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Ich fühle mich Silvester wie ein Alien

Ich bin um Mitternacht an Silvester sehr oft melancholisch. Sogar resigniert.

Ich hab keine Ahnung, wohin dieser Artikel führen soll. Ich weiß grad, am 1. Januar 2026 um 14 Uhr, nur, dass ich unglücklich bin.

Ich will diese Empfindungen hier heute teilen, so lange sie frisch sind. Und den Artikel dann rechtzeitig gegen Ende des Jahres wieder vornehmen, damit das nächste Silvester bedeutungsvoller, echter, wahrhaftiger werden kann.

Ich fühle mich Silvester wie ein Alien

Beobachte all das Jubeln, die (gespielte) Fröhlichkeit – Happy New Year! Und frag mich: Bin ich wirklich die Einzige, die das als unecht empfindet?

In den Medien und Gesprächen ist es total normalisiert, dass wir eher stöhnen: Bloß gut ist dieses Sch***jahr auch rum. Aber: Das sagen wir auch schon seit 30 Jahren.

Ich kenne keine Silvesterfeier, auf der z. B. zurückgeblickt wird auf’s Jahr. Danke gesagt und gefühlt.

Wo ist die Dankbarkeit und Ehrfurcht dafür, dass wir dieses Jahr leben durften? In einem Teil meiner Familie hieß es gestern immerhin: „Niemand war im Krankenhaus.“ Das ist ein Anfang …

Was, wenn wir es künftig mal anders machen?

Es ist, als spielen wir ein Theaterstück ab

Es gibt so viele Vorgaben, wie der Silvesterabend zu sein hat. Aber fühlen wir es auch? Entspricht das dem, wie wir das Jahr verabschieden wollen?

All die Programmpunkte: Raclette. Bleigießen (heutzutage ohne Blei). Wunderkerzen. Tischfeuerwerk. „Dinner for one“. Pfannkuchen. Bowle. Anstoßen mit Sekt. Spiele.

Haben wir wirklich irgendeine Verbindung zu all dem? Was davon bedeutet uns wirklich was, was ist nur „haben wir immer so gemacht“?

Früher hatten wir Silvesterfeiern, da sind wir regelrecht in Zeitnot gekommen.

So ein Stress!

Der Countdown um Mitternacht, das fröhliche Anstoßen und Zulächeln, die guten Wünsche … Der Gruß „Gesundes Neues Jahr“, den wir heute den Nachbarn aufsagen – meinen wir das auch?

All das fühlt sich so unecht an. Wie einstudiert.

Meine Vision von einem bedeutungsvollen Silvester

Toll ist schon mal, dass wir als Gesellschaft bestrebt sind, diesen einen Abend zu etwas Besonderem zu machen. Wir überlegen uns, mit wem wir ihn verbringen wollen. Wir haben einen Anlass, um uns mal wieder mit lieben Menschen zu treffen. Wir machen uns schön dafür oder gehen groß aus, wenn wir das mögen.

Aber dann können wir uns die Erlaubnis geben, den Abend gemeinsam so zu gestalten, wie er sich für uns richtig anfühlt. Wir brauchen nicht mehr das Programm abzuspulen, die alten immer gleichen Sketche im Fernsehen, die hohlen Phrasen.

Fühlen wir wieder hin, zu dem, was wir da sagen, tun, zelebrieren. Was bedeutet UNS das? Hängen schöne Erinnerungen dran, dann weiter so. Aber ist es hohl und „haben wir eben immer so gemacht“, dann kann es aufhören.

Ich hatte schon Silvesterabende, an denen ich

  • Freunde von weit her zu mir eingeladen habe
  • Freunde weiter weg besucht habe
  • mit Freunden ins Theater gegangen bin
  • als WG mit weiteren Leuten Spieleabend gemacht hab
  • allein nur mit Schatz und Hund schöne Filme geguckt und um Mitternacht ein Piccolöchen geteilt habe
  • mit meiner Familie bei Bowle, alten Sketchen und Kartoffelsalat auf „endlich Mitternacht“ gewartet hab

Okay, da hab ich einen Hinweis für mich: In meinem Kalender steht jetzt für jeden 1. Oktober „zu Silvester Freunde besuchen oder einladen„.

Gestern haben wir nur rumgehangen. Es war gemütlich. Familie, Nichten und eine Freundin, Schatz, Hunde. Wir hatten auch keine richtigen Sektgläser, und Sekt schmeckt uns sowieso nicht.

Und am 1. Januar ist so viel Druck

Wieder in die Normalität zurück zu müssen.

Nach den kuscheligen, anarchischen Weihnachts- und Nachweihnachtstagen.

Jetzt ist das neue Jahr. Jetzt legen wir los, starten durch, setzen all unsere Vorhaben um, werden die beste Version unserer selbst.

So viele Ansprüche an mich selbst!

Soviel Druck, den ich fühle – von der Gesellschaft, die es schon immer so macht und überall, in Filmen, Magazinen, Familien – so vorlebt.

