Cozy Biz Praxis

Welchen Call To Action setzen? CTA-Chaos ist kein Fehler, sondern viel Liebe – ohne System.

Welcher Call To Action ist der richtige?

Anfang 2023, kurz bevor ich anfing, meine Angebote zu straffen, sagte eine Freundin so nebenbei zu mir: „Du hast einen Bauchladen.“ Und das klingt bis heute in mir nach, wenn ich gerade wieder mitten im Kreieren bin.

Denn genau da passiert’s: Ich will alles gleichzeitig zeigen. Alles gleichzeitig anbieten. Alles gleichzeitig raus in die Welt schicken. Und das ist okay so. Das ist sogar völlig natürlich: Wir kreieren aus den Vollen. Wir dürfen erstmal alles anlegen, was durch uns in die Welt will. Das Sortieren kommt erst danach.

Genau das soll der Kern dieses Artikel sein – nicht, weniger zu wollen. Sondern wie wir es einer Leserin, Interessentin, Kundin ermöglichen, sich in unserer Welt zurecht zu finden, ohne dass sie überfordert ist und abspringt.

Das Wichtigste in Kürze (TL;DR)

  • CTA wird abgestimmt auf die Beziehungsstufe deiner Leserin – kalt, lauwarm oder heiß.
  • Jeder Kanal hat seine eigene Temperatur, vom Blogpost bis zur Story.
  • Meine Faustregel gegen CTA-Chaos: 1 Call-to-Action pro Content-Stück.
  • Du findest eine Graphik, in der alles übersichtlich zusammengefasst ist, im Artikel – zum Runterladen (ohne Anmeldung).

Was ist ein Call To Action noch gleich?

CTA steht für Call to Action. Also: die eine Handlung, die du dir von deiner Leserin wünschst, nachdem sie deinen Post, deinen Newsletter oder dein Reel gesehen hat.

Klingt technisch, das wollen wir im Herzensbusiness doch nicht. Na ja, ein CTA ist im Grunde eine Einladung. „Komm mit, ich zeig dir hier deinen nächsten Schritt.“ Zum Newsletter. Zum Freebie. Zum Angebot. Zu einem Kommentar.

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Und nun hast du nicht nur eine Einladung für deine Leserin im Kopf. Du hast zehn. Alle deine Programme sind toll! Die Qual der Wahl.

Wieso wir immer gleich zehn CTAs auf einmal wollen

Bestimmt kennst du das: Du schreibst einen Post und merkst, wie du am liebsten gleichzeitig sagen würdest: Melde dich für meinen Newsletter an! Schau dir mein Freebie an! Buch ein Erstgespräch! Folg mir! Kommentier mal!

Das ist kein Zeichen, dass mit dir was nicht stimmt. Im Gegenteil.

  • Du willst geben. Du hast so viel zu bieten, und am liebsten würdest du der Leserin gleich alles auf einmal in die Hand drücken.
  • Du willst zeigen, was du hast. Dein BuSIEness ist gewachsen, es gibt inzwischen mehrere Wege zu dir – und du willst, dass man das sieht.
  • Du liebst es, zu kreieren. Neue Ideen, neue Formate, neue Angebote – dein Kopf produziert ständig Neues.

Unser Kreieren ist Ausdruck von Fülle. Das sieht vielleicht nach Chaos aus. Und kann überfordern, wenn es keine Leitplanken bekommt. Wegweiser.

Zu viel Auswahl lähmt

Das Problem ist also nicht, dass du zu viel geben willst. Das Problem ist, dass deine Leserin bei fünf Einladungen … meist keine davon annimmt. Zu viel Auswahl lähmt – das kennst du vermutlich schon, wenn du im Supermarkt vor dem riesigen Regal mit Marmeladen stehst. Und, anderes Beispiel: Ich war immer froh, Vegetarierin zu sein: So muss ich mich nicht auf einer ganzen Speisekarte entscheiden, sondern nur in einer Abteilung. Bei CTAs ist es genau das selbe.

Die Lösung, deine Faustregel

Wenn du die beachtest, musst du nicht mehr für jeden einzelnen Post neu entscheiden, welcher CTA jetzt dran ist. Wir bauen dir hier einmal ein System, und dann ist die Entscheidung für immer getroffen.

