Ich habe am Wochenende eine Serie geguckt, die mich an meiner Wahrnehmung zweifeln ließ.

Die neue Netflix-Serie „The Woman in the House Across the Street from the Girl in the Window“.

Ist – nüchtern betrachtet – wirklich seltsam, wieviele Hinweise ich ignoriert habe! Mir kam so einiges merkwürdig vor, aber ich hab nur die Schultern gezuckt.

(Ich hab erst nach dem Durchschauen nachgelesen, was es mit der Serie auf sich hatte.)

Die Serie ist wirklich lohnenswert, und es hat viel Spaß gemacht, das so völlig unvoreingenommen mitzuerleben.

Wenn du Horror und Thriller magst, dann lies noch nicht weiter, sondern schau sie dir unvorbereitet an:

Dieser Artikel enthält JEDE MENGE SPOILER!!


Wir wussten vorher gar nichts über diese Serie

Am Sonntag haben Schatz und ich diese Serie auf Netflix gefunden.

Wir wussten gar nichts drüber. Nicht das Genre. Keine Inhalte aus der Geschichte, außer, dass die einsame Frau von ihrem Fenster aus einen Mord im Haus gegenüber beobachtet.

Die Serie war erst seit 2 Tagen veröffentlicht. Aber ich mag die Hauptdarstellerin schon von „The Good Place“. Und wir hatten einen ganzen Sonntag Zeit, also begannen wir die erste Folge.

Die Serie ist unterhaltsam.

Ich fühle mich schnell in Annas Einsamkeit ein.

Und der erste Abend mit dem Nachbarn und seiner Tochter ist so schön – man wünscht Anna wirklich, dass sie hier ihre neue Familie gefunden hat.

Und man will natürlich mehr über ihre Erlebnisse erfahren, die sie so labil gemacht haben. Woher kommt ihre Regenphobie? Gab es einen Unfall bei Regen?

Oft weiß man nicht, ob das jetzt ihre Einbildung (von den Medikamenten) ist oder Wirklichkeit. Ich mag dieses Rätselraten.

Aber die Charaktere benehmen sich gelegentlich seltsam …

Die Serie fühlt sich irgendwie merkwürdig an

Es passieren ein paar „WTF-Momente“, die sich andere Filme nicht trauen würden …

Der Titel

Hier ist mir zwar aufgefallen, dass er ziemlich sperrig ist, aber verraten hat er mir noch nichts.

Gender- und politisch korrekt-geschult durch Social Media-Konsum hab ich nur bemerkt, dass eine (Anna?) als „Woman“ bezeichnet wird, die andere (Lisa, dachte ich) als „Girl“. Aber ich hab mir nichts dabei gedacht. Vielleicht übertreibe ich.

Die Geräusche auf dem Dachboden

So wie Anna bin ich denen auch nicht weiter nachgegangen. Hab mir einfach keine Gedanken drüber gemacht.

Der Satz ihrer Tochter

„Gibst du Mama einen Kuss?“ – „Ich kann nicht. Ich bin tot!“

Der Therapeut am Telefon

Machte mich nicht stutzig. Nicht im Geringsten.

Der Begleite-deinen-Daddy-zur-Arbeit-Tag

Hier dachte ich schon: Ist wirklich jemand so gedankenlos, ein kleines Mädchen ins Gefängnis mitgehen zu lassen, um Massenmörder zu befragen?? Was die da zu hören bekommen wird in den Interviews …! (Weiter hatte ich ja noch gar nicht gedacht.)

Die Gemälde

Jeder lobt, wie großartig Annas Malerei ist. Aber ich finde sie banal, schlicht, kitschig. Keine große Kunst. Kenne ich mich nur nicht mit Kunst aus?

Der Grabstein

Der Spruch auf dem Grabstein ändert sich doch, oder täusche ich mich?

Aber das erste Mal, dass ich wirklich dachte, das Ganze kann nicht ganz ernst gemeint sein, war:

Der Leuchtturmwärter

Sein Overacting hat uns auf jeden Fall an eine Kinder-Krimi-(Hörspiel-)-Serie erinnert. (Zumal seine deutsche Synchronstimme auch noch häufig in solchen Hörspielserien eingesetzt wird.)

Das Haus des reichen alten Mannes

Sowas von Klischee, das Pferd – wieder wie aus einer Hörspielserie.

Mittlerweile erkannte ich in der Serie „Nackte Kanone“-artige Tendenzen … (Die Sexszene …) Aber ich war mir immer noch nicht sicher, ob das ein Thriller oder eine Parodie sein soll. Es gibt ja auch vieles, was einen emotional wirklich mitnimmt.

Und dann wieder solche Klopper:

Die Polizisten verhalten sich so unprofessionell

Die Polizistin sagt zur Mutter sowas wie: „Als er Ihr Kind aufgegessen hat …“ So spricht doch kein Profi mit einem verletzlichen Opfer!

Und auch, wenn es menschlich ist, dass ein Polizist, der Hunger hat, gern was essen würde – ich glaube nicht, dass er, wenn er zu einem vermeintlichen Tatort gerufen wird, dort wirklich um eine Portion Auflauf bittet.

Der Fingerabdruck-Mann

Wieso ist der so unangemessen fröhlich?!

Lässt man eine vermeintliche Mörderin auf Kaution frei?

Ich denke nicht.

Im Nachhinein finde ich es sehr interessant, wie ich über das Gesehene und Gefühlte dachte. Dass ich meinem eigenen Urteil nicht traute.


Heute guck ich die Serie noch einmal, mit meiner Schwester

Und ich bin so auf ihre Reaktionen gespannt!

Sie kennt auch die Hauptdarstellerin. Ich hoffe, sie hat nicht vorher schon irgendwo was aufgeschnappt. Hab ihr gesagt, sie soll nichts drüber lesen.

Ich überlege noch, ob ich uns Rotwein und Auflauf besorge … Hab so Appetit drauf!

Nachtrag:

Sie hat wohl ganz ähnlich empfunden – auch zu den selben Zeiten so -, wie ich.

Die letzten 2 Folgen taten uns beinahe körperlich weh, weil manches echt absurd wurde. Das Telefonat bzgl. des Handwerkers. Oder die Szene im Krankenzimmer, der immer gleiche Dialog …

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