Die technische Entwicklung (vor allem zur KI) verläuft grad rasend schnell. Und ich mach mir dazu so meine Gedanken, die ich mit Hilfe dieses Blogposts selbst sortieren möchte. „Gewöhnt die KI uns das Denken ab?“ geschrieben am 1. November 2025. Völlig überarbeitet am 19. März 2026
Wieso es wichtig ist, dass du Socken stopfen und Kartoffeln anbauen kannst
Als ich diesen Artikel ursprünglich schrieb, war ich noch recht zuversichtlich. Jetzt bin ich mir da nicht mehr so sicher.
Ich hab jetzt 3 Abende an einem KI-Workshop teilgenommen.
Ich benutze selbst auch KI, wenn ich eine Frage hab. Ich lass mich bei der Nutzung von Plattformen coachen. Ich strukturiere meine Blogposts oder Launches mit KI. Ich lass mir manchmal Mut zusprechen.
Das Ausmaß der Aufgaben, die wir künftig die KI machen lassen können, das ich in den letzten 3 Tagen zu sehen bekommen habe, lässt mich – ehrlich gesagt – momentan dystopisch fühlen.
Ich finde, wir alle müssen da auf dem Laufenden bleiben, dürfen uns nicht abhängen lassen. Aber wir sollten unsere eigenen Recherchen betreiben oder uns in vertrauenswürdigen Quellen informieren.
Ein Argument ist:
Wenn wir die KI unser Leben planen und managen lassen, können wir uns mehr den schönen Dingen des Lebens hingeben.
Aber ist das so? Haben wir das nicht bei Erfindung von Waschmaschine und Geschirrspüler auch gedacht?
Und was tun wir heute? Wir haben nur noch mehr – künstliche – Arbeit. Und noch mehr Druck.
Wir füttern freiwillig irgendwelche Riesenkonzerne, die wir nicht kontrollieren können, mit unseren Daten.
Unsere Daten können bestenfalls für gezieltere Werbung genutzt werden, schlimmstenfalls … das will ich mir gar nicht ausmalen. Jedenfalls kannst du sie nie wieder aus dem Datenspeicher löschen, also sei vorsichtig, was du eingibst.
Gib keine persönlichen Daten über deine Person (Geburtsdatum), Wohnort, Gesundheit, Finanzen … ein!
Und auch nicht über andere – Familie, Kunden …
Ich halte auch das Verwenden eigener Fotos für schwierig. Diese lustigen Trends, dich als eine Barbie ausgeben zu lassen oder sonstwas.
An dieser KI-Nutzung „just for fun“ ist zusätzlich das Problem:
Unsere KI-Nutzung verbraucht unglaublich viel Wasser, Strom, Ressourcen
Und wir selbst haben kaum Einfluss darauf, weil inzwischen jede Suchanfrage mit einer KI beantwortet wird.
Aber vor allem:
Wir geben mehr und mehr unserer Fähigkeiten ab.
Wir sind jetzt schon total abhängig von Strom. Und von Dienstleistungen von anderen.
Und bei der Informationsfülle, mit der uns die KI bei einer Anfrage überhäuft, prüfen wir doch nicht mehr alles auf Richtigkeit und übernehmen es einfach blind. Ja, ich auch.
Es wird sich nicht aufhalten lassen.
Was also können wir für eine positiven Zukunft selber tun?
- das Selberdenken nicht verlernen (aus Bequemlichkeit), mehr hinterfragen und prüfen
- handwerkliche Fähigkeiten, Reparieren, Nahrungsmittelgewinnung und Heilkunde wieder erlernen
- auf Menschlichkeit bauen: Nachbarschaft und Familie pflegen, nicht isolieren
- Menschlichkeit im Business fördern: Kooperationen, eigene Standpunkte …
- und die KI-Großkonzerne müssen dazu verpflichtet werden, das Wiederverwenden der verbrauchten Ressourcen zu verstärken
Im Übrigen nutze ich inzwischen ChatGPT nicht mehr
Denn die Betreiber haben inzwischen einen Vertrag mit dem amerikanischen Kriegsministerium geschlossen.
