Es reicht – ich will kein schlechtes Gewissen mehr! Ich werde vegan!

Vegan werden – ohne den Verstand zu verlieren.

Immer wieder hatte ich das Gefühl: Ich wär so gern Veganer

Schon als 6-Jährige beschloss ich, keine toten Tiere mehr essen zu wollen, als ich mitbekam, wie auf unserem Hof ein Schwein (es hieß Moritz!) geschlachtet wurde. Ganz konsequent war ich danach noch nicht, aber:

Seit 1994 (mit 17) bin ich Vegetarierin, seit ich das Buch „Fit for Life“ las.

2007 hatte ich eine längere vegane Phase. Die dann wieder im Sande verlief, als ich durch die USA reiste. Es gab durchaus vegane Angebote, aber es war umständlich, sie zu erfragen, zu suchen und zu finden. Wenn man überwiegend in Restaurants aß.

Und jetzt, 2020/21, bekommt man immer mehr Milchalternativen selbst im Discounter zu kaufen.

 

In meinem ganzichselbst-Blog hab ich gerade einen Artikel  „Vegan für Faule“ veröffentlicht und darin die These aufgestellt, dass niemand es schafft, 100%ig vegan zu leben.

„Denn man erfährt leider immer mal wieder, wo etwas tierisches verarbeitet ist oder die Herstellung nicht total fair, öko, sauber war …

Aber wenn man sich zu sehr damit unter Druck setzt, macht das unzufrieden und krank.“

Aber muss man ja auch gar nicht!

 

Aber hier sind meine Gründe, warum ich es nicht 100% tue – und auch nicht 100% will:

Käse

Ersatz für Käse auf Pizza finde ich immer noch schwierig.

Aber da ich inzwischen seit 1 1/2 Jahren Kuh- gegen Pflanzenmilch ersetze, hab ich offenbar meinem Körper die Laktaseproduktion „abgewöhnt“ und vertrage Pizzakäse auch gar nicht mehr. Also werde ich mich nun gezwungenermaßen nach Alternativen umschauen müssen.

Edit von Februar 2021: Simply-V-„Käsescheiben würzig“ sind auf Brot und Brötchen nicht von Kuhmilchkäse zu unterscheiden. (Mit dem Überbacken hapert’s noch etwas, aber da gibt’s Simply-V-Streukäse.)

Butter

Für Butter hab ich noch keine Alternative gefunden: Bei manchen Brotaufstrichen lass ich sie einfach weg, aber „Plastikfett“ – Margarine – ist nicht gesünder … (Cholesterin/Blutdruck/Herz)

Ich nutze jetzt doch sowas wie Margarine – „Alsan-s“. Hat die Eigenschaften wie Butter, würde ich sagen.

Eier

Und manchmal mag ich ein Ei einfach noch zu gern …

(Wie ist das mit Bauernhofhühnern deiner Bekannten? Vermutlich nicht wirklich ’ne Alternative. Ist ja nun wirklich nicht natürlich, dass ein Vogel jeden Tag ein Ei legt …)

 

Auswärts essen

Und wenn ich auswärts esse, will ich nicht ständig diskutieren oder mich rechtfertigen oder nachhaken müssen, ob da jetzt wirklich alles rein vegan war bei der Zubereitung … Vegetarisch gibt’s inzwischen auf fast jeder Speisekarte, vegan ist noch nicht ganz durchgesickert.

(Allerdings hatte ich letztens ein Bauernfrühstück aus der Vegetarischen Abteilung der Speisekarte, an dem dann doch Minischinkenstückchen dran waren. Das ging zurück.)

Hund und Katz

Außerdem kann ich mich nie als Veganer bezeichnen, weil ich meinen Hund und meine Fische mit Fleisch ernähre.

Oder zählt das nicht, denn wenn dein Kind nicht Veganer ist, bist du als Elternteil es ja auch trotzdem, oder?


Martinsgänse:

Jetzt sieht man noch all die Gänse auf den Wiesen und weiß genau, dass sie in einer Woche als Martinsgans gegessen werden.

Und in solchen Momenten ist meine Trauer riesengroß.

Wie wir mit den Mitgeschöpfen umgehen, ist pervers. Unsere Verdrängung in unserer Gesellschaft ist riesengroß, und ich nehme mich da nicht aus.

Obwohl ich schon ewig vegetarisch lebe (aber eben nicht vegan), gibt es doch immer noch vieles, wo ich selbst die Folgen meines Tuns verdränge.

Zwar esse ich schon seit Ewigkeiten kein Fleisch, bin aber lax bei Milchprodukten, und verdränge.

Und füttere meinen Hund mit Fleisch.

Von einer Wanderung am Donnerstag.

Immer wenn ich wunderschöne Kühe auf der Weide sehe, bekomme ich wieder ein schlechtes Gewissen. Ich erkenne in ihnen Züge, die ich auch von meinem geliebten Hund kenne. Sie sind fühlende Wesen wie wir.