Der 1. Januar ist willkürlich festgelegt und widernatürlich

Was bedeutet schon dieser 1. Januar?! Das hat mal jemand als Neujahr festgelegt. Aber es fühlt sich überhaupt nicht so an, und es entspricht auch nicht der Energie in der Natur (und wir sind auch nur Teil der Natur).

Irgendjemand hat festgelegt, dass der 1. Januar der eine Tag ist, auf den es ankommt: Jetzt ist der Tag, an dem wir die kommenden 364 Tage planen, erschaffen, auf beste Füße stellen müssen.

Dabei wollen wir vom Kopf her alles richtig ausrichten, einrichten, … (selbst träumen und visionieren fällt eigentlich darunter).

Aber der Kopf kann das gar nicht. Er kann nicht das Voraus sehen. Er kann nur am Ende des Jahres reminiszieren, wie alles zusammenkam. Aber wir werden immer wieder dazu angehalten, mit dem Kopf zu planen!

Diese lineare, kapitalistische Zeitzählung wurde unserer Natur übergestülpt, und obwohl ich inzwischen davon weiß, belastet es auch mich.

Das Jahr wird sich ganz von selbst ergeben

Wir brauchen nicht jetzt so viel dafür zu tun! Es kommt nicht auf den 1. Januar als den einen wichtigen Tag an. Sondern auf unsere kleinen täglichen Entscheidungen an den 364 folgenden Tagen.

Die 12 Tage der Weihnacht sind noch nicht vorbei. Die Raunächte sind noch nicht um. Wir stecken grad mitten im Winter, haben noch den ganzen kalten Januar und Februar vor uns.

Gefühlt beginnt das Jahr erst, wenn das Licht zurückkehrt. Vielleicht so langsam am 1. Februar, ganz spürbar dann, mit wirklicher Power von innen heraus, zum Frühlingsanfang am 20. März.

Denn mal ehrlich: FÜHLST du dich jetzt wirklich nach Elan, Durchstarten, Gasgeben?

Wieso nehmen wir jetzt alle unsere Lichterketten ab?! Jetzt brauchen wir sie doch erst recht!

Schmeißen am 27. Dezember oder zu Neujahr die gemütliche Deko raus und kehren zurück zu unseren kahlen, minimalistischen, aufgeräumten Räumen in beige und grau. Die wir doch eh noch 50 Wochen des kommenden Jahres sehen müssen. Kommt es da jetzt auf eine Woche mehr an?

Die Weihnachtsbäume, die viele Jahre gezüchtet wurden, liebevoll nach Hause gebracht und geschmückt und bestaunt – jetzt landen sie in den Containern. Noch frisch, noch grün, noch voller Leben.

In dem Pflegeheim, neben dem ich wohne, lassen sie die (künstlichen) Weihnachtsbäume immer noch 1 Monat stehen. Nehmen die Weihnachtsornamente ab, lassen aber die Lichter drauf. Das find ich wunderschön.

Ich werde auch heute ganz langsam sein, in meinem Tempo aufwachen (es war halb 1), die Morgenrunde gehen ohne zu reden. Kaffee kochen, wenn ich mich danach fühle (es ist halb 3 inzwischen). Meinen Gedanken und Empfindungen nachhängen und den Weihnachtsbaum bestaunen. Ich hab gestern erst 4 kleine hübsche Pilze für meinen Baum gefunden, die werde ich heute noch anhängen.

Ja, ich hab ein bisschen Aufbruchstimmung, Aufräumlaune … aber ich geh behutsam vor. Diese Deko, diese Entschleunigung, die haben wir doch nur für diese paar Wochen im Jahr!

Ich begleite dich dabei, dein Business im Einklang mit deinem inneren Rhythmus und den Zyklen der Natur zu gestalten. Initiierte Donna Divina. Zertifizierte Red Tent Facilitator und SheLeaderin der Weiblichen Leadership Akademie. Expertin im Vereinfachen und Träume wahrmachen seit 2005. 3 gegründete Unternehmen: Eine Konzertagentur. Ein Frauen-Café. Und das Onlinementoring mit Onlineprogrammen.

2 Comments on “Ich fühle mich Silvester wie ein Alien

  1. So wohltuend Deine Worte und so schön, dass ich nicht alleine mit ähnlichen Gedanken und Gefühlen bin. Lasse bis zu Maria Lichtmess die ganze Weihnachtsdeko in meinen Räumen und erst recht die vielen Lichter. Danke für Deine Worte.

    1. Dankeschön für diese schöne Rückmeldung, liebe Heike. Ich wusste, ich kann nicht die Einzige sein, die das so empfindet. Ich hab grad noch ergänzt, dass im Pflegeheim, neben dem ich wohne, die Bäume auch stehen gelassen werden. Die Weihnachtsornamente nehmen sie ab, aber die Lichter bleiben noch. Das berührt mich immer. Hab noch viel Freude an deiner verlängerten Weihnachtsstimmung.

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