Die Awareness-Stufen

  • Kalt. Die Person kennt dich noch kaum. Sie ist über Google, Pinterest oder einen fremden Account bei dir gelandet.
  • Lauwarm. Sie kennt dich schon ein bisschen. Liest deinen Newsletter, folgt dir, war schon öfter da.
  • Heiß. Sie kennt dich, vertraut dir – und ist bereit, den nächsten, verbindlicheren Schritt zu gehen.

Was du dir überlegst: Ein CTA pro Content-Stück, abgestimmt auf die Beziehungsstufe der Leserin zu dir in genau diesem Moment. Nicht fünf Einladungen gleichzeitig. Versetze dich in die Leserin: Wer ist sie? Was weiß sie schon? Was braucht sie hier? Und was als nächstes?

Ich hab genau dieses Problem gerade erst für meine 12-von-12-Posts gelöst.

Die 12 von 12-Artikel sind ein uraltes Blogformat, fast eine Mini-Blogparade, und das jeden Monat. Wir bloggen am 12. des Monats 12 Fotos aus unserem Tag, reichen den Beitrag dann beim Sammelpost der Initiatorin (Caro) ein, und können uns dort die 12 von 12s vieler anderer Blogger anschauen.

Diese Artikel bringen mit Abstand am meisten Traffic auf meine Seite – aber lange Zeit ist davon kaum was hängen geblieben, weil ich mir über den nächsten Schritt einer Leserin keine Gedanken gemacht hatte.

Wer ist denn hier die Leserin? Nicht unbedingt die typische für meine Arbeit, sondern eher: Einfach eine Bloggerin.

Die vielleicht selbst Unternehmerin ist. Oder einfach als Hobby näht oder ähnliches. Und wenn sie ein Unternehmen hat, kann das auch so verschieden sein wie: Jemand, die mit Kühen arbeitet. Oder jemand im Online-Biz. Das braucht schon ’ne spezielle Ansprache.

Was ich jetzt mache:

  • In der Einleitung, ganz am Anfang, wo die Leserin noch kalt ist: ein niedrigschwelliger Link zu einem Cozy-Biz-Artikel. Kein Stopper, keine Unterbrechung, nur eine Unterstreichung im Fließtext – stört gar nicht beim Weiterlesen.
  • In der Mitte, wenn sie schon ein bisschen bei mir angekommen ist: der Liebesbrief-CTA, also die Einladung zu meinem Newsletter. Mit einem sympathischen Foto von mir.
  • Am Ende, für die, die bis hierhin dran geblieben und damit schon lauwarm ist, weil sie nun einen Blick in meinen Cozy Biz-Alltag geworfen hat: Ein Banner zum Cozy-Biz-Check – einem Freebie, das ich übrigens nur in diesen 12von12-Artikeln verwende. Ich hab es extra für dieses spezielle Publikum maßgeschneidert.

Drei CTAs im selben Post – aber nicht gleichzeitig. Und nicht jeder gleich auffällig. (Denn ich geb’s ja zu, ich kann mich immer noch schwer festlegen :)) Jeder an seiner Stelle, jeder für eine andere Temperatur. Kein Chaos mehr, sondern eine logische Treppe.

Gut, versuchen wir, es auf eine handliche Formel herunterzubrechen.

Welcher CTA passt zu welchem Kanal?

Die gleiche Logik gilt über Blogpost, Newsletter, Reel und Story hinweg – nur dass die Ausgangstemperatur je nach Kanal unterschiedlich ist. Und daher auch der nächste Schritt. Und den kannst du erkennen, noch nicht deine Leserin. Also musst du ihn ihr zeigen.

Blogpost. Den findet sie oft über Google oder Pinterest – also eher kalt bis lauwarm. Der passende CTA: Newsletter-Anmeldung oder ein Freebie. Nicht „Kaufe jetzt“. Das kommt viel zu früh. Sie kennt dich doch noch nicht. Überfall sie nicht.

