Cozy Biz Praxis

Wenn ich mein Cozy Biz heute noch mal starten würde: 5 Dinge, die ich anders machen würde

Wenn ich mein Cozy Biz heute noch mal starten würde: 5 Dinge, die ich anders machen würde

18 Jahre bloggen. Drei Unternehmensgründungen. Zwei Burnouts. Daraus entstand ein Cozy Biz, das heute tatsächlich zu meinem Leben passt.

Wie würde ich mein Cozy Biz starten, wenn ich heute noch mal bei null anfangen müsste? Vieles würde ich genauso machen. Aber ein paar Dinge auch ganz anders. Weil ich manches erst durch Erfahrung lernen musste. Und weil ich mir wünsche, dass du dir diese Umwege sparen kannst, teile ich das jetzt hier mit dir.

Falls du dich fragst, was ein Cozy Biz überhaupt ist: Das erklär ich dir ausführlich in Cozy Biz: Was es ist. Was es nicht ist. Und wie es geht. Hier soll es aber um was anderes gehen – um die 5 Dinge, die ich als Anfängerin heute und mit den heutigen Mitteln und Tools anders angehen würde.

1. Nicht alles nachmachen, was die Coaches auf Instagram so anbieten

Am Anfang hab ich vieles übernommen, nur weil es „alle“ gerade gemacht haben. Und weil ich meinte, sie wüssten es halt besser als ich. Bestimmte Content-Formate, bestimmte Tools, bestimmte Launch-Strategien.

In meinem ersten Jahr wussten sie es wirklich besser, aber ich hab mich viel zu lange davon abhängig gemacht, was andere tun, anstatt auf mein Innerstes zu hören, mich frei auszuprobieren, meiner eigenen Neugier zu folgen und meiner inneren Führung zu vertrauen. Ich hatte kein Vertrauen in meine eigenen Fähigkeiten.

Was ich heute weiß: Die meisten Trends, die auf Social Media gerade laut sind, sind für den Anfang komplett überflüssig.

  • Du brauchst noch kein ausgeklügeltes Funnel-System,
  • musst nicht jeden Social Media-Kanal, den es gibt, auch bespielen.
  • Und kannst noch gar keine perfekte Content-Strategie haben, bevor du überhaupt weißt, worüber du eigentlich sprechen willst.

Am Anfang zählt nur eins: Anfangen, und zwar mit dem, was dich grad interessiert und wenigstens grob irgendwie zu deinem möglichen Thema passt.

Meine Arbeitsplätze vor und nach meinem Neustart mit 31

2. Sofort eine Mailingliste anlegen

Anders als die viel gehypte „Reichweite“ auf Social Media, die dir jederzeit von einem Algorithmus wieder weggenommen werden kann, gehört dir deine Mailingliste wirklich. Weißt du denn, wieso Instagram dein Reel heute nur 50 Leuten ausspielt, wo du doch auch schon mal 1.000e Views hattest?

Du willst begeisterte Kunden, die deine Arbeit wertschätzen. Statt unbeteiligte Follower, die alles, was du kostenlos schenkst, konsumieren und vielleicht noch kritisieren und in der Luft zerreißen. Du willst Käufer, denen dein Content anfangs wenigstens ihre Emailadresse wert ist, später dann auch der eine oder andere Euro.

Wenn ich noch mal starten würde: Ich würde vom allerersten Tag an eine einfache Anmeldemöglichkeit einrichten (die Schritte findest du auch in meinem Cozy-Biz Start Guide). Und wenn es nur ein simples „Trag dich hier ein, wenn du auf dem Laufenden bleiben willst“ ist.

Damit ist noch nicht verbunden, dass du regelmäßig Newsletter ausklügeln oder ein Freebie haben musst. Blogposts sind auch Freebies, weil sie sehr viel Wert vermitteln. Wenn du die Adressenliste zuerst nur dazu nutzt, auf den jeweils neuesten Blogpost hinzuweisen (plus ein paar persönliche Zeilen davor), genügt das doch für den Anfang.

Und da haben wir auch schon das nächste „Hätte ich mal“.

Meine ersten Cozy Biz-Jahre, ca. 2011

3. Bloggen, bloggen, bloggen

Wobei, das hab ich ganz gut gemacht: Ich blogge seit meinem eigenen totalen Neustart 2008 (mit 31). Zuerst hab ich eben genau darüber geschrieben, auf der Öko-Plattform utopia.de (die es immer noch gibt, aber ich glaub, die Blogfunktion haben sie nicht mehr): Über meinen Neustart, über das Entrümpeln, über die Erkenntnisse zu umweltbewussterem Konsum, Ernährung etc.

Wenn ich einen Rat doppelt unterstreichen könnte, wäre es also dieser: Bloggen. Bloggen war für mich der Weg, um überhaupt erstmal herauszufinden, was mir wichtig ist, worüber ich schreiben will, und was davon sich zu einem echten Businessthema entwickeln könnte. Ohne diesen Prozess des Schreibens und Ausprobierens hätte ich mein eigentliches Thema vermutlich nie gefunden.

Denn nach den Entrümpel-, Burnout- und Öko-Blogposts kam meine Musikagentur. Ich bloggte nun über die Musiker. Aber es gerieten mir immer wieder die Neustart- und Lebenshilfethemen dazwischen. Bis ich es schließlich einsah, den Musikblog vom Selbstfindungs-Blog abspaltete (und irgendwann auch die Konzertagentur wieder schloss, zugunsten des Selbstfindungs-Mentorings, aus dem mein heutiges Cozy Biz entstand, ganz natürlich).