Es ist wirklich Zeit, für mich (nicht für den Hund) den Schlussstrich zu ziehen!

Zur Zeit mahnen mich immer wieder wunderschöne Tiere auf den Wiesen. Ich habe jedes Mal ein schlechtes Gewissen, wenn ich sie sehe.

Und ich will das nicht mehr!

Vielleicht sollte ich anfangen, immer Tiere auf den Weiden zu fotografieren, um mir vor Augen zu halten, für wen (außer meiner Gesundheit) ich das noch tue.

Ich werde ihnen wieder in die Augen schauen können, wenn ich weiß, dass ich für mich alles richtig mache.

 

Ich werde vegan.

Und dazu brauche ich einen ganz konkreten Plan.

Und den stelle ich nun hier auf.


Anmerkung: Vorerst betrifft das nicht meine Tiere.

Nikita ist ein Hund. Ich werde sie nicht vegetarisch ernähren. Sie bekommt Fleisch von so artgerecht und human wie möglich gehaltenen und geschlachteten Tieren. Bei ihren Leckerlis hab ich allerdings noch Verbesserungspotential.

Und meine Schnecken und Fische habe ich nun mal. Die gebe ich nicht weg.


Aber für mich selbst kann ich noch einiges verbessern.

  1. Wo esse ich heute noch nicht-vegane Lebensmittel?
  2. Und durch was ersetze ich sie?

Meine Liste

In den nächsten Tagen/Wochen werde ich mich selbst beobachten und Dinge im Handy (Google Notizen App) notieren, was noch nicht vegan ist.

Und mir dann Gedanken machen, wo ich eine vegane Alternative dazu her kriege – am besten auf Vorrat anschaffe.

Schokolade

Z. Zt. gibt es Lebkuchen und Dominosteine, und die Zartbitter-Varianten sind lecker. Und vegan!

Easy, sogar für mich!

 

Frühstück:

  • Nougatcreme
  • Käse
  • Butter

Ersatz finden und ggf. online bestellen!

  • Schmand & Co. für Soßen

Ersatz finden und ggf. online bestellen!

Milch im Kaffee hab ich schon dauerhaft seit über 1 Jahr durch Reisdrink ersetzt. War eigentlich gar nicht schwer, wenn man immer für genügend Vorrat sorgt (hab ich, durch Bestellung online).


Vegan werden – ohne den Verstand zu verlieren

Vegan zu werden oder zu sein ist mit so vielen Ansprüchen an Perfektionismus verknüpft.

Und nicht nur unsere eigenen Ansprüche an uns, alles richtig zu machen.

Sondern auch die der anderen:

„Du kannst die Welt eh nicht retten.“

Wieso wird auch nur von den Veganern oder Vegetariern erwartet, dass wir die Welt retten?!

Wieso machst „du, Kritiker“ nicht einfach auch mal einen Schritt?

Ich esse unter der Woche Zuhause fast ausschließlich vegan.

Aber unterwegs ist das zu häufig mit schlechter Auswahl, Diskussionen usw. verbunden.

Da hab ich den Anspruch an mich selbst:

Ich tu, was ich kann, aber wenn es eben mal mit Sahne/Käse zubereitet ist, dann esse ich das auch.

Vegetarisch ist für mich ein Muss, vegan ist das Optimum.


To do-Liste:

  1. Bessere Leckerli für Nikita finden
  2. Lebkuchen/Dominosteine in Zartbitter genießen
  3. Schatz sagen, dass ich zum Frühstück nicht mehr Käse und Butter und Nougatcreme möchte, sondern Ersatz finden und ggf. online bestellen!
  4. Für Soßen/Schmand & Co. ebenfalls Ersatz finden und ggf. online bestellen!
  5. Schöne Tiere auf den Weiden fotografieren, um mir vor Augen zu halten, für wen (außer meiner Gesundheit) ich das noch tue

Und danach der nächste Schritt (Vorsatz für 2020):

Das Konsumieren, das ich dieses Jahr stark praktiziert – und genossen – habe, wieder einstellen.


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Ich muss leider sagen, ich hab noch keine leckere gefunden.

Die von Tomy ist mir zu zitronig.

Die von Veganz schmeckt einfach nur irgendwie … schmierig und künstlich.

Leider leider.

Weihnachten: Veganer Schokoladengenuss ist gerade sehr einfach

 

Nee, ich bin keinesfalls 100% vegan.

Aber jeder Schritt zählt.

Z. Zt. gibt es Lebkuchen und Dominosteine. Überall, selbst in den Discountern.

Und die Zartbitter-Varianten sind nicht nur intensiver im Geschmack.

Sondern – meist – sogar vegan!

So einfach kann es sein!!

✓ Fair gehandelter Kaffee

✓ Reisdrink anstelle von Milch

✓ vegane Zartbitter-Lebkuchen


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