Der Tag entfaltete sich wie von selbst .“, schrieb Adelheid Brunner auf ihrer Altes Wissen-FB-Seite.

Und das klingt für mich so schön. Das spricht mich an. Ja, genau so lebe ich auch.

Klar, als Erstes geh ich morgens immer mit dem Hund raus. Aber das kann gegen 9 sein, oder auch schon mal um halb 7. Oder erst um 11.

Ich hab wirklich Muße, mich an der Jahreszeit zu erfreuen. An dem, was grad blüht und duftet. An einem Schwätzchen mit Nachbarn und Fremden. Ich fühle mich in Stimmung dafür, denn ich lebe so langsam und entspannt.

Ganz anders als vor 2008.

Da hatte ich Fahrpläne und Dienstpläne einzuhalten und gönnte mir nur 6 Stunden Schlaf, denn ich wollte ja noch was von meinem freien Abend mitkriegen. Ich war so fremdbestimmt.

Das hab ich hinter mir gelassen. (Durch Entscheidungen, die ich getroffen habe. Von allein kam das nicht.)

Die Vormittage verbringe ich inzwischen überwiegend in meinem Homeoffice. Mittag gibt’s was zu essen. Dann am Nachmittag wieder ’ne Hunderunde.

Aber ich kann auch – wie heute – den ganzen Tag die Aquarieneinrichtung umbauen, wenn mir danach ist. An einem Werktag.

Dafür hatte ich heute Morgen um 6 schon ’ne Eingebung und hab eine Businessaufstellung gemacht. Bevor ich dann nochmal bis 11 geschlafen habe …

Das ist Leben im Flow. Arbeiten im Flow.

Ich habe nur noch sehr wenige Termine.

Ich plane nur noch wenige Dinge im Voraus.

Ich lass mich vom Lustprinzip leiten.

Von meiner Inneren Führung.

Das geht, weil ich vor 14 Jahren schon alle übernommenen Verpflichtungen überprüfte und mit der Zeit die gehen ließ, die ich nicht mehr wollte.

Dafür kamen einige neue hinzu. Einige, wie die Chorwochenenden oder das eigene Café, habe ich inzwischen auch schon wieder hinter mir gelassen. Sie waren toll, für die Zeit, die sie andauerten.

Andere – wie der Hund – fühlen sich nicht an wie Verpflichtungen, sondern tragen zu meinem Glücklichsein bei, Tag für Tag.

Und vor 10 Jahren fanden Schatz und ich zueinander, und auch er lebt ganz ähnlich.

Er fährt mit mir jedes Wochenende einfach drauflos. Wir haben auch schon so Urlaub gemacht – losgefahren, aber diesmal am Abend nicht wieder nach Hause müssen, sondern mit dem Zelt dort campiert, wo’s uns gefallen hat. Roadtrips. Machen wir jedes Wochenende.

Wir brauchen gar nicht so dringend „mal ’nen richtigen Urlaub“ oder „endlich Wochenende“, weil wir beide auch unsere Arbeit mögen, und weil wir an den Wochenenden diese Mini-Abenteuer leben. Wir haben so oft Urlaubsgefühle an unseren Wochenende, aber ohne weit weg zu fliegen oder Events zu buchen.

Wenn mich der Nachbar am Freitag fragt: „Und, wo geht’s dieses Wochenende hin?“, kann ich ihm das nicht beantworten, denn ich weiß es einfach noch nicht. Wir suchen uns irgend einen Vorwand, wie: „Ich bräuchte mal ’ne neue Tagescreme.“ – „Gut? Wo ist denn die Drogerie, die am weitesten weg ist?“ Und dann fahren wir schon mal in die 30 km entfernte Stadt oder ins nächste Bundesland. Weil wir die Strecken, das Fahren selbst toll finden. Die Hügel, die Tulpenbeete, die Rapsfelder.

Die Creme ist nur der Anlass, loszufahren.

Das geht auch mit „Zimmerpflanzen anschauen“ oder „tanken“. Jetzt waren wir 2 Wochenenden hintereinander in Tschechien. Das ist ja nur 30 km entfernt, und dort sieht alles schon wieder anders genug aus, um uns Urlaubs“merkung“ zu machen.

In „Die 4-Stunden-Woche“ sagt Tim Ferriss, dass so viele Millionär sein wollen. Aber was sie damit wohl eigentlich meinen ist, wie ein Millionär leben zu können. Nicht, die Million auf dem Konto oder in einem Tresor liegen zu haben.

Und wie ein Millionär leben – das tu ich (in fast allen Belangen) schon. Oder wie eine Rentnerin. Nur in jung und gesund. (Und mein Ruhestand wird kein Ruhe-Stand. Ich will dann trotzdem mit dem Kopf und Internet weiter erschaffen. Und weiter herumfahren. Neues sehen. Schwätzchen halten. Mit den Hunden raus müssen.)

Am Sonntag weiß ich meist nur wenige Vorhaben der kommenden Woche. Und das liebe ich!

Der Rest ergibt sich im Flow.

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