Artikel veröffentlicht am 19. März 2025, überarbeitet am 2. August 2026
Die technische Entwicklung verläuft grad rasend schnell. KI, AI, Künstliche Intelligenz – besteht da eine Gefahr? Ich nutze auch KI (und erzähle gleich mehr dazu, wie), aber ich bin auch weiterhin sehr skeptisch:
Sagen wir’s mal so: Ich bin dabei, meinen Weg mit KI zu finden, denn weggehen wird die nicht mehr, und abhängen lassen will ich mich von neuen Technologien auch nicht. Dafür bin ich noch zu jung. Ich finde, wir alle müssen da auf dem Laufenden bleiben. Aber wir sollten unsere eigenen Recherchen betreiben oder uns in vertrauenswürdigen Quellen informieren.
Was ich an KI skeptisch sehe
Ein Argument ist: Wenn wir die KI unser Leben planen und managen lassen, können wir uns mehr den schönen Dingen des Lebens hingeben. Aber ist das so? Haben wir das nicht bei Erfindung von Waschmaschine und Geschirrspüler auch gedacht? Und was tun wir heute? Wir haben nur noch mehr – künstliche – Arbeit. Und noch mehr Druck.
Ich komme nicht umhin, immer öfter an den schönen Film „Idiocracy“ zu denken.
Werden wir denkfaul? Jetzt, wo sogar in Suchmaschinen die Antworten KI-generiert mundgerecht serviert werden.
Besteht nicht die Gefahr, dass wir anfangen, aus Bequemlichkeit alles zu glauben und weiterzuverwenden, was wir in den ersten paar Zeilen der Suchmaschine zu lesen bekommen? Gewöhnt die KI – künstliche „Intelligenz“ – uns das Denken ab? Ja, die Gefahr besteht. Wenn wir es zulassen.
Wir füttern freiwillig irgendwelche Riesenkonzerne, die wir nicht kennen und nicht kontrollieren können, mit unseren Daten.
Unsere Daten können bestenfalls für gezieltere Werbung genutzt werden, schlimmstenfalls … das will ich mir gar nicht ausmalen. Jedenfalls kannst du sie nie wieder aus dem Datenspeicher löschen, also sei vorsichtig, was du eingibst. Gib keine persönlichen Daten über deine Person (Geburtsdatum), Wohnort, Gesundheit, Finanzen … ein! Und auch nicht über andere – Familie, Kunden …
Claude Cowork (und ja, ich arbeite auch damit) kann direkt Quelltext unserer Seiten oder Blogposts ändern, wenn wir ihn da reinlassen. Sicherheitskopien sind also Pflicht, und überhaupt: Überlegen, ob das jetzt wirklich sein muss.
Ich halte auch das Verwenden eigener Fotos für schwierig. Diese lustigen Trends, dich als eine Barbie ausgeben zu lassen oder sonstwas. An dieser KI-Nutzung „just for fun“ ist zusätzlich das Problem:
Unsere KI-Nutzung verbraucht unglaublich viel Wasser, Strom, Ressourcen
Und wir selbst haben kaum Einfluss darauf, weil inzwischen jede Suchanfrage mit einer KI beantwortet wird.
Aber vor allem:
Wir geben mehr und mehr unserer Fähigkeiten ab.
Wir sind jetzt schon total abhängig von Strom. Und von Dienstleistungen von anderen. Und bei der Informationsfülle, mit der uns die KI bei einer Anfrage überhäuft, prüfen wir doch nicht mehr alles auf Richtigkeit und übernehmen es einfach blind. Ja, ich auch. Es wird sich nicht aufhalten lassen.
Ich will echt bleiben für meine Kunden
Wir können einen KI-Klon von uns bauen, der für uns in den Reels auftritt. Wir können unsere Stimme klonen und diese in Content sprechen lassen.
Wir können ein Foto eingeben und offenbar daraus einen Jahresvorrat an „Professionellen Shots“ von uns in unterschiedlichen Urlaubs- und Arbeits- und Lifestyle-Situationen kreieren lassen.
Und mein Gefühl dabei ist: Ich bin angewidert. Ich empfinde es weiterhin als unehrlich. Und bald wird der Content von uns allen noch mehr gleich aussehen. Glattgebügelt, hochglanz – aber eben unecht.
Gerade hab ich den Blogpost einer Unternehmerin gelesen, die begeistert beschreibt, wie ihr ganzes KI-Team ihr Business schmeißt. Gut, sie schreibt ja, dass es ein KI-Team ist. Insofern ist sie ja aufrichtig. Aber mein Gefühl bleibt …
Ich will das nicht.
Ich will selbst den Spaß am Businessmachen behalten.
Ich will mein Unternehmen selbst machen. Ich lieb’s doch, darin zu lernen. Dinge auszuprobieren. Aha-Erlebnisse zu haben. Dinge zu bewirken. Das Problem daran, wenn du die Templates, Vorlagen oder eine KI dein Business machen lässt ist:
Dir entgeht der Innere Wachstumsprozess. Das Lernen. Die Befriedigung am Kreativen Schaffen.
Eine KI oder sonst ein System von anderen kann niemals deine wirkliche innere Wandlung und Reifung bewirken. Deine Ent-Wicklung kannst du nur selbst durchmachen. Und das ist ein spannender Prozess. Deine Lebensreise.
Weil du unglücklich wirst, wenn du nicht aus dir selbst schöpfst, sondern nur Vorgaben anderer abarbeitest
Und dazu bist du doch nicht aus dem Angestelltenmodus ausgestiegen, oder? Dazu hast du doch nicht gegründet? Du wolltest kreativ sein. Du bist selbständig. Lebst du das noch?
Wenn du nicht selbst lernst, wie Unternehmertum funktioniert, wirst du manipulierbar
Wenn du nur auf’s Knöpfchendrücken abgerichtet bist, kann man dir alles verkaufen.
Man kann dir auch alles wieder wegnehmen. Was, wenn diese Systeme oder Templates „discontinued“ werden? Vom Markt genommen?
Weißt du dann, wie du dein Unternehmen weiter betreibst? Das weißt du, wenn du selbst entschieden hast, wieso du einen Ablauf auf diese Weise durchführst. Wenn du ihn selbst eingerichtet hast.
Vor allem wirst du von der Überfülle überfordert sein, wenn du ein komplettes fremdes System übernimmst. Wie willst du dich da einarbeiten? Hast du auch die Zeit dafür? Wirst du es wirklich benutzen?
Wenn du dir deine eigenen Routinen aneignest, deine eigenen Systeme einrichtest, entsprechen die genau dem, was du benötigst. Was jetzt dran ist.
Was also können wir für eine positiven Zukunft selber tun?
- das Selberdenken nicht verlernen (aus Bequemlichkeit), mehr hinterfragen und prüfen
- handwerkliche Fähigkeiten, Reparieren, Nahrungsmittelgewinnung und Heilkunde wieder erlernen
- auf Menschlichkeit bauen: Nachbarschaft und Familie pflegen, nicht isolieren
- Menschlichkeit im Business fördern: Kooperationen, eigene Standpunkte …
- und die KI-Großkonzerne müssen dazu verpflichtet werden, das Wiederverwenden der verbrauchten Ressourcen zu verstärken