Meine persönliche Bloggeschichte

Und ganz nebenbei entsteht beim Bloggen noch etwas sehr Wertvolles: Material für dein Verkaufsprodukt. Jeder Artikel ist ein Baustein für später – für ein E-Book, ein Programm, einen Kurs. Ich hatte zu Hoch-Zeiten fast 2.000 frühere Blogposts in meinem Textarchiv und greife bis heute darauf zurück, wenn ich neue Angebote entwickle.

Wer schreibt, sammelt sich quasi automatisch einen wahren Rohstoff-Schatz an.


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Mein Konzertagentur-Homeoffice, ca. 2012

4. Mir Pausen erlauben, wenn ich spüre, dass ich nicht mehr kann

Der innere Antreiber ist stark. Die Konditionierung aus der Kindheit, dem ersten Beruf und der Gesellschaft allgemein. Die Leistungsgesellschaft hat uns geprägt. (Wie du das ent-lernst und wieder deinen natürlichen Zyklen Raum gibst, auch dazu findest du was im Cozy-Biz Start Guide.) Und na ja, da ist ja außerdem auch die Vorfreude auf unser fertiges Ergebnis, oder?

Früher hab ich mich oft durchgequält, auch wenn mein Kopf und mein Körper längst „Stopp“ signalisiert haben. Heute weiß ich: Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut, und meine Arbeit läuft mir nicht weg, nur weil ich heute nicht mehr weitermachen kann. Im Gegenteil: Es wird nicht gut, wenn ich mich weiter da durch peitsche. Wenigstens ’ne Mittagspause ist fällig, oder ein Spaziergang mit Nikita. Einmal Luft ranlassen.

Die Ideen, die mich wirklich weiterbringen, kommen sowieso selten am Schreibtisch. Sie kommen beim Spazierengehen, beim Roadtrip, im Offline-Leben. Oder ich wach manchmal mitten in der Nacht auf und hab plötzlich eine Lösung ganz klar vor Augen stehen! Magic! (Nein, ganz natürliches Wirken für uns Frauen. Empfangen.)

Die einzige Aufgabe, die in so einer Situation wirklich zählt: Die Ideen festzuhalten, sobald sie kommen. Das Ausformulieren darf aber Zeit haben.

Uff, und nun kommt noch etwas, was ich auf die harte Tour gelernt habe:

Immer am Lesen und Lernen

5. Ein Hobby nicht zum Beruf machen

Das hab ich am eigenen Leib erfahren, als aus meiner Liebe zur A-cappella-Musik eine Konzertagentur wurde. Was vorher pure Freude an Musik und Begegnungen mit den Fans und Musikern war, war plötzlich an Überlebensdruck geknüpft. Nun konnte ich kein Konzert mehr einfach genießen, weil ich im Hinterkopf hatte, dass ich diesen Veranstaltern ja meine Künstler noch gar nicht angeboten hatte. Ich berechnete, wie viele Zuschauer wohl in diesen Saal passen, wie die Einnahmenteilung aussehen müsste, wen ich hier ansprechen muss … – und genau dieser Druck hat mir letztendlich den ganzen Spaß genommen.

Heute würde ich genauer unterscheiden: Manche Dinge müssen einfach Hobby bleiben, geschützt vor der Frage „Bringt das auch Geld?“. Dein Beruf darf und soll aus deiner Erfahrung, deinem Wissen oder deiner Leidenschaft entstehen – aber nicht alles, was dir Freude macht, muss zwangsläufig zum Geldverdienen werden.

Eine frühe Version meines Blogs, ich hab sogar zweisprachig gebloggt

Fazit

Wenn ich mein Cozy Biz heute noch mal starten würde, würde ich

  • mehr meinen Fähigkeiten vertrauen, den Lärm ausblenden und nicht auf allen Hochzeiten tanzen,
  • früher eine Mailingliste aufbauen,
  • mich beim Bloggen so richtig ungehemmt austoben,
  • mir mehr Pausen gönnen, wenn ich es fühle –
  • und meine Hobbys einfach Hobbys sein lassen.

Steckst du gerade selbst mitten in der Überlegung, dein Cozy Biz zu starten?


Mehr Cozy Biz-Tipps? Dann trag dich in meinen Liebesbrief ein – dort bekommst du regelmäßig persönliche Einblicke hinter die Kulissen meines Cozy Biz‘, plus alles, was ich unterwegs noch dazulerne.


Weiterlesen:

Cozy Biz: Was es ist. Was es nicht ist. Und wie es geht.

Cozy Biz: Was es ist. Was es nicht ist. Und wie es geht.

Ich begleite dich dabei, dein Unternehmen im Einklang mit deinem inneren Rhythmus und den Zyklen der Natur zu gestalten - Cozy Biz statt Angebote-Chaos. Initiierte Donna Divina. Zertifizierte Red Tent Facilitator und SheLeaderin der Weiblichen Leadership Akademie. Expertin im Vereinfachen und Träume wahrmachen seit 2005. 3 gegründete Unternehmen: Eine Konzertagentur. Ein Frauen-Café. Und das Onlinementoring mit Onlineprogrammen.

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