Heute bin ich in so einer Stimmung, in der ich fühle, es ist okay, wenn ich nicht alle Möglichkeiten ausschöpfe.

Das heißt, ich kann z. B. angefangene Projekte freigeben. Einfach unbeendet lassen und weggeben.

Oder frühere Ideen von mir. Mein Fantasy-Self. Wie gern ich lange Walleröcke und Ohrringe anschaue … aber nicht anziehe.

Oder wenn ich die bunte Aquarienbeleuchtung zwar witzig finde, aber weiß, dass sie mich im Alltag einfach nervt und ich sie kaum mal angemacht habe. Dann kann ich sie in der heutigen Stimmung auch leichtherzig wegschenken.

Viele unserer Dinge machen uns täglich ein schlechtes Gewissen

  • Weil es sich nicht ganz richtig anfühlt – so, wie du es eigentlich gern hättest.
  • Weil es nicht ganz passt.
  • Weil du es einfach nie benutzt. Du brauchst es einfach nicht.
  • Weil es mal teuer war, du es aber eigentlich nicht mehr willst.
  • Weil dir das mal jemand geschenkt hat. Oder schlimmer noch: Für dich gebaut/gebastelt!

Zum Beispiel bei meiner

Kleidung und Schmuck

Ich liebe den Hippie-Boho-Stil. Vieles davon sieht an anderen so wunderschön aus. Ist für mich aber in der Realität so unpraktisch und nervig, dass ich nie nach diesen Stücken greife und mich immer für den einfachen Weg entscheide.

Deshalb hingen noch immer ungenutzte Hippiesachen in meinem Schrank und waren ungenutzte Schmuckstücke in meiner Schatulle.

Da war so vieles, was ich lange für mein Fantasy Self behalten hatte und – ich geb’s zu – immer noch nur schweren Herzens weggebe. Aber es sind Dinge, die wunderschön aussehen, aber unpraktisch für mich sind.

Ich will einfach in meinen Kleiderschrank greifen -> Hippiestyle ohne nachzudenken.

Aber ohne dass mich die Kleidung behindert.

Deshalb hab ich die langen Gypsy-Röcke und die sehr pludrigen Pluderhosen jetzt doch endlich weggegeben. So schön sie aussehen – sie verhedderten sich um meine Beine und nerven mich.

Und die wunderschönen langen Ohrringe mit Steinen und Halbmond. Die bleiben in meinen Haaren oder Halstüchern hängen.

Da geh ich nicht mit mit Tom Hodgkinson, der sinngemäß sagte: „Kleidung sollte (für den Idler) immer ein unpraktisches Element haben.“

Diese wunderschönen Dinge – sie nervten mich und sie machten mir ein schlechtes Gewissen, weil sie doch so schön sind und ich sie tragen sollte.Nö, ich kreiere die Boho-Wirkung mit wenig Aufwand. So wie es in mein Leben passt:

  • Ich behalte „normal pludrige“ Stoffhosen.
  • Dazu farblich passende einfache unifarbene Baumwoll-Langarmshirts.
  • Strick- und Sweatjacken.
  • Den bunten Pashminaschal mit den herrlichen Farben – und der passt auch zu allem!

Und mein Schmuck sind meine langen roten Haare. Dazu hab ich nur wenige Schmuckstücke mit „hippiehaftem“ Aussehen, die ich täglich trage:

  • Meinen Mondsteinanhänger an einer Kette, die einen Verschluss hat.
  • Kleine Ohrstecker: Eine winzige Sonne, 2 x bunte Muschel.
  • Und den Ring mit den Noten, den mir der Schatz geschenkt hat.

 

Hab nur noch 1 x ein schlechtes Gewissen

Wenn du dieses Ding jetzt endlich ausmistest.

Ja, das wird noch einmal weh tun. Aber du ersparst dir damit künftige Gewissensbisse, die du immer wieder hättest – jedes Mal, wenn du das Ding wieder siehst.

So milderst du die Gewissensbisse ab

Wenn du es nicht wegwirfst, sondern verschenkst, fühlt es sich besser an.

Wenn es nicht wirklich unbrauchbar und kaputt ist, dann schenke es weiter.

  • In einer Verschenkekiste vor’m Haus.
  • Einer Spende an einen Laden für Bedürftige.
  • An Freunde, Bekannte, Nachbarn.
  • Ein (Buch-)Tauschregal.
  • Oder einen FairTeiler.

Ich hab sooo viele tolle Sachen von solchen Stellen bekommen – und ich gebe auch immer wieder Unbenötigtes zurück in den Fluss.


Die ganze Minimalismus-Serie

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