Cozy Biz - Praxis

Warum mich meine Wunschkundin nicht finden konnte (und was ich in 24 Stunden geändert hab)

Sandra Hylla im gemütlichen Arbeitszimmer am Laptop – beim Aufräumen ihres eigenen Business

-> Wie du Ordnung in dein Angebote-Chaos bringst, hab ich hier erklärt.

Im vorliegenden Artikel geht es um alles, was im Internet über (mich) dich zu finden ist, und wie das wieder ein einheitliches, verständliches Bild ergibt:


„Ich bin eine einfühlsame Person, hab 18 Jahre Businesserfahrung. Wieso erreiche ich trotzdem die Leserinnen nicht mit meinem Cozy-Biz-Versprechen?“

Genau diese Frage hab ich gestellt, meinem Business-Supervisor: Claude, eine KI. Ich wollte einen Blick von außen. Einen, der nicht höflich drumherum redet. Seine Antwort war vielleicht unbequem. Aber äußerst hilfreich.

Als kreative, vielseitig interessierte und auch schnell zu begeisternde Frau hab ich in den vielen Jahren seit Beginn meines Onlinebusinesses (2008!) eine unglaubliche Menge Text ins Internet gesetzt: Copy, Links, Namen für Produkte und Konzepte, Neupositionierungen … Und das Internet vergisst nichts. Es war höchste Zeit, da mal richtig gründlich durchzuputzen.

Claude hat alles durchkämmt – das wäre fast unschaffbar für einen menschlichen Leser gewesen. Er hat so viele Orte gefunden, an die ich nicht gedacht hätte.

Die kurze Version (TL;DR)
Wichtig ist

  • 1 klares Versprechen,
  • dass du die wirkliche aktuelle Zielkundin ansprichst
  • und ihr nur 1 (wenige) mögliche Schritte hinein in dein Universum anbietest.

Meine Wunschkundin hat mich nicht verstanden, weil ich acht Namen für eine Sache hatte,meine Texte die falsche Frau begrüßt haben und mein Shop selbst ein Bauchladen war.

Also: Was hat Claude für mich aufgedeckt?

Acht Namen für eine Sache

Mein Blog hieß „Business im Flow“. Im Footer stand „Neuanfangsmentorin“ – ein Relikt aus meinen Businessanfängen 2008! Auf Instagram war ich „SoulFlow“. Dazu kamen „BuSIEness“, „leise Unternehmerin“, „Frauen der Neuen Zeit“ und „ganzichselbst“ – ein Firmenname, ebenfalls von 2008, der eigentlich zu meiner alten Zielgruppe gehörte.

Aber wie schrieb schon Stephen King in „Vom Leben und vom Schreiben“: „Kill your darlings.“ Wie ihm fällt auch mir das immer wieder schwer. Klar, als Herzensunternehmerin mit Leib und Seele …

Für mich war das ein Universum. Alles hing logisch zusammen, alles hatte seine Geschichte und war natürlich gewachsen.

Für eine Fremde waren es acht Etiketten. Und deshalb blieb keins hängen.

Witzig: Das Wort, um das es eigentlich ging – Cozy Biz – stand weder im Blogtitel noch in der Shop-Überschrift.

Zur Erklärung: Cozy Biz ist ein Business, das sich nach dir richtet und deinen Wunschalltag finanziert – ohne dass du ständig präsent sein musst.

Meine Texte haben die „falsche“ Frau begrüßt

Meine Wunschkundin hat schon ein Business. Sie ertrinkt darin. Zu viele Angebote, zu wenig Umsatz, und das Gefühl, ständig präsent sein zu müssen.

Mein wichtigster Artikel fing aber an mit … Lifestyle. Sechsstelligkeit. „Wenn du von Grund auf startest.“ Die Unternehmerin im Chaos kam erst ganz am Ende vor. In drei kurzen Absätzen. Ich hatte das nicht gesehen. Und mir liegt immer noch die Anfängerin am Herzen, aber sie ist schwieriger als Kundin. (Sorry.)