Es gibt KI-Alternativen. Gemini (von Google) ist vermutlich nur unwesentlich besser … Hier gilt es noch, Recherche zu betreiben, uns weiter zu informieren.
Und ich hoffe auch, dass es bald gute europäische Alternativen geben wird …
Das war mein ursprünglicher Artikel im November 2025:
Ich komme nicht umhin, immer öfter an den schönen Film „Idiocracy“ zu denken.
Werden wir denkfaul? Jetzt, wo sogar in Suchmaschinen die Antworten KI-generiert mundgerecht serviert werden? Besteht nicht die Gefahr, dass wir anfangen, aus Bequemlichkeit alles zu glauben und weiterzuverwenden, was wir in den ersten paar Zeilen der Suchmaschine zu lesen bekommen?
Gewöhnt die KI – künstliche „Intelligenz“ – uns das Denken ab?
Ja, die Gefahr besteht. Wenn wir es zulassen.
Die KI macht noch Fehler.
Sie behauptet selbstbewusst Dinge, die einfach nicht wahr sind: Es gab so schöne Beispiele wie: „Nenne alle Bundesländer der BRD und deren Hauptstädte.“
KI ist ein Werkzeug, so wie andere Werkzeuge auch. Es befreit uns nicht davon, sorgsam damit umzugehen
Ein Messer kann ein Brot schneiden und Nahrung schenken, oder verletzen. Entscheidend ist nicht das Messer, sondern die Bewusstheit des Benutzers.
Ein Auto kann dich von A nach B bringen – oder wie im Fall von Schatz und mir: Wir gehen gern auf Roadtrips und genießen die Landschaften, durch die wir fahren, wie einen Film. Oder: Du kannst damit absichtlich oder unabsichtlich andere gefährden, verletzen, töten.
Computer und Smartphone verarbeiten Daten, unterstützen bei Arbeit und Kreativität, verbinden Menschen und ermöglichen Zugang zu Wissen. Ob sie produktiv genutzt werden oder nur Ablenkung bieten, entscheidet der Nutzer selbst.
Die Gefahr ist groß, dass wir der Bequemlichkeit verfallen und alles fraglos übernehmen, was die KI oder Menschen, die KI missbräuchlich nutzen, uns vorsetzen.
Es liegt also an uns selbst, wach zu bleiben und das Denken nicht aufzugeben.
„Gewöhnt die KI uns das Denken ab?“ Diese Frage ist nicht neu.
Das wurde schon gesagt über das Buch („Die Menschen werden selbst nicht mehr denken, sie lesen nur noch!“).
Über das Fernsehen („Das macht die Köpfe weich!“).
Über Computer („Niemand braucht einen Computer Zuhause.“)
Über das Internet („Das wird sich nicht durchsetzen.“)
Technologie hat uns schon immer herausgefordert. Weil sie uns zeigt, wie bewusst oder unbewusst wir handeln.
Das Buch hat uns nicht dümmer gemacht. Es hat Wissen demokratisiert.
Das Fernsehen hat uns nicht hirnlos gemacht. Es hat Zugang zu Welten geöffnet, die wir vorher nie gesehen haben.
Social Media macht uns die eigene Verantwortung sichtbar: Nutzt du es, oder nutzt es dich?
Und jetzt steht KI im gleichen Scheinwerferlicht.
Nicht die Technologie ist neu. Nur die Intensität. Nur die Geschwindigkeit.
Die eigentliche Frage war schon immer dieselbe: Entscheiden wir selbst, oder lassen wir entscheiden?
KI ist ein Werkzeug. Ein Assistent. Du kannst sie „briefen“. Ihr Informationen eingeben, die sie immer wieder bei ihren Antworten berücksichtigen soll. Und du kannst ihr Fragen stellen, sie auf Dinge hinweisen, sie sogar kritisieren und ihr sagen, dass das so nicht richtig war.
