aus. Male dir aus, was dazu gut passen würde. Egal, ob du das ergänzende Stück schon besitzt oder noch besorgen musst. Falls du es noch nicht hast, schreib es auf deine Liste im Handy.
  5. Dann geh los und kaufe gezielt ein.
  6. Ordne deine Kleidung im Schrank nach Outfits und Kombinationen. So hast du immer Überblick und einen Plan, was zusammen passt.

Viel Freude mit deinem neuen kreativen Kleiderschrank!

Deine