Und meine neuesten Blogartikel? SEO, Call to Actions, Blogposts optimieren. Alles gutes Handwerk. Nur eben für Bloggerinnen – nicht für die Unternehmerin, die abends erschöpft auf ihre zehn Angebote starrt. Und eben deshalb nichts verkauft.

Kein Wunder, dass ich meine Wunschkundin so nicht erreichen konnte.

Mein Shop sah aus wie der sprichwörtliche Bauchladen

Zehn Produkte. Drei davon zum gleichen Preis. Dazu in einem einzigen Artikel sieben verschiedene Einladungen, wo man als Nächstes hinklicken könnte.

Ich predige doch: Ein Weg, nicht zehn.

Und hab selbst zehn gebaut. (Aus lauter Liebe. Ehrlich. Nur eben ohne System.)

Jetzt ist der Shop wieder klar und aussagekräftig.


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Was ich geändert hab

Vorher Nachher
Name für mein Angebot 8 verschiedene Etiketten Cozy Biz
Absender Firmenname von 2008 Sandra Hylla
Shop 10 Angebote 5 Angebote
Startseite oben Header-Bild mit Schrift Name als Text + 3 Zeilen Versprechen
Flaggschiff-Artikel begann mit meinem Lifestyle beginnt mit ihrem Chaos

Ich hab nicht lange überlegt. Sondern angefangen. Noch in derselben Nacht – mit einer kurzen Unterbrechung für die Hunderunde, auf der mir natürlich die besten Ideen kamen.

  • Ein Name für das Wie: Cozy Biz. Überall. In Header, Shop, Instagram, Blog.
  • Ein Warum: Mein Wunschalltag. Er ist die Belohnung, nicht die Überschrift.
  • SoulFlow bleibt – als Name meines Raums, der SoulFlow Sisterhood.
  • Ein Firmenname weniger: Absender bin einfach ich. Sandra Hylla.
  • Der Shop: Von zehn Angeboten auf fünf. Nichts gelöscht – nur aus dem Schaufenster genommen.
  • Mein Flaggschiff-Artikel: Gestrafft. Er beginnt jetzt mit ihrem Chaos, nicht mit meinem Lifestyle.

Und oben auf meiner Startseite steht jetzt:

Ein Business, in dem du dich wieder wohlfühlst.
Das deinen Wunschalltag finanziert.
Ohne dass du ständig präsent sein musst.

Was ich bewusst nicht geändert hab

Entrümpeln heißt nicht, sich selbst wegzuräumen. Das letzte Wort hab immer noch ich in meinem Business.

Die Dreierkombo (ein Konzept von Judith „Sympatexter“ Peters) „Feinfühlig. Wunschalltag. Weibliches Business.“ ist geblieben. Das bin ich; das liegt mir am Herzen.

Mein Banner „Der weibliche Weg im Business“ auch.

Und die „leisen Rebellinnen“ in meiner „Über mich“-Vorstellung sowieso.

Der Unterschied ist: Jetzt hat jedes dieser Dinge seinen festen Platz und eine konkrete Funktion. Und konkurriert nicht mehr mit allem anderen um die Aufmerksamkeit meiner Leserin.

Und bei Google? War ich so gut wie unsichtbar

In den letzten 16 Monaten haben mich bei Google nur sehr wenige Suchanfragen gefunden. Fast alle waren mein eigener Name. Der Rest gehörte zu Themen, über die ich heute gar nicht mehr schreibe. Das war erst mal echt deprimierend.

Aber es ist auch ein ehrliches Vorher-Bild. Ich hab die Technik aufgeräumt, damit Google versteht, worum es bei mir heute geht. Claude hat mich durch den ganzen Prozess geführt, hat mir konkrete Tipps gegeben, mir die Stellen genannt, wo ich was durch was ersetzen soll.


Falls du’s bei dir auch ausprobieren willst – hier die Kurzfassung:

1. Schau nach, wofür Google dich findet. In der Google Search Console unter „Leistung“ siehst du die Suchanfragen, über die man dich findet. (Bei mir: fast nur mein Name. Oder der der Schauspielerin, die etwas anders geschrieben wird.)