KI nimmt uns nicht das Denken ab. Sie nimmt uns Routine-Denken ab.
So wie ein Taschenrechner dir nicht das Verständnis von Zahlen nimmt, sondern nur das mühsame Ausrechnen übernimmt, kann KI unser Gehirn von Lasten befreien – damit wir mehr Kapazität für echte Kreativität, Intuition, Vision und tiefes Denken haben.
Die Gefahr entsteht nicht durch die KI selbst, sondern durch passiven Konsum.
Wenn wir KI-Antworten einfach hinnehmen wie Fertiggerichte, ohne zu kauen, zu hinterfragen, zu fühlen, dann stumpfen wir ab.
Wenn wir KI bewusst nutzen – als Spiegel, Impulsgeberin, Ideensortiererin – dann wird unser Denken klarer, freier, strategischer.
Wir beschäftigen ja schon längst Texter für Artikel oder Werbung. Wir haben virtuelle Assistenten – Menschen, die irgendwo leben und uns Aufgaben abnehmen.
Aber was ist mit „der breiten Masse“?
Die breite Masse wird, wie immer in Umbruchszeiten, in zwei Gruppen fallen:
1. Die, die sich betäuben lassen
Scrollen statt spüren. Antworten konsumieren statt Fragen stellen. Bequemlichkeit über Bewusstsein. Fastfood statt selber kochen.
Das sind die Menschen, die schon bei Social Media, TV, Nachrichten und Konsum im Autopilot waren. KI verstärkt nur, was sowieso schon da war.
2. Die, die bewusst gestalten
Sie nutzen KI
- als Werkzeug
- als Spiegel
- als Inspiration
- als Strukturgeberin
Sie bleiben die Autorin ihres Lebens. Sie entscheiden, was wahr ist. Sie hinterfragen, sie trainieren an der KI ihre Wahrnehmung und Intuition und ihren Standpunkt.
KI wird für sie ein Hebel – kein Ersatz für’s Denken.
Wie ich Chat GPT KI derzeit nutze
Was ich super hilfreich finde ist, dass die KI eine Struktur in das bringt, was ich ausdrücken möchte.
- Ich möchte einen Artikel schreiben.
- Ich bitte die KI um eine Gliederung.
- Ich habe ein riesiges Archiv mit Texten aus meinen 17 Jahren Selbständigkeit und füge Kapitel davon an die Stelle der Gliederung. Das heißt, die Texte sind von mir.
Ich hinterfrage, diskutiere mit der KI
KI ist wie eine Assistentin, die nie beleidigt ist. Die nie genervt ist. Der ich sagen kann: „Ich hab das aber so und so gemeint …“, oder „Das seh ich anders.“
Es trainiert mich, eine Haltung zu haben. Es trainiert mich, zu widersprechen. Oder auf einem Punkt zu bestehen.
Und die KI „zwingt“ mich dazu, selbst erstmal klar zu wissen, worauf ich hinaus will:
Ich entwickle grad ein neues Angebot, und ich muss die KI erstmal sagen, was das Ziel ist, das die Kundin am Ende erreicht haben soll.
Unsere eigene Stimme und Haltung wird im KI-Zeitalter immer wichtiger
Ich bin der Meinung, man merkt auch, wenn eine KI einen Text formuliert hat. Da gibt es immer wiederkehrende Formulierungen …
Und wenn jeder Social Media-Beitrag irgendwie gleich klingt. „Zu“ poetisch. Mit den immer gleichen Formulierungen. Dann verliert das an Bedeutung. Weckt mein Interesse nicht.
Dann hebt sich eine persönliche Meinung ab.
-> Artikel „Endlich authentisch leben – finde dein wahres Ich“
-> Artikel „Manifest der selbstbestimmten Frau“