Newsletter. Wer sich eingetragen hat, kennt dich schon und hat dir vertraut genug, dir ihre Mailadresse zu geben – also lauwarm bis heiß. Hier darfst du konkreter werden: Nähren, erzählen, hin und wieder ein Angebot, eine Warteliste, ein direkter Verkauf. Denn natürlich weiß jeder, dass Newsletter ein Business-Tool sind, in denen auch Angebote gemacht werden.

Reels. Werden meistens Menschen ausgespielt, die dich noch gar nicht kennen – also kalt. Einen direkten Link kannst du hier ohnehin nicht einfügen. Der CTA ist deshalb eine kleine Handlung: Speichern, Kommentieren, Folgen für (was konkret? Benenne es.). Alles, was die Beziehung einen Schritt wärmer macht. Was sie dorthin führt, wo sie dich besser kennenlernen kann.

Stories. Werden deinen bestehenden Followern gezeigt – also im Schnitt die wärmste Zielgruppe unter den Social-Media-Formaten. Hier darf der CTA schon direkter sein: Link-Sticker zum Freebie, zu einem Blogpost, zum saisonalen Angebot, zur Umfrage.

Übersicht: Welcher Call To Action passt zu welchem Content-Kanal
Diese Übersicht darfst du dir gern einfach runterladen und auch teilen. (Keine Anmeldung nötig.)

Und was ist mit Homepage und Menü?

Blogpost, Newsletter, Reel, Story – das sind alles Momentaufnahmen. Deine Leserin sieht sie kurz, dann ist der Post vorbei, die Story weg. Homepage und Menü ticken anders: Da bleibt sie länger, und da darf – und soll – auch mehr Platz für deine Angebote sein.

Homepage. Wer direkt auf deiner Homepage landet, hat oft schon deinen Namen im Kopf – gegoogelt, aus dem Newsletter geklickt, von einer Freundin empfohlen. Die Temperatur ist gemischt, aber im Schnitt wärmer als bei einem zufälligen Blogpost-Fund. Trotzdem gilt auch hier: Oben, im ersten Blick, kommt EIN Haupt-CTA – dein aktuell wichtigstes Angebot oder deine Newsletter-Anmeldung. Erst weiter unten, für die, die tiefer schauen wollen, darf sich die Seite öffnen und zeigen, was es sonst noch bei dir gibt.

Menü. Und hier – endlich – dürfen alle deine Angebote gleichzeitig auftauchen. Das Menü ist der einzige Ort, an dem das erlaubt ist, weil hier niemand zufällig vorbeischaut. Wer’s öffnet, sucht aktiv. Diese Leserin will die Übersicht, nicht eine einzelne Einladung. Das Menü ist also dein Schaufenster für die komplette Angebotstreppe – vom Freebie bis zum Signature-Angebot -, sauber sortiert, damit jede findet, was zu ihr passt.

Kurz: Blogpost, Newsletter, Reel und Story bekommen je einen CTA. Die Homepage bekommt einen Haupt-CTA plus die Einladung, weiterzuschauen. Und das Menü bekommt den Rest – dort darf deine ganze Fülle sichtbar sein, ohne dass es chaotisch wirkt.

Und dann sind da noch die zeitsensitiven Angebote

Spezialaktionen, saisonale Angebote, …

Awareness-Stufe und Kanal sind die eine Achse. Die andere: die Saison. Nicht jedes Angebot passt zu jeder Jahreszeit – und das ist auch total okay so.

Die Flipflop-Biz-Inhalte zum Beispiel sind die sommerlich-leichte Variante des BuSIEness, haben im Januar nichts verloren. Und ein Angebot, das um Rückzug, Ruhe und Nach-innen-Kehren kreist, wirkt mitten im Hochsommer fehl am Platz.

Deshalb kommt zur Faustregel noch ein zweiter Filter dazu: Ein CTA pro Content-Stück – passend zur Temperatur der Leserin UND passend zur Jahreszeit, in der du und dein Angebot gerade stehen.

Auch das musst du nicht für jeden Post neu entscheiden. Einmal einen saisonalen Redaktionsplan bauen – welches Angebot gehört in welche Jahreszeit – und dann läuft die Entscheidung von allein mit. Dein Winter-CTA taucht im Winter auf. Dein Sommer-CTA im Sommer. Fertig.