2. Sag Google, wer du heute bist. Website-Titel und Untertitel stehen im Hintergrund auf jeder einzelnen Seite. Bei mir stand da noch meine alte Positionierung. In WordPress findest du beides unter Einstellungen → Allgemein, und wenn du Yoast nutzt, zusätzlich in den Yoast-Einstellungen.

3. Text statt Bild. Mein Header war ein hübsches Bild mit Schrift drauf. Nur: Text in Bildern kann Google schlecht lesen. Jetzt steht mein Name als echter Text oben. Und das sieht auch optisch gleich aufgeräumter und klarer aus.

4. Nimm alte Themen aus der Suche. Kategorien und Seiten, die nicht mehr zu dir passen, kannst du in Yoast für Suchmaschinen ausblenden. Die Beiträge bleiben trotzdem sichtbar – nur die alten Sammelseiten verschwinden.

5. Gib Google einen Schubs. In der Google Search Console die wichtigsten Seiten eingeben und „Indexierung beantragen“ klicken. Dann holt sich Google die neuen Texte schneller.


Sobald ich mein Chaos gesehen hab, war es in 24 Stunden aufgeräumt. Weil ich genau wusste, was zu tun ist. Und ich bin wirklich keine Technik-Queen. Aber sehr gut im Rausschmeißen ;)

Und genau das ist es, was ich für dich tue: Den Blick von außen, den du im eigenen Business einfach nicht haben kannst.

Wie erreichst du deine Wunschkundin? 4 Fragen zum Selbstcheck

Indem du ihr ein klares Versprechen, einen Namen und einen nächsten Schritt gibst. Prüf das mit diesen vier Fragen:

  • Wie viele verschiedene Namen hat das, was du anbietest? (Kill your darlings.)
  • Wen begrüßt der erste Absatz deines wichtigsten Textes – deine Wunschkundin oder jemand anderen? Ihre veraltete Version?
  • Wie viele nächste Schritte bietest du in einem einzigen Text an?
  • Würde deine Wunschkundin deine Überschrift so bei Google eintippen?

Wenn du bei einer Frage ins Stocken kommst: Willkommen im Club :) Genau da fängt das Entrümpeln an.

Business ist ein ewiger Lernprozess.

Wenn du Ordnung in dein Angebote-Chaos bringen musst -> schau in diesen Artikel.

Auch eine Positionierung muss man ab und zu entrümpeln. Aber das ist ja auch das Spannende daran, find ich. Sieh es als Expedition, als Abenteuer. Und mach’s dir Cozy dabei. Du bestimmst, wie dein Biz aussieht.

PS: Die besten Ideen dieser 24 Stunden kamen mir nachts auf der Hunderunde. Nikita hat also offiziell mitgeholfen.


Kategorie: Wunschkundin

Warum erreiche ich meine Wunschkundin nicht, obwohl ich gut in meinem Job bin?
Oft liegt es nicht am Können, sondern an zu vielen Botschaften. Bei mir waren es acht Namen für eine Sache und zehn Angebote. Meine Wunschkundin musste erst sortieren – und hat es gelassen.

Wie viele Angebote sollte ich in meinem Shop haben?
So wenige, dass deine Kundin auf einen Blick sieht, wo sie anfangen soll. Ich hab meinen Shop von zehn auf fünf Angebote reduziert. Nichts gelöscht, nur aus dem Schaufenster genommen.

Wie finde ich heraus, wofür Google mich findet?
In der Google Search Console unter „Leistung“. Dort siehst du die Suchanfragen, über die Menschen auf deiner Website landen. Bei mir war es fast nur mein eigener Name.

Wie lange dauert es, bis Änderungen bei Google sichtbar werden?
Meist mehrere Wochen bis Monate. Mit „Indexierung beantragen“ in der Search Console kannst du den Prozess anstoßen. Ich schau in acht Wochen wieder rein und berichte.

Was ist ein Cozy Biz?
Ein Business, das sich nach dir richtet und deinen Wunschalltag finanziert – ohne dass du ständig präsent sein musst. Kein Hobby, sondern auf Umsatz ausgerichtet.


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