Also sortieren wir deine Angebots-Treppe

Das ganze System aus diesem Artikel – Awareness-Stufe, Kanal, Jahreszeit – funktioniert natürlich nur, wenn du selbst den Überblick über deine Angebote hast. Deine Offer Suite.

Und zwar nicht nur „ich hab da so fünf, sechs Sachen“. Sondern für jedes einzelne Angebot ganz klar:

  • Für welche Kundin ist es gemacht – und für welche nicht?
  • Auf welcher Awareness-Stufe steht sie, wenn sie bei diesem Angebot ankommt?
  • Was bewirkt das Angebot konkret? Was hat sie danach, das sie vorher nicht hatte?
  • Welche Fähigkeiten und welches Wissen hat sie im Anschluss?
  • Und: was wäre für sie logischerweise der nächste Schritt danach?

Ohne diese Klarheit kannst du keinen sauberen CTA setzen – egal wie gut dein System aus Kanal, Ort und Jahreszeit sonst ist. Dann triffst du die Auswahl doch wieder aus dem Bauch raus, für jeden Post neu. Und genau da fängt das Chaos ja erst an.

Hier hab ich ein Angebot für dich:

Selbstlernprogramm, online

Ich entrümple seit 2005 – nicht nur Materielles, sondern Glaubenssätze, Muster, Gewohnheiten und Angebote.


Kleine Randnotiz, weil’s offensichtlich nicht zu meiner Regel von oben passt: Normalerweise sage ich ja, ein Blogpost kriegt was Niedrigschwelliges wie Newsletter oder Freebie, weil die Leserin noch „kalt“ ist. Aber wenn du bis hier gelesen hast, kennst du dein Angebotschaos vermutlich genau so gut wie ich – dafür brauchst du kein Freebie, sondern eine echte Lösung.


Und wenn dir das Entscheiden während des Schreibens noch zu schwer fällt?

Vielleicht liest du das alles und denkst: schön und gut mit der Faustregel – aber wie soll ich mich ausgerechnet mitten im Schreiben entscheiden? Wenn gerade fünf Ideen gleichzeitig raus wollen?

Dann hier die Erlaubnis, die du wahrscheinlich gerade brauchst: Weißt du was? Setz sie erstmal alle. In den Blogentwurf. Es ist viel einfacher, am Ende nochmal drüberzugehen und glattzuziehen, als schon beim Schreiben die harte Entscheidung zu treffen.

Schreib also ruhig drauflos – mit allen CTAs, die gerade kommen wollen. Und wenn der Entwurf steht, gehst du noch einmal durch. Mit der Awareness-Stufe im Kopf, dem Kanal, der Jahreszeit. Und streichst, bis nur noch der eine richtige übrig bleibt. Das ist um einiges leichter, als schon vorab am wachsenden Dokument die perfekte Entscheidung treffen zu wollen.

Und was mach ich jetzt mit all den anderen CTA-Ideen?

Die schreibst du dir auf. In eine Liste, einen Redaktionsplan, egal wohin – Hauptsache nicht alle in denselben Post. Jede Idee bekommt ihren eigenen Moment, statt sich mit vier anderen um denselben Platz zu streiten. Und für alles, was gerade in keinem einzelnen Post Platz findet: Da ist ja noch dein Menü.

Das ist der Unterschied zwischen Content-Chaos und einem Cozy Biz, das für dich arbeitet: nicht weniger Ideen, sondern jede Idee an ihrem richtigen Platz.

Wenn du dir Überblick über deine Angebote sowie deinen Redaktionsplan erstellen willst, kannst du es gern mit meinem Selbstlernprogramm „Clarity“ tun. Oder ich schau mir alles an – im „1:1 Audit“.

Ich begleite dich dabei, dein Unternehmen im Einklang mit deinem inneren Rhythmus und den Zyklen der Natur zu gestalten - Cozy Biz statt Angebote-Chaos. Initiierte Donna Divina. Zertifizierte Red Tent Facilitator und SheLeaderin der Weiblichen Leadership Akademie. Expertin im Vereinfachen und Träume wahrmachen seit 2005. 3 gegründete Unternehmen: Eine Konzertagentur. Ein Frauen-Café. Und das Onlinementoring mit Onlineprogrammen.

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